Highway to Hell (1991)

Highway to Hell (1991)

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  2. 94 Minuten

Filmkritik: Viel mehr als ein AC/DC-Song!

Sonnencreme ist für Weicheier!
Sonnencreme ist für Weicheier! © Wicked Vision Media

Rachel (Kristy Swanson) und Charlie (Chad Lowe) wollen heiraten, dürfen das aber aus elterlicher Sicht nicht. Deshalb machen sie sich bei Nacht und Nebel auf nach Las Vegas, um dort den Bund der Ehe einzugehen. Auf dem Weg dahin müssen sie durch die Wüste fahren und erwischen einen Highway, den sie besser nicht genommen hätten. Denn bald schon steht der «Hellcop» (CJ Graham) vor ihnen, schnappt sich Rachel und entführt die junge Frau in die Tiefen der Hölle. Um sie zu retten, mus Charlie nun den gleichen Weg gehen und mittels Dimensionssprung ebenfalls in einer tieferen Etage zu landen.

Oh Brudi, where are you?
Oh Brudi, where are you? © Wicked Vision Media

Dort entpuppt sich die Hölle nicht als brennendes Inferno, sondern als Wüstengegend mit allerlei gefährlichen und komischen Gestalten. Charlie macht die Bekanntschaft von Beezle (Patrick Bergin), der ihm nicht nur den Wagen repariert, sondern später dann auch noch das Leben rettet. Doch dieser freundliche Herr hat es faustdick hinter den Ohren. Denn der Teufel höchstpersönlich will sich Rachel als Geliebte nehmen! Um das zu verhindern, muss Charlie sich dem Kerl gegenüberstellen...

Highway to Hell ist ein kleiner Liebhaberfilm, der kaum eine grosse Masse anspricht, aber mit einzelnen Figuren interessante Aspekte und Charaktere bietet. Zudem viel Spass, einen sehr schrägen Blick in die «Hölle» und zwei Hauptdarsteller, die sich bemühen, einen anständigen Eindruck zu machen. Für Liebhaber von Neunziger-Filmen ist das sicher mehr als sehenswert. Und eigentlich auch für den Rest.

Die filmisch herrlichen frühen Neunzigerjahre haben nicht nur schräge Geschichten und halbgarene Spezialeffekte präsentiert, sondern auch immer wieder Stars, die damals am Anfang ihrer Karriere standen. Im abgefahrenen Höllenspass Highway to Hell kriegen wir beispielsweise (fast) die ganze Stiller-Familie in kleinen Rollen zu sehen. Ben Stiller, Jerry Stiller und Anne Meara tauchen in der Hölle als kurrlige Figuren auf und hinterlassen so ihren witzigen Eindruck.

Im Mittelpunkt von Highway to Hell stehen aber nicht die Stillers, sondern Chad Lowe. Der junge Bruder von Rob Lowe und Ex-Mann von Hilary Swank hat zwar nicht die ganz grosse Karriere in Hollywood machen können, taucht aber auch heute noch immer wieder in TV-Serien oder Filmen auf. Hier steht er ganz am Anfang seiner Laufbahn und macht als Held einen etwas schwächlichen Eindruck, kann sich aber im Lauf der 90 Minuten steigern. Ebenso Kristy Swanson (Buffy the Vampire Slayer), die jedoch ausser ängstlich gucken und ein bisschen um Hilfe schreien nicht wirklich viel zu tun hat.

Mit der Figur des «Hellcop» hätte man in Highway to Hell sogar noch einen wahrhaftigen Kultcharakter, mit dem Regisseur Ate de Jong leider viel zu wenig anfängt. Seine Auftritte, Terminator-mässig ohne Dialog und mit den coolsten «Handschellen» der Filmgeschichte, sind sicherlich als Höhepunkte des Films zu betrachten. Da kommt auch Patrick Bergin (terrorisierte Sleeping with the Enemy immerhin Julia Roberts) als zwielichtiger Charakter nicht mehr nach. Seine Entwicklung ist eigentlich schon ab dem ersten Auftritt klar und diesen Gang beschreitet «Beezle» dann problemlos und unspektakulär.

Die Story hinter Highway to Hell ist eine einfache und somit auch schnell erzählt. Das ganze Drumherum ist dabei viel interessanter. Die Spezialeffekte in den Kinderschuhen, schräge Charaktere und gruslige Figuren machen den Film absolut sehenswert. Sofern man ein Flair für solche Produktionen hat, die auch mal etwas blöd sein dürfen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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