The Running Man (1987)

The Running Man (1987)

Running Man
  1. ,
  2. 101 Minuten

DVD-Review: It's Showtime

Nein, das ist kein Nazgûl
Nein, das ist kein Nazgûl © Studio / Produzent

Wir schreiben das Jahr 2019, die Rohstoffe sind knapp und die Zivilbevölkerung wird vom Militär mit eiserner Faust unter Kontrolle gehalten. TV-Shows, Kunst und Freizeitaktivitäten sind durch den Staat kontrolliert und zensiert. Wenn dies nicht reicht, um die Bevölkerung ruhig zu halten, werden Soldaten wie Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) eingesetzt. Als Richards den Befehl erhält, auf unbewaffnete Menschen zu schiessen, führt er den Auftrag jedoch nicht aus und wird wegen Befehlsverweigerung ins Gefängnis geworfen. Dort gelingt ihm in Zusammenarbeit mit ein paar Knastfreunden, achtzehn Monate später die Flucht.

Game Over
Game Over © Studio / Produzent

Als sich Richards im Appartement seines Bruder für die Reise bereit machen will, stellt sich heraus, dass dieser vor einiger Zeit verhaftet wurde und jetzt Amber (Maria Conchita Alonso) dort wohnt. Richards nimmt sie als Geisel und will so aus den USA fliehen. Doch am Flughafen verrät ihn Amber an die Polizei, und er wird verhaftet. Kurze Zeit später wacht Richards in einer Zelle auf und erhält von Damon Killian (Richard Dawson) - dem Moderator der beliebten TV-Show "The Running Man" - das Angebot, in der Show mitzuspielen und so das Leben seiner Knastfreunde zu retten. Richards akzeptiert und nimmt an der Show teil. Doch Killian hält sein Wort nicht, er schickt Richards Freunde mit ihm in die Kampfarena. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, denn die Jäger setzen alles daran, dass kein Mitspieler der Running Man-Show das Spielfeld lebend verlässt...

Running Man hat das klassische Szenario eines Endzeitfilmes - altbewährt und immer wieder gut. Er überzeugt nicht nur mit einer glaubwürdigen Umsetzung, er bietet auch bösartige Action und herrliche Unterhaltung mit viel sadistischem Humor.

Running Man beschäftigt sich, im Gegensatz zu anderen Endzeitfilmen, kaum mit den eigentlichen Problemen und Leiden der Zivilbevölkerung. Er fokussiert sich primär auf die titelgebende TV-Show "Running Man" und auf die wüsten Machenschaften hinter der Bling Bling-Fassade. Die Quoten haben die höchste Priorität, und es bereitet keine grossen Probleme, mehrere Menschenleben für eine höhere Bewertung zu opfern. Dies und auch die Organisation der Show sind sehr glaubwürdig umgesetzt. Während im Studio und vor den Bildschirmen die Leute jubeln, läuft im Hintergrund der gnadenlose Fleischwolf. So wird ein sehr düsteres Bild der Zukunft gezeichnet, welche voll auf die Beeinflussung der Zuschauer ausgerichtet ist und selbst Omas bei den schlimmsten Blutorgien begeistert klatschen lässt. Wer von Filmen wie Starship Troopers oder Robocop angetan ist, wird auch an Running Man seine Freude haben, denn hier kommt ebenfalls der bitterböse Satirehumor zum Zug, der die genannten Filme auszeichnet.

Running Man ist eine sehr lineare Angelegenheit, bei der klar darauf gewichtet wird, eine möglichst kaputte Welt zu zeigen, in der die Zivilbevölkerung hoffnungslos unter ständiger Überwachung und Beeinflussung dahinvegetiert. Schwarzenegger zeigt aufs Neue, dass er eine starke Leinwandpräsenz hat, wirkt aber als gehetztes Opfer sehr ungewohnt und auch streckenweise unbeholfen. So findet man sich - wie auch die Zuschauer der TV-Show - zwischen dem Opfer Richards und den Stalker, welche ihn durch die Spielzone jagen, hin- und hergerissen. Während man zu Beginn noch Freude an den Jägern hat, wie sie als völlig überzeichnete Comicfiguren auf Schwarzenegger losgehen, schlägt man sich immer mehr auf seine Seite und freut sich diebisch, wenn es wieder einer der Jäger erwischt.

Obwohl das Szenario an sich sehr überzeugend ist, wirkt das Finale wiederum sehr bemüht einfach konstruiert. Schwarzenegger wird im Vergleich zu Total Recall kaum gefordert und neben einigen obercoolen Onelinern kann er wenig von sich geben. Schwarzeneggers Kumpel, die mit ihm in der Kampfzone sind, wirken schnell wie Frischfleisch, welche nur mitgeschickt werden, damit mehr Blut gezeigt werden kann. Einzig Damon Killian alias Richard Dawson kann als skrupelloser Moderator überzeugen. Das Bunny Maria Conchita Alonso wirkt genau so lächerlich wie deplatziert, und wurde wohl nur mitgezogen, damit das männliche Publikum etwas anzuschauen hat.

Fazit: Running Man basiert zwar grob auf einem Stephen King-Roman, ist jedoch klar ein Actionfilm aus den 80er, der deutlich die Signatur von Schwarzenegger trägt. Schwarzenegger wirkt in der ungewohnten Rolle als Opfer eher unsicher und liefert ansonsten das Gleiche ab wie in Phantom Commando. Trotz allem kann sich Running Man mit seinem gelungenen Szenario, dem tiefschwarzen satirischen Humor und der reisserisch inszenierten TV-Show von den stumpfen Ballerorgien abgrenzen und durchaus überzeugen. Insgesamt sicher ein gelungener Endzeitstreifen, der trotz des billigen B-Movie-Looks unterhaltsame, kurzweilige und brutale Action bietet.

Die DVD enthält die ungeschnittene Version von Running Man, welche einige Splatterszenen enthält, die auf den anderen Versionen fehlen. Diese werden jedoch zu einem hohen Preis erkauft, denn die Bildqualität ist - um es mild auszudrücken - unter aller Sau. Unscharf, völlig farblos, zeitweise kann man wegen des Schnees kaum etwas erkennen. Bonusmaterial sucht man vergebens, und der Ton wird in einer gleich schlechten Qualität wie der Film geboten. Tragisch, dass so eine DVD überhaupt auf den Markt kommt.

/ db

Kommentare Total: 5

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Die Grundidee ist recht interessant. Aber die Action wurde so plump und vorhersehbar inszeniert, dass The Running Man nicht über ein 0815 Actionstreifen hinauskommt.

pb

gab auch schon eine deutsche verfilmung.
und die hier ist extrem trashig.

euros

Glaub die Verfilmung der Story gabs schon Ende 70ger-Anfang 80ziger aus Frankreich.
Kann mich noch so vage an ne Tv-Show, mit Helikopter aus dem die Verfogten abgeknallt werden, erinnern.

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