Cape Fear (1991)

Cape Fear (1991)

Kap der Angst
  1. 128 Minuten

DVD-Review: Anwalt.... Aaaanwaaalt!!!

Hat bestimmt weh getan...!?
Hat bestimmt weh getan...!?

14 Jahre hinter Gittern sind eine verdammt lange Zeit. genug Zeit, um Max Cadys (Robert DeNiro) Hass auf den Anwalt Sam Bowden (Nick Nolte) zu nähren. Bowden war Cadys Verteidiger, doch er konnte dessen Verurteilung nicht verhindern - oder er wollte nicht... Nach seiner Entlassung will Cady seine Rache, und er treibt Sam und seine Familie langsam, aber unaufhaltsam, in ein immer dichter werdendes Netz aus Angst und Terror.

Ursprünglich wollte Steven Spielberg das Remake des Klassikers von J. Lee Thompson selber drehen. Aus Zeitgründen überliess er das Projekt schliesslich seinem Freund Martin Scoresese. Der führte Robert DeNiro, in einer seiner besten Rollen, und Nick Nolte (der hier ebenfalls über sich hinauswuchs) als Gegner um Leib und Familie zusammen. Zwischen beiden Akteuren entstand eine knisternde Chemie, die vorzüglich auf den Film überging. Man stelle sich vor, Martin Scoresese hätte hier seinen neuen Dauerspezi Leonardo di Caprio als Knacki besetzt, nicht auszudenken.

In schwüle, schön komponierte Farben eingebettet- optisch zählt der Film zu den schönsten des Regisseur - zieht Martin Scoresese mehr und mehr die Schlinge um den Hals des Anwalts zusammen, lässt ihn die eigene Macht des Rechts spüren und hetzt ihm mit Max Cady einen bitteren, von Rachegelüsten Gepeinigten auf die Fersen, der seinen festen Biss nicht mehr auslässt. Und als Zuschauer ist man zunächst irgendwie hin- und hergerissen, für wen man mehr Sympathien empfinden soll: Für den schmierigen, kleinen Anwalt, der mit seiner Kanzlei ein schönes Haus und eine kleine Familie aufgebaut hat, die er aber mit Seitenliebeleien zu verlieren droht. Oder dem Ex-Knacki, der viele Jahre seines Lebens opfern musste, nur weil sein Anwalt damals versagte und er jetzt Genugtuung für diese Ungerechtigkeit verlangt?

Wenn auch die Sympathiepunkte-Tendenz eher Richtung Nick Nolte geht, er hat so eine nette Familie mit Hund, Garten und "geregeltem" Leben, so bleibt dennoch ein vernebeltes Antihelden-Abbild bestehen. Beide Protagonisten sind sie in ihrer Grundessenz falsch und berechnend. Die Intensität, die sich aus der Situation und dem Aufeinanderprallen von Konsequenzen ergibt, ist eine der ganz grossen Stärken von Cape Fear.

Leider verliert der Film in seinem letzten Drittel viel von seiner vorher aufgebauten Atmosphäre und vor allem an Glaubwürdigkeit. Mit einem Finale, das quasi niemals endet und den Bösewicht (hier ist er schlussendlich und zu guter letzt auch wirklich einer) abermals und immer wieder auferstehen lässt und schlussendlich als wildes Monster zeigt, ruiniert Martin Scoresese beinahe die zuvor brillant aufgebaute, fein ziselierte Geschichte um ausgeklügelte Rache und Gerechtigkeit.

Es bleibt aber bei einem hochkarätigen inszenierten Remake mit fantastischen Darstellern (ist sie nicht einfach süss, die unschuldige Juliette Lewis?), einer bestechenden Musikadaption von Elmer Bernstein (nach Bernard Herrmanns grandiosem Score zum Original) und der unvergleichlichen Titelsequenz von Saul Bass, der unzählige Fronttitel für Alfred Hitchcock gestaltete. Die Collector's Edition in ihrer 2-DVD-Fassung ist mehr als empfohlen.

Extras: Eine ganze Fülle an Zusatzmaterial wird auf Disc 2 geboten, hier seien vor allem das tolle dokumentarische, fast 80minütige Making Of und die entfallenen Szenen erwähnt. Die Bildqualität ist bestechend gut mit hoher Schärfe, gutem Kontrast und vollen Farben, während sich die Tonanlage hauptsächlich auf die Front konzentriert (wobei nur die Englische Tonspur in DD 5.1 glänzt).

/ pb

Kommentare Total: 5

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Guter Streifen. Kommt aber leider nicht ans Orginal ran. Dafür bremsen die zu vielen Klischees den Spannungsbogen ab. Immerhin ist de Niro ein Höhepunkt. Seine Verkörperung von Max Cady ist brilliant.

Chemic

Max Cady war mir schon unsymphatisch bevor ich den Film gesehen habe 😉 jetzt allerdings kann ich mit gutem Recht behaupten das der Typ definitiv ein anderes Kaliber ist.

Spannender "Stalker-Film" über die Hilflosigkeit wenn man einer übermächtigen Person schutzlos ausgeliefrt ist. De Niro spielt beängstigend gut und ich glaube der hatte richtig Fun dauernd an seinem fetten Cubaner rumzupaffen. Nick Nolte spielt souverän und über die lolita-fähigkeiten von Juliette Lewis müssen wir wohl nicht disskutieren. Der Score ist gewaltig und trägt viel zur Stimmung bei.

siamolo

hammer film - spricht voll auf die urängste eines jeden menschen an. robert de niro ist einfach nur genial!

von a bis z spannender psychothriller mit wirklich viel des psychoanteils! unbedingt ansehen!

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