Fright Night (1985)

Fright Night (1985)

Die rabenschwarze Nacht
  1. ,
  2. 106 Minuten

Filmkritik: "Oh, you're so COOL, Brewster!"

Knoblauch: Check. Kruzifix: Check.
Knoblauch: Check. Kruzifix: Check. © Studio / Produzent

Charley Brewster (William Ragsdale) staunt nicht schlecht, als er von seinem Zimmerfenster aus beobachtet, wie sein neuer Nachbar Jerry Dandridge (Chris Sarandon) und sein Gehilfe einen Sarg in den Keller des neuen Zuhauses transportieren. Seine Freundin Amy (Amanda Bearse) glaubt dem High-School-Schüler zuerst kein Wort, da Charley in die Horror-TV-Show "Fright Night" mit dem fiktiven Vampirjäger Peter Vincent vernarrt ist und offensichtlich nur fantasiert. Als in den nächsten Tagen Leichen gefunden werden, wird Charley immer misstrauischer und beobachtet mit seinem Fernglas jegliche Bewegungen von Dandridge.

Facelifting kann gefährlich sein.
Facelifting kann gefährlich sein. © Studio / Produzent

Als ihm sein Kollege "Evil Ed" (Stephen Geoffreys) sagt, dass er sich mit Knoblauch und Kruzfix vor dem angeblichen Vampir schützen kann, verschanzt sich Charley in seinem Zimmer. Schade nur, dass seine Mutter den neuen Nachbaren und Vampir bereits zu einem Willkommensdrink ins Haus eingeladen hat. Charley sieht keine andere Möglichkeit, als Peter Vincent im Hilfe zu bitten, damit sie zusammen den Kampf gegen den Vampir aufnehmen können. Der fiktive Vampirjäger glaubt zuerst, Charley sei völlig übergeschnappt und lässt sich erst auf Drängen von Amy auf einen Deal ein...

Tom Hollands Regieerstling Fright Night ist ein modern-urbanes Vampirschauermärchen, angereichert mit hipper Achtzigerjahre-Discomusik, frechen Sprüchen und liebevoll platzierten Verweisen an weitere Genreklassiker. Das perfekt harmonierende Cast macht die Mischung aus Horror und Humor zu einem bissigen Kultschmaus, den man in seinem Leben mindestens einmal gesehen haben muss.

Wer sich für Vampirfilme interessiert, wird früher oder später auf den Kultklassiker Fright Night stossen. Damit ist nicht das farblose Remake mit Colin Farrell gemeint, sondern das mit Discomusik vollgepumpte, irrwitzige Original von Tom Holland (Chucky). Und wer sich einmal in den hypnotisierenden Augen von Chris Sarandon verloren hat, wird verstehen, warum der Film jeden einzelnen Stern wert ist.

Trotz beschränkter Produktionsmittel und fehlender Beachtung des Studios wurde Hollands Regieerstling der Sommerhit des Jahres 1985 und galt für das Genre fortan als wegweisend. Die handgemachten Spezial-Effekte wurden zum Markenzeichen der damaligen Zeit. Urban, hipp und trotzdem schaurig: Der New Yorker schaffte den Spagat zwischen Horror und Humor und hob den verstaubten Vampirfilm auf ein neues Level. Joel Schumacher konnte zwei Jahre später mit The Lost Boys von diesem Wandel profitieren.

Neben dem exzellenten Drehbuch weist Fright Night ein höllisch gutes Cast auf: Chris Sarandon besitzt als charmanter Vampirnachbar eine magische Leinwandpräsenz, William Ragsdale wächst vom ängstlichen High-School-Jungen zum selbstbewussten Vampirjäger, und Roddy McDowall bringt mit seiner Mimik die Portion Satire in den Horrorschmaus. Holland spielt gekonnt mit den Klischees, die Amanda Bears als Freundin und Stephen Geoffreys als nerdiger Kumpel verkörpern dürfen.

Doch Fright Night wäre nur halb so cool ohne den Soundtrack: sei es "Good Man In A Bad Time" während der legendären Club-Szene, der Titelsong "Fright Night" oder die Ballade "Come To Me" zu einer der Schlüsselszenen des Films. Man erkennt sofort, wie sehr dieser Stil Joss Whedon für Buffy inspiriert hat. Zum Glück hat sich Tom Holland wenige Jahre später vom lieblosen Sequel Fright Night Part 2 distanziert, welches in keinem Vergleich zum Original steht.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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