Internal Affairs (1990)

Internal Affairs (1990)

Internal Affairs - Trau' ihm, er ist ein Cop
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  2. 115 Minuten

DVD-Review: Böser Pretty-Woman-Man

"Guguseli"
"Guguseli"

Nicht alle Cops sind so sauber, wie es sich dass die Bevölkerung wünscht. In grossen Städten wie Los Angeles sind Polizeigewalt und Korruption keine Fremdwörter. Um fehlbare Polizisten aus dem Verkehr zu ziehen, hat man die Abteilung "Internal Affairs" geschaffen. Neustes Mitglied dieser Abteilung ist der junge Raymond Avila (Andy Garcia). Sein erster Autrag führt ihn zu seinem Jugendfreund Van Stretch (William Baldwin), der mächtig Dreck am Stecken hat. Van Stretch kommt mit dem Druck nicht klar und schlägt auch gerne deshalb mal zu.

"Wenn der noch einmal 'Guguseli' sagt, dann..."
"Wenn der noch einmal 'Guguseli' sagt, dann..."

Doch Van Stretch ist nur ein kleiner Fisch im Vergleich zu seinem Partner Dennis Deck (Richard Gere). Dieser ist in zahlreiche kriminelle Aktivitäten verstrickt, und wird alles dafür tun, dass sein Leben so weiterläuft, wie es dies bisher tut. Doch Avila lässt nicht locker und bringt damit sich und seine Freundin Kathleen (Nancy Travis) in Gefahr. Nachdem Van Stretch ermordet wird, muss Avila sich entscheiden, ob er Peck legal bekämpfen soll oder ob er sich dafür ausserhalb des Gesetzes bewegen will.

Richard Gere wird wohl sein Leben lang der Wunsch-Schwiegersohn von vielen Müttern sein. Sein Lächeln und sein Charme gewannen auch dank An Officer and a Gentleman viele Fans. Bevor er aber diesen Platz mit Pretty Woman sicherte, trat er noch in Mike Figgis' Internal Affairs als brutaler und rücksichtsloser Cop auf. Für Gere war dies sicher mal eine gelungene Abwechslung, für den Zuschauer ist er in dieser Rolle aber vor allem eins: unglaubwürdig.

Der Film funktioniert zu Beginn noch ganz gut. Der Plot wird mit einem angenehmen Tempo vorangeschoben und die Darsteller überzeugen. Im Mittelteil wird die Spannungsschraube dann richtig angezogen und es folgen ein paar tolle erinnerungswürdige Szenen. Gegen Ende hin wird aber immer mehr übertrieben, und Gere, der sich bis dahin ordentlich geschlagen hat, wird zur totalen Witzfigur. War seine Performance schon vor den letzten Minuten auf der Kippe, fällt er mit seiner Leistung in den Schlussminuten in eine peinliche Kategorie. Als Zuhälter ist Gere nämlich schlicht lachhaft.

Geres Gegenpart wird von Andy Garcia glaubhaft dargestellt, obwohl auch sein Charakter gegen Schluss einiges an Glaubwürdigkeit verliert. Das Duell gegen Gere gewinnt er aber trotzdem, da dieser sein Image des Frauenverstehers nur schwer in den 110 Minuten loswird.

Neben den beiden Hauptkontrahenten kriegt der Zuschauer auch noch William Baldwin zu sehen. Der neben Alec sicherlich bekannteste der Baldwin-Brüder, erhält überraschend viel Screentime, und obwohl seine Handlungen moralisch etwas fragwürdig sind, schafft er es, mit seiner Figur beim Zuschauer Verständnis aufzubringen.

Fazit: Internal Affairs gefällt mit einem schönen Spannungsbogen und einigen vor allem atmosphärisch genialen Szenen. Am Ende stellt der Film sich aber selbst ein Bein mit zu vielen Übertreibungen und dem Opfern der Glaubwürdigkeit seiner beiden wichtigsten Figuren. Obwohl wieder einmal viel Potenzial vorhanden gewesen wäre, bleibt am Ende nur wieder eine kleine Enttäuschung.

Wie so oft bei etwas älteren Filmen, die um die Jahrtausendwende auf DVD erschienen, ist auch hier das Bild verbesserungswürdig. Dieses ist zwar nicht gerade VHS-mässig, aber auch nicht wirklich auf der Höhe des DVD-Standards. Der Ton, welcher nur in der Originalfassung in 5.1 angeboten wird, ist unauffällig und beschränkt sich oftmals auf die vorderen drei Speaker. Die DVD kann übrigens in ganz Europa angeboten werden, da sie von Isländisch bis Türkisch alle erdenklichen Untertitelungen bietet. Bonusmaterial ist keines zu finden auf der DVD, weshalb die Disc nach dem Ansehen des Filmes gerade wieder in das Gestell wandert.

/ crs