An American Tail (1986)

An American Tail (1986)

Feivel, der Mauswanderer
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  2. 80 Minuten

Filmkritik: In the lääänd of the freee ...

Tanzen geht immer!
Tanzen geht immer! © Universal Pictures Germany. Alle Rechte vorbehalten.

Im eiskalten ukrainischen Winter kämpft die Mausfamilie Mousekewitz ums Überleben. Die Temperatur ist allerdings nur ein Teil des Problems, die Katzen sind das grosse Übel. Um dieser Bedrohung zu entkommen, will Vater Mousekewitz mit Gattin, Tochter Tanya und Klein-Maus Feivel nach Amerika auswandern. Denn neben all der Freiheit und den Träumen, die es dort ohne Ende geben soll, sei das Land vor allem eins: katzenfrei. Bei einem stürmischen Unwetter fällt der kleine Feivel über Bord, womit die Reise in eine schönere Zukunft einen herben Dämpfer erleidet.

Cooler Kumpel!
Cooler Kumpel! © Universal Pictures Germany. Alle Rechte vorbehalten.

Die Ankunft in New York ist bald geschafft. Während die Familie sich nun an die neuen Begebenheiten zu gewöhnen versucht, ist auch Feivel in einer Flasche angeschwemmt worden. Auf sich gestellt, landet der kleine Mausjunge auf der Strasse, wo er zwar Freunde findet, aber eben ohne seine Familie überleben muss. Und trotz allen Versprechungen werden auch hier Katzenangriffe immer häufiger. So organisieren sich die Mäuse und wollen einen Gegenschlag ausführen. Doch dazu müssen die kleinen Tierchen über sich hinauswachsen. Und vielleicht findet Feivel durch diese Aktionen auch seine Familie wieder?

An American Tail ist sicherlich ein wunderschöner Film, die Figur des Feivel ist total süss und trifft mitten in die Herzen der Zuschauer. Das ganze Drumherum hingegen hinkt vergleichbaren Produktionen etwas hinterher. Vor allem bei der Auflösung der Story, dem grossen Finale und den Entwicklungen der Figuren müssen Abzüge gemacht werden. Trotzdem ist dieser Film sicher mal wieder einen Blick wert.

Don Bluth ist ein US-Animationsspezialist, der 1959 als erste grössere Arbeit Sleeping Beauty für Disney umsetzen durfte. Er schaffte es, für einige Disneyklassiker (u. a. Robin Hood) an Bord zu bleiben, konzentrierte sich aber in den späten 70er-Jahren auf eigene Produktionen. Anspruchsvollere und eher für Erwachsene konzipierte Animationsfilme wie The Secret of NIMH oder auch An American Tail sorgten für Aufsehen und liessen Blunt einigen Erfolg einstreichen.

So ist denn An American Tail kein lustiger Animationsfilm, den man aufgrund des mega herzigen Titelmäuschens erwarten könnte, sondern ein Einwandererdrama, das düster und actionreich daherkommt. Der Anfang in der bitterkalten Ukraine, die dramatische Überfahrt mit dem Verlust des kleinen Sohnes und die Probleme im neuen Land, das so viel Freiheit und Freude versprach, aber davon nicht wirklich was halten kann: Aus diesem Stoff sind für gewöhnlich keine Kinderfilme geschnitzt, sondern ernsthafte Dramen. Trotzdem wird An American Tail mit einer Freigabe ab sechs Jahren als Familienfilm verkauft, wobei wohl für einmal die Kids nicht ganz so gut unterhalten werden wie die Erwachsenen.

Dass die Geschichte von An American Tail in New York neuen, zweiten Schwung bekommt, ist angenehm. Etwas Auflockerung durch neue Freunde, witzige Gesellen und (natürlich) auch den einen oder anderen Song helfen dem Film über die doch etwas gar garstige Grundstimmung hinwegzukommen. Allerdings merkt man hier Macher Bluth etwas an, dass diese leichten und lüpfigen Sequenzen nicht ganz seine Spezialität sind. Auch bei den Nebenfiguren - bei Disney fast immer heimliche Höhepunkte - humpelt Bluth etwas hintennach - seine Buchhalter-Kakerlake nervt schon bei ihrem ersten Auftritt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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