Die unendliche Geschichte (1984)

Die unendliche Geschichte (1984)

  1. , ,
  2. ,
  3. 102 Minuten

DVD-Review: this book is not safe!

Der zehnjährige Bastian (Barrett Oliver) ist ein eher als schüchtern und schwächlich zu bezeichnender Bücherwurm, der an der Schule deswegen gequält und gehänselt wird. Sein Vater hat nur wenig Verständnis für seine Leidenschaft und fordert ihn auf, endlich mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen und sich mehr in der Schule einzusetzen.

Hmm wer hat schon wieder nicht aufgeräumt?
Hmm wer hat schon wieder nicht aufgeräumt? © Studio / Produzent

Auf dem Weg zur Schule, wo er wiederum von seinen Peinigern abgefangen wird, sucht er Schutz in einem Bücherladen. Dort trifft er mit einem geheimnisvollen Bücherhändler zusammen, der ihm von einem ganz speziellen Buch erzählt. Es gibt dem Leser nicht nur das Gefühl, er erlebe die Geschichte mit, sondern er ist Teil der Geschichte. Bastian beschliesst kurzerhand, das mysteriösen Buch auszuleihen. Er zieht sich auf den Dachboden der Schule zurück, um es zu lesen zu beginnen.

Da hilft keine Kosmetik mehr
Da hilft keine Kosmetik mehr © Studio / Produzent

Er erfährt, dass das Land Phantasien, das Reich der Kindlichen Kaiserin (Tami Stronach), in höchster Gefahr schwebt. Der junge Atreju (Noah Hathaway) ist der Einzige, der das Land und die Kaiserin retten kann. Also macht Atreju sich auf, um nach der Heilung zu suchen, von der er selber keine Ahnung hat, wer oder was es ein könnte. Sein Weg führt durch das weite Phantasien, das genau so mysteriös wie gefährlich ist. Und bald verschwimmen auch für Bastian die Grenzen zwischen Realität und Fiktion...

Wie auch Stephen King bei Shining, distanzierte sich Michael Ende noch bevor Die unendliche Geschichte in den Kinos anlief, von der Produktion. Er erwartete eher ein Märchen als den Blockbuster den Regisseur Wolfgang Petersen abgeliefert hat. Dennoch wurden beide Filme ein Erfolg und auch wenn einige wichtige Elemente aus dem Buch weggelassen wurden, hat Die Unendliche Geschichte aus den Kapiteln, welche adaptiert wurden, eine sehr gelungene und auch liebevolle Fantasy-Geschichte abgeliefert.

Bis heute ist aus der Unendlichen Geschichte-Vorlage eine Trilogie entstanden, doch der erste Teil ist mit Abstand der einzige, der den Kern des Buches am besten eingefangen und das Land Phantasien am treusten umgesetzt hat. Dabei hat sich Petersen bemüht, nicht nur den Elfenbeinturm möglichst schön zu gestalten, sondern auch die verschiedenen Figuren ebenso liebevoll auszuarbeiten und so wurde der kultige Glücksdrache Fuchur, mit seinen Schwarzen Kulleraugen, schnell zum Markenzeichen der Serie. Das Alter sieht man dem Film natürlich auch an und auch wenn viele Szenen sehr gut umgesetzt sind und auch Zeitlos wirken, ist einiges auch sehr angestaubt. Doch dies stört nur wenig, denn wenn man dem tollpatschigen Felsenbeisser zusieht, vergisst man sehr schnell, dass es sich hier um eine Puppe handelt.

Unter der Leitung von Wolfgang Peterson entstand ein zauberhaftes Märchen, das nicht nur mit einer guten Story sondern auch mit malerisch, bezaubernden Bilder und einer für die damalige Zeit, absolut realistische Fantasiewelt überzeugen kann. Die beteiligen Schauspieler liefern durchwegs sehr gute Arbeit ab und im Gegensatz zu vielen Kinderfilmen, gehen sie hier nie auf die Nerven, sondern verkörpern ihre Charaktere sehr gut. Obwohl die Story eher Road-Movie-mässig daherkommt, entführt sie den Zuschauer in eine Welt, die genau so vielseitig ist, wie die Personen, die Atreju auf seiner Reise antrifft und keine Minute langweilig wird.

Fazit: Ein Klassiker auf seinem Gebiet, der eine vielseitige und spannende Geschichte erzählt und bis auf einige angestaubte Effekt-Szenen zeitlos daherkommt. So bleibt Die Unendliche Geschichte ein Fantasy-Erlebnis der anspruchsvolleren Sorte, welches um Meilen besser ist, als die darauf folgenden Sequels, welche nur noch die nicht verwendeten Reste der Vorlage zusammengekratzt und daraus eine neue Geschichte gebastelt haben.

Die getestete Standard-Edtion DVD (eine Neuauflage der 1998 erstmals erschienenen Ausgabe) wird dem Film leider nicht ganz gerecht. Sie bietet neben der deutschen Originalversion nur die veramerikanisierte Version als Bonus. Bei der US-Filmversion wurden acht Minuten herausgeschnitten und beinahe komplett mit einem anderen Soundtrack unterlegt. Die geschnittenen Minuten sind hauptsächlich in ergänzenden Szenen zu finden, die etwas mehr Tiefe in die Story gebracht haben. Neben dem Umschneiden ganzer Szenen wurde Bastians Part in der Realität gekürzt, das Intro geändert. Interessanterweise hat die US-Version eine um einiges bessere Bildqualität als die Deutsche Version, was sich vor allem in den Special Effekt Szenen stark bemerkbar macht.

/ db

Kommentare Total: 2

El Chupanebrey

Ist ein wirklich netter Film und eine gute Umsetzung des Buches. Hat zwar seine Längen, doch er ist durchaus sehenswert.

db

DVD-Review: this book is not safe!

Kommentar schreiben