The Fly (1986)

The Fly (1986)

Die Fliege
  1. ,
  2. , ,
  3. 96 Minuten

DVD-Review: *summsumm*

Fliegen küssen gut
Fliegen küssen gut © Studio / Produzent

Beamen ist cool. Das Teleportieren einer Masse von Punkt A zu Punkt B. Das würde das Reisen total überflüssig machen und somit die Welt revolutionieren. Das denkt auch der Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) und hat so zwei "Designer-Telefonzellen" bei sich im Labor stehen. Dazu überredet er die hübsche Journalistin Veronica (Geena Davis) sich das Ganze mal genauer anzuschauen.

Beim ersten Versuch ists noch ein Strumpf der Dame, der sich optimal rematerialisiert. Beim zweiten Versuch, diesmal sitzt ein lebendiger Affe im Gerät, gibts ne blutige Sauerei. Seth bittet Veronica, den ganzen Vorgang journalistisch zu begleiten und die stellt sich dann brav hinter die Kamera und fängt an zu filmen.

Wer braucht schon Fingernägel
Wer braucht schon Fingernägel © Studio / Produzent

Ein weiterer Test mit einem Steak glückt und selbst der zweite Affe kraxelt gesund aus dem Transporter heraus, nach dem er sich de- und wieder rematerialisiert hat. Im Sog der Euphorie mag Seth nicht mehr länger warten und will den Versuch mit einem Menschen wagen. Natürlich grad mit sich selber. Was er allerdings nicht bemerkt, ist die kleine Fliege, die sich dummerweise in die Verbindung einmischt.

Der scheinbar erfolgreiche Test zieht einige merkwürdige Veränderungen an Seth mit sich. Er turnt wie ein Verrückter durch die Wohnung und stundenlanger Sex mit Veronica steht nun auch auf dem Programm. Dass er aber Unmengen von Zucker isst und sich borstenähnliche Haare an seinem Rücken zeigen, wird Veronica misstrauisch.

Da geh ich ja die Wand hoch!
Da geh ich ja die Wand hoch! © Studio / Produzent

Sie lässt die Borsten untersuchen und merkt, dass sich Seth langsam aber sicher in eine Fliege verwandelt. Der will diesem abstrusen Vorwurf nichts abgewinnen, entwickelt ungeahnte geistige Umnachtungen und krabbelt weiterhin die Wände hoch. Doch die Mutation wird schlimmer und bald schon ist aus dem netten und attraktiven Wissenschaftler ein ekliges Fliegenviech geworden, das zur Gefahr für die Menschen wird.

Vincent Price steht mit seinem Namen für klassischen Grusel aus den guten alten Zeiten von Hollywood. Die Originalversion von The Fly war nur einer davon. Damals erzählte man die Geschichte eines Mannes, dessen Kopf mit demjenigen einer Fliege ausgetauscht wurde und der seinen menschlichen Kopf dafür auf dem Körper einer Fliege fand. Die Version von David Cronenberg geht das Thema etwas anders an und hat sich durch die Jahre zu einem Kultfilm entwickelt, der 1987 sogar mit einem Make-Up-Oscar ausgezeichnet wurde.

Der Film hält sich glücklicherweise nicht lang mit irgendwelchen Vorgeschichten auf, sondern zeigt schon nach ein paar Minuten die verhängnisvollen Teleportationskammern. Die ersten Tests (mit blutigem Resultat) passieren auch bald und der Film wird richtig schön lanciert. Und sobald der gute Jeff Goldblum selber in die Kammer steigt, nimmt auch der Gruselfaktor stetig zu, bis man sich im Finale bewiesen bekommt, dass der damalige Oscar richtigerweise an diesen Film ging.

Zwei junge und bis dahin noch nicht gross erfahrene Schauspieler durften die beiden Hauptrollen übernehmen. Jeff Goldblum spielt hervorragend und verliert auch in der schwierigsten Lage nicht seinen Sinn für Sarkasmus. So richtig auf den grossen Durchbruch musste der Lange dann aber bis 1993 warten, als er in Jurassic Park endlich und verdienterweise sich der Masse in Erinnerung rufen konnte. Seine Filmpartnerin Geena Davis mischelte zwar schon in Tootsie mit, konnte aber immerhin nach dem hier besprochenen Film noch ein paar Mal schön auf der Leinwand gesehen werden. Inzwischen scheint sie sich mehrheitlich für TV-Rollen zu interessieren.

Fazit: The Fly ist ein stimmungsvoller und teilweise recht ekliger Gruselfilm, der für einmal eine sehr interessante Geschichte erzählt und am Schluss auch für die Hartgesottenen etwas zum gucken gibt. Ein interessantes Thema, ein guter Film und für Regisseur David Cronenberg ein weiterer Schritt zum ganz grossen Meister hin. Einzelne, ein wenig gar blöde Szenen, verzeiht man drum gern.

Die DVD hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel, bietet aber mit vielen Interviews der Beteiligten eine schöne Erinnerung an die damalige Zeit. Die damals noch jungen Akteure haben sichtlich Spass daran, von den Dreharbeiten zu erzählen und im ausführlichen Making-Of kriegt man ausserdem ein paar Szenen zu sehen, welche die Dreharbeiten in einem recht sympathischen Licht erscheinen lassen. Der Trailer zum Film macht den Abschluss.

Die deutsche Synchroversion tönt ein bisschen gar dumpf, während die Originalfassung sauber und klar daherkommt. Das Bild ist zollt hingegen dem Alter des Films Tribut und lässt die ansonsten gewohnte Qualität vermissen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. facebook
  5. Instagram
  6. Website

Kommentare Total: 2

()=()

Sehr interessanter und tragischer Film, welcher vor allem in der letzten halben Stunde mächtig aufdreht. Besonders Jeff Goldblums Verwandlung zur Fliege fand ich schlichtweg Genial.

muri

DVD-Review: *summsumm*

Kommentar schreiben

Trailer Englisch, 02:04