Goodfellas (1990)

GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia

Goodfellas (1990) GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia

Oder: Wanne nöttä maggä, dann ische Problem....

"you! Talking to me?"

"you! Talking to me?"

Henry Hill (Ray Liotta) wächst in einer armen Gegend auf. Die Schule interessiert ihn nicht besonders. Lieber macht er Botengänge für die italienischen Nachbarn, die irgendwie alles dürfen und alles haben. Falsch parkieren? No Problem. Lärm bis mitten in die Nacht? Da sagt niemand was. Warum bloss? Und sogar als die Schule Henry's Eltern einen Brief schickt, dass der junge Racker schon länger dort nicht mehr aufgekreuzt sei, wird anschliessend der Briefträger von den "Amici" verprügelt und bringt keine Post mehr....

Eines Tages macht Henry die Bekanntschaft von Jimmy Conway (Robert de Niro). Jimmy, ein Mann, der die Macht an sich reissen will und dem das Töten Freude bereitet, steckt Henry mit Thommy De Vito (Joe Pesci) zusammen. Die beiden Jungspunde fangen an zu stehlen, krumme Geschäfte zu ziehen und kommen so zu unverhofftem Reichtum. Immer wissend, dass "La Famiglia" hinter ihnen steht und sie niemals vergessen wird.

Dann allerdings nimmt der Film (und somit die Geschichte der beiden Jungspunde) ihren dramatischen und brutalen Gang. Im Lauf der Jahre (immerhin deckt der Film 3 Jahrzehnte), entwickelt sich vor allem der hitzköpfige Thommy zum brutalen Killer, der aus Spass tötet und das Mafia-Leben in vollen Zügen geniesst. Alle Regeln missachtend, fängt er sogar an, befreundete Familienmitglieder zu eliminieren.

Gleichzeitig versucht Henry sich immer mehr selbstständig zu machen und eigene Geschäfte zu starten. So finanziert er sich sein Leben, seine Frau und seine diversen Betthäschen. Als schlussendlich auch noch mit Drogen gehandelt wird, ist ihm die Polizei stark auf den Fersen. Und obwohl in Mafiakreisen keiner den anderen verraten soll, ist man bei labilen Persönlichkeiten wie Henry nie sicher, wen er verrät und wer schlussendlich dran glauben muss.

Die Dramatik nimmt zu, als Thommy sogar in die "offzielle" Mafia-Familie aufgenommen werden soll, Henry mit einem Bein bereits in seinem Grab steht und der über allen thronende Jimmy Conway seine Nerven zu verlieren droht....


DVD-Rating

Mit Spannung haben Filmfans der digitalen Neuauflage dieses Meisterwerks entgegen gesehen, seit Ende Oktober nun ist das 2-DVD Special Edition Set erhältlich. Ob es zufriedenstellend ist? Dazu mehr ganz unten, zuvor zu muris Filmkritik:

Wenn Martin Scorsese sich mit Robert de Niro zusammentut, dann kommt eigentlich immer etwas spezielles raus. Siehe auch Raging Bull oder Taxi Driver. Und da zur damaligen Zeit mit The Godfather bereits gezeigt wurde, dass Mafiafilme beim Publikum (und vor allem bei den Kritikern) gut ankommen, konnte man sich 1990 auf Goodfellas freuen. Eine Mafiageschichte über 30 Jahre erzählt. Mit allem Drum und Dran. Blut, Tränen, Schicksale, Verbrechen, Gangster, Luxus, Liebe, Sex und allem was dazugehört.

Goodfellas ist keine leichte Unterhaltungskost. Der Zuschauer sollte den Kopf schon ein wenig bei der Sache haben, denn die Geschichten sind zwischendurch recht verzwickt. Ein "wer ist jetzt das schon wieder" oder "warum macht er das" kann so vermieden werden. Aber wenn man sich einmal auf einen solchen Film einlässt, wird man kaum mehr Pause machen wollen, geschweige denn irgendwann den Kopf vom TV wegdrehen. Denn der Film packt ungemein. Man fängt an, mit der Hauptperson zu leiden und schafft es sogar, ein wenig Sympathie für die einzelnen Figuren zu entwickeln.

Wenn man die Schauspieler anschaut, läuft dem Mafia-Film-Fan das Wasser im Mund zusammen. Robert de Niro ist sowieso immer eine Spur besser, wenn er in einem Scorsese-Film mitmacht. Joe Pesci, der hier mit einem Oscar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet wurde, war danach kaum mehr irgendwo so stark. Vielleicht noch in Casino, abermals unter der Leitung von Martin Scorsese und an der Seite von Robert de Niro. Die dritte Hauptrolle wird von Ray Liotta gespielt, der immer wieder mit einem filmischen Glanzstück hinter dem Ofen hervorkommt, aber hier eine seiner stärksten Darbietungen abgibt.

Fazit: Goodfellas ist langes, brutales und (wahrscheinlich) lebensnahes Mafia-Kino, das vollumfänglich überzeugt und sich (meiner Meinung nach), nicht hinter dem Godfather verstecken muss. Wer auf Gangsterfilme steht, wird hier herrlich bedient und man bekommt einen kleinen Einblick in "la Famiglia". Keine leichte Unterhaltungskost, aber verdammt starkes Kino.

Die Neuauflage: Also dann, nun die so wichtige Frage: Kann man seine alte, leidliche Warner-DVD in den Ruhestand schicken? Ja, kann man. Ohne Zweifel, in Sachen Extras ist dieses neue 2-DVD-Set der alten Scheibe um einiges vor, das war allerdings auch kein schwieriges Unterfangen (die alte DVD bietet so gut wie gar nichts ausser dem Film). Zwei alternative Audiokommentare sind verfügbar, wobei derjenige von Cast & Crew zum Teil aus Interviews zusammengeschnippselt wurde. Auf Disc 2 interessiert vor allem das flotte, kurzweilige Making Of von 29 Minuten. Aber genau hier liegt auch schon das Problem, denn zu einem Film wie Goodfellas möchte man einfach noch mehr Infos. Und die können die verbleibenden Kurzdokus wirklich nicht bieten. Vor allen Dingen die Kurzaussagen verschiedener anderer Filmemacher scheint eher unnötig, wir wissen wie gut Film und Regisseur sind, auch ohne solche Statements.

Und qualitativ? Sicher ein Fortschritt. Der neue Digitaltransfer ist recht scharf und farblich gesättigter als beim Vorgänger. Insgesamt auf jeden Fall besser und zufriedenstellender, wenn auch nicht perfekt. Audiomässig spielt diese Auflage allerdings in etwa in der selben Liga wie die alte DVD. Die deutschsprachige Spur ist wieder nur im Dolby Surround 2.0 Format vorhanden, doch wer den Film nicht im Original schaut, verpasst sowieso was. Die Fans müssen selber abwägen, ob die DVD nun in doppelter Ausstattung im Regal stehen soll oder nicht. Sicher ist, der Film gehört so oder so in eine gut sortierte DVD-Sammlung!


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Bewertung: 5.5

 

11.11.2004 / pb

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