The Last Boy Scout (1991)

Last Boy Scout - Das Ziel ist Überleben

The Last Boy Scout (1991) Last Boy Scout - Das Ziel ist Überleben

Oder: Allzeit bereit!

Gartenarbeit mit sauberem Shirt

Gartenarbeit mit sauberem Shirt

American Football ist ein dreckiges Geschäft geworden. Illegale Wetten, Absprachen und dadurch gross verdienende Spieler beherrschen den Sport. So auch der Quarterback der Mannschaft aus Los Angeles, der dem Druck nicht gewachsen ist, während des Spiels eine Pistole zieht, seinen Gegner auf dem Spielfeld abknallt und sich dann selber richtet. Der Untergang des Sports?

Gleichzeitig hat Privatdetektiv Joe Hallenbeck (Bruce Willis) ganz andere Probleme. Das Leben hat ihn mal wieder richtig durchgeschüttelt, seine Frau betrügt ihn und das Töchterchen zeigt keinerlei Respekt. Dazu kommt, dass das Geschäft nicht richtig läuft. Life sucks. Da kommt der neue Auftrag, den Joe von seinem Kumpel Mike (Bruce McGill) erhält, grad richtig. Der stellt sich zwar als Liebhaber seiner Frau raus, aber immerhin ist er das, was einem Freund am nächsten kommt.

Welche Nummer hat die Feuerwehr?

Welche Nummer hat die Feuerwehr?

Joe muss die Stripperin Cory (Halle Berry) beschützen. Sie sieht sich von irgendwelchen Spinnern verfolgt und hat um persönlichen Schutz gebeten. Das wiederum gefällt ihrem Freund, dem ehemaligen Footballspieler Jimmy Dix (Damon Wayans) überhaupt nicht. Er sieht nicht ein, dass ein abgehalfterter Detektiv seine Freundin beschützen soll, wenn er das ganze doch auch selber übernehmen kann. Dass das aber nicht so einfach ist, zeigt die Tatsache, dass Cory bald mal über den Haufen geschossen wird und Jimmy, sowie Joe, jetzt vor dem Rätsel stehen, was denn die junge Frau so "wichtig" machte, dass man sie dafür killen musste.

Die beiden ungleichen, und sich stets anschnauzenden, Männer machen sich auf, den Fall ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen und entdecken Unglaubliches. Der reiche Besitzer des Teams aus LA und ein Senator stecken bis zum Hals in einer Schmiergeldaffäre und wollen das Glücks- und Wettspiel der Football-Liga legalisieren. Und für diesen Schritt ist ihnen jedes Mittel recht. Und dazu gehört auch, dass die beiden Störenfriede Hallenbeck und Dix so schnell als möglich aus dem Weg geräumt wurden, zumal Hallenbeck eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Senator hat.


DVD-Rating

1991 war Bruce Willis durch Filme wie Die Hard oder Hudson Hawk zum grossen Star geworden und konnte es sich leisten, auch mal einen Film in Angriff zu nehmen, der die Altersfreigabe ein bisschen weiter oben hatte als normal. Unter der Regie von Tony Scott (Top Gun, Days of Thunder) entwickelte sich The Last Boy Scout zu einem respektablen Erfolg an den Kinokassen und zeigte, dass man "Buddy-Filme" auch erfolgreich drehen konnte, wenn der Gewaltpegel höher war als bei der Konkurrenz.

Zusammen mit seinem Filmpartner Damon Wayans (verwandt mit den White Chicks-Dödeln, aber glücklicherweise nicht in deren Filmen dabei) zeigt Bruce Willis, dass er mit der Die Hard-Einstellung (versifft, unrasiert) auch ausserhalb von John McClane existieren konnte und auch wenn Ähnlichkeiten zu seiner bekanntesten Rolle vorhanden sind, Joe Hallenbeck kann auf eigenen Füssen stehen und löst sich filmisch bald aus dem Schatten seines Kollegen.

Das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren ist herrlich. Die Sprüche, die sie sich gegenseitig an den Kopf werfen, sind grandios und böse. Eine Diskussion über Dix' Lederhosen ("650 Dollars? They don't, like, have a TV in them or something?") sei hier als Beispiel für coole Witze erwähnt. Davon gibts tonnenweise und ein Spruch ist böser als der andere.

In einer (wichtigen) Nebenrolle, aber das weiss man natürlich inzwischen, ist die damals noch blutjunge und mit realer Nase ausgestattete Halle Berry zu sehen. Sie schlabbert sich durch ihre Rolle, hinterlässt keinen bleibenden Eindruck, ist aber immerhin eine Erwähnung wert.

Mehr als eine Erwähnung wert ist die Spannung und der Thrill dieses Films. Es mag nicht an allen Ecken knallen und explodieren, aber The Last Boy Scout ist verdammt spannend, intensiv und wenns ans grosse Finale geht, wiederum gespickt mit bösem Humor und einigen recht brutalen Szenen. So sind die beiden Hauptfiguren kaum einmal mit heilem Gesicht zu sehen, sondern tragen ihre Veilchen, Schwellungen und Schnittwunden mit Stolz durch die 90 Minuten.

Fazit: The Last Boy Scout wäre ein guter Die Hard-Ableger gewesen. Aber er vermag auch locker auf eigenen Füssen stehen und bietet harte, aber sehr gute Action, die mit teils richtig bösen Sprüchen angeheizt wird. Tolle Action, tolle Darsteller und ein richtig geiler Film.

Auf der vorliegenden DVD hat es leider keine Extras und auch das Bild ist teilweise sehr vernebelt, was auch dem Alter des Films zu zuschreiben ist. So macht auch die gute Stube von Joe Hallenbeck den Eindruck einer Räucherhöhle. Und soviel pafft der gute Mann doch gar nicht. Der Ton ist anständig geworden, hört sich aber ab und zu auch mal etwas gar dumpf an.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.0

 

26.11.2007 / muri

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