Overboard (1987)

Overboard (1987)

Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser
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  2. 106 Minuten

Filmkritik: Geld spielt keine Rolle!

Life is good
Life is good

Die reiche und verwöhnte Millionärsgattin Joanna (Goldie Hawn) schippert mit ihrer Yacht in einen kleinen Hafen und beauftragt den Tischler Dean (Kurt Russell), ihr einen neuen Schuhschrank zu bauen. Dieser ist bald angewidert von der herrischen Art der Dame, nimmt aber den Job wegen Geldmangels gerne an. Leider benutzt er für den Schrank anscheinend das falsche Holz, weshalb ihm Joanna die Zahlung verweigert und ihn am Ende noch über Bord schubst. Als sie in der gleichen Nacht an Deck ihren Ehering sucht, verliert sie das Gleichgewicht und plumpst ins Wasser, aus dem sie am nächsten Morgen gezogen wird - ohne Erinnerung notabene.

Was wetsch?
Was wetsch?

Als Dean das Foto der Frau im Fernsehen sieht, will er die Chance am Schopf packen. Er braucht nämlich nicht nur dringend eine weibliche Hand im Haus, sondern auch ein Kindermädchen für seine vier Jungs, um nicht noch grössere Probleme mit der Schulbehörde zu bekommen. So holt er mit viel Geschwindle die verwirrte Joanna zu sich ins Haus, lädt ihr allerhand Arbeiten auf und amüsiert sich ab ihrer anfänglichen Unfähigkeit, diese zu erledigen. Je länger der Schwindel aber läuft, desto näher kommen sich Millionärin und Tischler, und als ihr realer Gatte auftaucht, muss sich Joanna für ein Leben zwischen Liebe und Geld entscheiden.

Overboard war schon in den Achtzigern keine riesige Nummer, lebt aber von Sympathie und Herz. Auch heute noch, über 30 Jahre danach, mag man dem Geschehen gerne folgen und amüsiert sich ab der tollpatschigen Goldie und dem coolen Kurt. Die beiden präsentieren sich als optimales Team und bringen die witzige Story sicher in den finalen Hafen. Happy End inbegriffen.

Der 2016 verstorbene Garry Marschall hatte in den Achtzigern und Neunzigern ein gutes Händchen für romantische und leichte Komödien. Filme wie Pretty Woman und Runaway Bride lockten die Zuschauer massenweise ins Kino und zementierten diesen Ruf. Eine seiner früheren Komödien war Overboard mit Goldie Hawn und Kurt Russell, die nicht nur im Film zusammenfanden, sondern seither auch im Privatleben ein Paar sind.

Overboard bietet die klassische Konfrontation verschiedener Gesellschaftsschichten, ohne gross auf deren Bedeutung einzugehen. Man nimmt die beiden Rollen an, vermischt sie ein bisschen und zieht den Humor und witzige Sequenzen vor allem aus der Tatsache, dass die reiche Schicht in der «normalen» scheinbar nicht bestehen kann. Goldie Hawn schafft dabei den Sprung von der Zicke zur liebenswerten Mutti problemlos und mit viel Sympathie. Gegenpool Kurt Russell wiederum spielt sich mit seiner sympathischen und «rauhen» Art sowieso in die Herzen der Zuschauer.

Inhaltlich folgt Overboard natürlich einem solide vorgelegten Weg, lässt dabei aber noch Platz für witzige Nebenfiguren und lebt hauptsächlich vom optimalen Zusammenspiel seiner Stars. Etwas, das man in der Neufassung von 2018 vergeblich sucht...

/ muri