Hairspray (1988)

Hairspray (1988)

  1. , ,
  2. 92 Minuten

DVD-Review: Gruss ans Ozonloch

Drogenschmuggel in den 60ern
Drogenschmuggel in den 60ern

Tracy Turnblad (Ricki Lake) ist klein, dick und hat den Groove im Blut. Sie will unbedingt in die Tanzshow von Corny Collins (Shawn Thompson), scheint aber aufgrund ihres Körperumfangs keine Chance als Tänzerin zu haben. Auch ihre Mutter Edna (Divine), ebenfalls mehr rund als gross, hat ihre Bedenken, will aber schlussendlich hauptsächlich das, was ihre Tochter glücklich macht.

Tracys Hartnäckigkeit wird belohnt und sie schafft den Sprung in die Tanztruppe, wo sie zur Konkurrenz der hochnäsigen Amber von Tussle (Colleen Fitzpatrick) wird. Diese versucht nun, zusammen mit ihrer Mutti Velma (Deborah Harry) dieser "Freakshow" ein Ende zu setzen und beginnt gemeine Sabotageversuche.

Pfundige Damen
Pfundige Damen

Gleichzeitig regt sich Widerstand im Lager der farbigen Tänzer. Die dürfen nämlich nur einmal im Monat ihren Sound und ihre Tänze in der Show vorstellen. Am sogenannten "Negro-Day". Das passt der dortigen Gastgeberin Motormouth Maybelle (Ruth Brown) zwar nicht in den Kragen, doch erst als Tracy sich auf ihre Seite stellt, fasst sie sich den Mut und führt eine Demonstration an, die den Machern der TV-Show beweisen soll, dass die Abgrenzung zwischen Schwarz und Weiss ein Humbug ist.

Durch diesen Auftritt an der Demo disqualifiziert sich Tracy allerdings selber für die Krönung der "Miss Autoshow" und muss das Feld ihrer Konkurrenz überlassen. Oder etwa doch nicht?

Grease war passé, Grease 2 (mit Michelle Pfeiffer) ging unter und die Zeit war reif für ein neues Musical. John Waters, seines Zeichens Trashkanone und verantwortlich für Filme wie A Dirty Shame oder Cry Baby, nahm die Herausforderung an und schuf mit Hairspray ein Musical, das die damalige Zeit aufhorchen liess. Nicht nur wegen den fetzigen Tönen, den hochtoupierten Frisuren oder weil der bekannte Travestiekünstler Divine als Mann eine Frau verkörpert. John Waters liess einmal mehr seinen Hang zum Trash durchsickern und nahm das Thema Rassentrennung auf humorvolle und lüpfige Weise auf die Schippe.

Natürlich ist inzwischen bekannt, dass das Musical danach am Broadway rauf und runter gespielt wurde, Preise absahnen konnte und 2007 ein Remake bekam. Musicalfans haben aus dem damaligen Stück einen Kult gemacht und so werden auch heute noch Aufführungen des Originalfilmes regelmässig zu Tanzparties in den Kinosälen. Ähnliches geschah ja mit der Rocky Horror Picture Show, nur sind da die Besucher sexier gekleidet.

Ricki Lake, damals ein Pummelchen mit grosser Stimme, durfte sich nach ihrer Hauptrolle in Hairspray noch ein paar Mal für John Waters vor die Kamera wagen. Auch in King of Queens hatte sie Auftritte und in der Neufassung darf sie immerhin im Studiopublikum sitzen. Grösste Bekanntheit erlangte sie aber als US-Talkshow-Moderatorin ihrer eigenen Sendung.

Desweiteren finden wir im Cast dieses Kultfilms bekannte Namen wie Sonny Bono, Pia Zadora, Deborah Harry und natürlich Jerry Stiller, der im Remake den "Mr. Pinky" gibt. Heraus ragt hingegen Divine, der sichtlich Spass hatte in seiner Frauenrolle und sogar noch als "Mann" in einer Sequenz zu sehen ist. Leider verstarb er kurz nach Beendigung der Dreharbeiten.

Fazit: Hairspray ist und bleibt eines der kultigsten Musicals, das auch heute noch mit guten Songs und einer schönen Portion Trash gute Laune verleiht und den Zuschauer nicht nur über die Kleider und die Turmfrisuren schmunzeln lässt. Wer als kein Problem hat, wenn die Darsteller von Lied zu Lied tänzeln, dann dürfte dieser Film auch für diejenigen einen Blick wert sein, die entweder nur das Remake gesehen haben oder noch gar nie was von Hairspray gehört haben.

/ muri