Beetlejuice (1988)

Beetlejuice (1988)

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  2. 92 Minuten

Filmkritik: Die Geister, die du rufst...

Heirat nicht ausgeschlossen!
Heirat nicht ausgeschlossen! © Warner Home Video

Barbara Maitland (Geena Davis) und ihr Mann Adam (Alec Baldwin) haben sich in ein kleines Städtchen zurückgezogen, um endlich einmal Zeit für sich selber und ihre Hobbys zu haben. Als sie von einem kleinen Einkaufstrip zurückkehren, weichen sie im Auto einem Hund aus und fallen durch die kleine Brücke in den Fluss. Beide sterben, aber halt nicht so ganz. Sie kehren als Geister in ihr Haus zurück und müssen dort nun über einhundert Jahre lang bleiben. Nun aber ziehen neue Mieter ein! Charles (Jeffrey Jones), die extravagante Gattin Delia (Catherine O'Hara) und ihr spirituell angehauchtes Töchterchen Lydia (Winona Ryder). Vor allem die Künstlerin Delia macht aus dem gemütlichen Haus der Maitlands eine abgehobene Kunstausstellung, was unserem Geisterpaar nicht in den Kram passt.

Tataaa!
Tataaa! © Warner Home Video

Nach einem Termin im recht bürokratischen Jenseits wird Barbara und Adam aufgetragen, die neuen Mieter doch via Spuk zu vertreiben. Das haut allerdings nicht so hin und kurz vor der endgültigen Verzweiflung erinnert sich das tote Paar an ein Inserat, das einen Bio-Exorzisten anpreist, den man, gemäss Jenseitsbüro, aber besser nicht engagieren sollte. Nichtsdestotrotz holen sich die Maitlands den schrägen Betlegeuse (Michael Keaton) ins Team, der bald beweist, warum man von diesem wilden und abgefahrenen Kerl besser die Finger lassen sollte.

Beetlejuice ist ein schöner Geisterfilm, in dem sich Tim Burton sichtlich ausleben konnte. In manchen Szenen ist es ein bisschen zuviel des Guten, aber auch dank der tollen Performance von Michael Keaton kriegen wir stetig etwas zu sehen und zu staunen. Was für Kreativität der gute Mann hier an den Tag legt, ist bemerkenswert. Da fallen ein paar Ungereimtheiten oder Längen in der Story nicht weiter auf. Beetlejuice ist und bleibt ein Klassiker. Nicht nur zu Halloween!

Michael Keaton startete seine Karriere in den späten Siebzigern mit kleinen Rollen in TV-Serien und bekam 1983 in Mr. Mom zum ersten Mal die Gelegenheit, sein Können einem breiteren Publikum zu zeigen. Der kleine Durchbruch klappte allerdings erst 1988, als er als durchgeknaller Beetlejuice unter der Regie von Tim Burton seinen ersten Kassenerfolg verbuchen konnte. Kurz darauf holte Burton den Mann für Batman wieder vor die Kamera und die Karriere nahm ihren erfolgreichen Lauf. Dass Keaton mit zunehmendem Alter immer besser wurde, beweisen Birdman oder sein Auftritt als «Geier» in Spider-Man: Homecoming.

Beetlejuice aber ist eine ganz andere Art von Film, denn hier durfte sich Regisseur Tim Burton in seinem Spielfilmdebüt so richtig aus seinem verdrehten Verstand bedienen - mit Stop/Motion-Technik bei den Monstern, einer schrägen Vision des Afterlife-Büros und natürlich der düsteren, nervigen, aber auch unglaublich unterhaltsamen Titelfigur, in der Michael Keaton vielfach improvisierte und sich kaum an Textvorgaben hielt. Das Resultat ist eine Figur, die durchgeknallt macht, was sie will und dabei so manche Zweideutigkeiten ablässt. Witzigerweise hat der Hauptcharakter in «seinem» Film nur ganze 17 Minuten Screentime und taucht auch erst dann auf, wenn die Geschichte sich dem Ende nähert. Trotzdem ist Beetlejuice als Charakter Teil der Popkultur geworden.

Natürlich läuft Beetlejuice auch vor dem Auftauchen des Bio-Exorzisten schön rund. Das liegt vor allem daran, dass sich Alec Baldwin und Geena Davis in ihren Rollen wunderbar entwickeln und Winona Ryder das gruftige Töchterchen mit viel Hingabe gibt. Auch das Duo Catherine O'Hara und Jeffrey Jones funktioniert, wobei natürlich die Harry-Belafonte-Szene am Esstisch regelrecht Kult geworden ist («Day-o, day-o, Daylight come and me wan' go home»...)

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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