Willow (1988)

Willow (1988)

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  2. 126 Minuten

DVD-Review: Babysitter im Mittelalter

Schöne Zähne sind alles!
Schöne Zähne sind alles!

Die böse Königin Bavmorda (Jean Marsh) ist ausser sich. Seher haben ihr prophezeit, dass sie einst von einer Frau vom Thron gestossen werde. Dieser Zukunft will sie entgehen, in dem sie alle neugeborenen Mädchen töten lässt. Die kleine Elora entgeht ihrem Schicksal, einer tapferen Hebamme sei Dank.

In einem Weidenkörbchen auf einem Fluss aufgesetzt, wird das kleine Mädchen ans Ufer eines kurrligen Volkes geschwemmt und kommt in die Obhut des Zauberlehrlings und Zwerg Willow (Warwick Davis). Natürlich wird der grosse Rat einberufen und eine Gemeinschaft von kleingewachsenen Kriegern wird ausgeschickt, dieses Baby einem Menschen zu übergeben, damit man mit dessen Schicksal nicht mehr teilhaben muss.

Der geschrumpfte Spazierstock
Der geschrumpfte Spazierstock

Doch Willow mag nicht den Schwanz einziehen. Denn der erste Mensch, dem die Truppe begegnet, ist ausgerechnet der geschwätzige Madmartigan (Val Kilmer), der in einem Käfig eine Strafe absitzt und eigentlich keinerlei Rettung zu erwarten hat. Mit ihm zusammen will nun unser kleiner Held die Aufgabe beenden und das Baby in Sicherheit bringen. Doch die Schergen der Königin sind ihnen gnadenlos auf den Fersen. Auch wenn Sorsha (Joanne Whalley) scheinbar nicht ganz so teuflisch geraten ist, wie ihre Mutter...

Lange bevor ein kleiner Hobbit einen goldenen Ring durch feindliches Gebiet transportieren musste, brachte Erfolgsregisseur Ron Howard (A Beautiful Mind, The DaVinci Code) einen Fantasyfilm in die Kinos, welcher die beschwerliche Reise eines kleinen Mannes mit einem Baby zum Thema hatte. Willow war im Kino recht erfolgreich und aus dem bis anhin unbekannten Warwick Davis wurde ein richtiger Star.

Den kleinwüchsigen Schauspieler steckte man zwar immer wieder in Kostüme (Leprechaun, The Hitchhikers Guide to the Galaxy), er durfte aber beispielsweise in Harry Potter and the Goblet of Fire wieder sein menschliches Gesicht zeigen. In Willow macht er als Hobby-Zauberer mit Kleinkind auf dem Arm eine gute Figur. Zwar versteckt er sich bei den Actionsequenzen mehrheitlich, aber dafür trickst er schön mit seinem krummen Zauberstab.

Val Kilmer und Joanne Whalley lernten sich bei den Dreharbeiten zu Willow kennen und verliebten sich. Eine achtjährige Ehe und zwei Kinder waren das Resultat. Ebenso wie die Scheidung 1996. Im Film versucht vor allem Val Kilmer über den Status des lustigen Sidekicks zu kommen. Und das schafft er mit ein paar tollen Actionszenen auch gut. Joanne Whalley hingegen wird nie so richtig warm mit der Szenerie, hat aber dafür auch nicht genügend Szenen.

Auf den ersten Blick recht glatt, aber mit der Zeit unglaublich nervend sind die beiden Mini-Jäger, von denen einer immerhin von Kevin Pollack (Hostage, The Usual Suspects) dargestellt wird. Die beiden Plapperer werden mit inzwischen recht altmodisch anmutenden Spezialeffekten in Szene gesetzt und bald wünscht man sich jemanden, der die Winzlinge doch bitte vertrampeln könnte....

Fazit: Willow ist ein schöner 80er Jahre Fantasyfilm, der ein bisschen dunkel daherkommt und noch eine Prise mehr Humor vertragen hätte können. Ein sehr sympathischer Hauptdarsteller und ein lustig animiertes Monster lassen dennoch ein gutes Gefühl und ebensolche Unterhaltung aufkommen.

Die vorliegende Special-Edition hat ein paar schöne Features zu bieten. Ein nettes Making-Of mit vielen Kommentaren der Beteiligten, sowie ein kleiner Exkurs im "Morphen". Genau, denn wenn Willow seinen Zauberstab auspackt, dann sind die SFX-Spezialisten gefragt. Und das kriegt man auch zu sehen. Ist in Sachen Technik natürlich inzwischen richtig witzig. Der Audiokommentar von Warwick Davis höchstpersönlich ist anständig geglückt und bringt auch ein bisschen Hintergrundwissen zum Film ans Tageslicht. Die vielen TV-Spots und Trailer, sowie eine Bildergalerie schliessen das Angebot dann aber auch ab.

Das Bild ist leider teilweise verschmiert und hätte auch mal wieder eine Überarbeitung verdient. Der Ton ist akzeptabel, reisst aber keine akkustischen Bäumchen aus. Aber mit so was muss man halt rechnen, wenn der Film an sich auch schon über zwanzig Jahre auf dem Buckel hat.

/ muri

Kommentare Total: 2

pb

einige ganz fantastische szenen, fantastische James Horner Musik (eine seiner letzten ganz, ganz grossen) aber eine eher dürftige story. Lucas irgendwie damals schon auf dem absteigenden Storyast. dennoch, guck ich immer wieder gerne. das ding im kino war schon eine feine sache.

muri

Filmkritik: Babysitter im Mittelalter

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