Down by Law (1986)

Down by Law (1986)

Down by Law - Alles im Griff
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  3. 107 Minuten

DVD-Review: I sceam, you scream, we all scream for Ice Cream.

Wer hat gefurzt?
Wer hat gefurzt? © Studio / Produzent

In New Orleans leben zwei Taugenichtse. Zack (Tom Waits) ist ein DJ, der gerade von seiner Freundin (Ellen Barkin) auf die Strasse gestellt wurde. Zumindest seine Lieblingsschuhe konnte er retten. Jack (John Lurie) ist ein Zuhälter, der seine Frauen nicht schlägt. Vielleicht weil er zu träge ist. Die beiden werden fies gelinkt. Zack schmuggelt von ihm selber unbemerkt eine Leiche im Kofferraum, als er von der Polizei aufgegabelt wird. Und Jack wird ein minderjähriges Mädchen untergejubelt und er kommt mit Verdacht auf Pädophilie in Gewahrsam. Der Zufall will es, dass Jack and Zack in derselben Gefängniszelle landen.

Darin wird kurze Zeit später auch der italienische Tourist Roberto (Roberto Benigni) eingeschlossen. Eine auf englisch radebrechende Frohnatur, die aber als einzige wirklich schuldig ist. Mord beim Kartenspiel war sein Vergehen. Nach ein paar Wochen in der Zelle, gelingt dem Trio die Flucht in die Sümpfe Louisianas...

Down by Law ist einer der vielen Kultfilme von Jim Jarmusch. In wunderschönem schwarzweiss wird darin die Langsamkeit zelebriert, mit minimalsten Mitteln Humor erzeugt und alle Szenen, in denen Action passieren könnte, geflissentlich vermieden. Es ist wahrscheinlich, der einzige Prisonbreakfilm, bei dem man nie erfährt, wie die Jungs eigentlich genau ausgebrochen sind.

Die wirklich zähe Handlung wird für viele ein Problem darstellen. Aber wer sich auf den Film einlässt, wird seine Freude daran haben. Benigni, der hier glücklich hopst und in "English" quasselstrippt, als hätte er den Oscar schon damals gewonnen, ist um einiges angenehmer, als wenn er sich selber als Regisseur inszeniert in seinen italienischen Filmen. Mit seiner Art wirkt er wie die Antithese zur allgemeinen Trägheit des Films. Die obercoolen Sänger Lurie und Waits, können fast nicht anderes, als den komischen Kauz ins Herz schliessen. Ein spezielles Vergnügen sind die beiden Amerikanerinnen Barkin und Timothea in den weiblichen Nebenrollen. Deren Auftritte sind in meiner Erinnerung an dem Film verblasst. Um so grösser die Freude beim Wiedersehen.

Down By Law fand als DVD Einzug in die ehrenswerte Criterion Collection und ist so mit Leichtigkeit einer der besten DVD-Veröffentlichung eines Jarmusch-Films überhaupt. Die Doppel-DVD umfasst Scheibe 1 mit dem Film und einem Kommentar vom Regisseur. Der ist nicht zuschaltbar während des Films, sondern übers Menu anwählbar, indem man verschiedene Themen selektioniert, zu denen sich dann Jarmusch äussert. Normal während dem Film geniessen lassen sich der isolierte Score und die französische Synchro, bei der Benigni seine Rolle selber spricht. Jarmusch äussert sich zur französischen Sprachfassung auf der DVD so, dass er allgemein gegen Synchros ist, aber hier eine Ausnahme machte, weil Benigni Französisch sprechen kann.

Auf Scheibe 2 hat es dann Goodies, die einem ein Wochenende lang auf Trab halten. Sechzehn Outtakes, verschiedene Interviews mit seltsamen Audiokommentaren (desöfteren vom Cannes Festival 1986, wo der Film lief), und 40 Minuten an Antworten, die Jarmusch via Mail an Criterion gestellt werden konnten. Auch drei Telefonanrufe zwischen Jarmusch und seine Hauptdarstellern konnte für die DVD aufgetrieben werden. Bild und Ton sind wie nicht anders zu erwarten bei einer Criterion Spitzenklasse. Die deutsche Arthouse-DVD soll aber leicht besser sein.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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Kommentare Total: 3

El Chupanebrey

Rein nach Definition müsste Down By Law ein Scheissfilm sein: er ist teilweise gewollt in die Länge gezogen, sträubt sich gegen jegliche Konventionen und hat vielleicht sogar noch eine semidepressive Grunmdstimmung. Trotzdem ist Jim Jarmuschs Film ein Meisterwerk sondergleichen. Die Absurdität des Filmes, die unterschiedlichen Charaktere und das tolle Drehbuch sind da die Hauptgründe dafür. Ausserdem fand ich es schön, dass der Film in Schwarz/Weiss gedreht wurde.
Roberto Benigni, Tom Waits und John Lurie wachsen einem so ans Herz, dass man gar nicht will, dass der Film einmal endet, auch wenn so gut wie nichts passiert. Down By Law erscheint mitunter wie ein Film von Aki Kaurismäki oder ein Buch/Stück von Samuel Beckett.

Ich liebe Down By Law und habe ihn wohl nicht das letzte Mal gesehen.
5,5 Sterne, die ich hier aufrunde.

"Do you like Walt Whitman? Yes, I like Walt Whitman!" 😄

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-05-30 18:54:56]

psg

Wunderbarer Film: schräg, lustig und intelligent. So müssen Filme sein. Ich sage nur: I scream, you scream, we all scream for Ice Cream!
Roberto Begnini hat einen tollen Monolog und ist in jeder Szene symphatisch (If looks could kill, I am a-dead now.).

rm

DVD-Review: I sceam, you scream, we all scream for Ice Cream.

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