Christine (1983)

Christine (1983)

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  2. 110 Minuten

DVD-Review: Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das *ehm* Gute....

Willkommen an der üblichen, amerikanischen High-School. Es gibt Sportasse, schöne Mädels, Schläger und Verlierer. Ein solcher, typischer, Verlierer ist Arnie (Keith Gordon). Er, dick bebrillt, bei Mädchen ohne Chance, mathematisch begabt und von seinen Eltern unterdrückt, hat eigentlich nur einen einzigen Kumpel. Dennis (John Stockwell). Die beiden kennen sich schon lange und haben schon einige Sachen erlebt.

*teuflisch Grins*...
*teuflisch Grins*...

Nun, auf einer Fahrt in Dennis' Auto, entdeckt Arnie ein altes Auto, das verdreckt, halb verschrottet und hässlich im Gras steht. Es ist Liebe auf den ersten Blick. "Christine", so der Name des Autos, wird gekauft und in der öffentlichen Garage wieder auf Vordermann gebracht. Schweisstreibende Arbeit, nächtelange Reparaturen und vergessene Freunde. Arnie scheint besessen zu sein von diesem Auto. Und er scheint sich zu verändern. Die Brille fällt weg, die Kleidung wird schwarz und sogar eine Freundin kann er sich anlachen. Das hübscheste Mädchen der Schule. Leigh (Alexandra Paul) wird zum ersten Mal auf die geheimnisvolle Verbindung zwischen Arnie und Christine aufmerksam, als sie im Autokino fast im Wagen erstickt. Was ist da los?

Dennis und Leigh beginnen nachzuforschen und finden schreckliches heraus. Der Vorbesitzer hat sich und seine Familie mit diesem Auto umgebracht. Und auch Arnie ist auf dem besten Weg dazu. Seine fast sexuelle Verbindung zum Auto entwickelt sich rasant und Arnies Feinde werden mit Hilfe vom wilden Wagen dezimiert. Arnies Freunde schmieden einen Plan, ihren Kumpel wieder aus den Fängen des Autos zu befreien. Doch sie haben die Rechnung ohne Christine gemacht....

In den 80-er Jahren war ein Schriftsteller das Mass aller Dinge. Stephen King konnte alles verkaufen, was er wollte. Es wurde ein Hit. Gut, weniger im Kino, aber in den Buchhitparaden lagen seine Werke regelmässig auf den ersten Rängen. So auch Christine, dessen Filmproduktion sogar dann begann, als das Buch noch nicht mal fertig geschrieben war. Und wer die Kombination Stepen King / John Carpenter sich auf der Zunge zergehen lässt, der kann sich bei Christine auf was gefasst machen.

Schon der Anfang des Filmes ist typisch für den Schriftsteller. Ein Autowerk, alle Autos auf dem Fliessband sind weiss, bis auf eins... Und natürlich folgen die ersten Toten schnellstmöglich, damit man weiss, mit was man es da zu tun hat. Dazu ein herrlicher "Bad to the Bone"-Song, der den Zuschauer auf die kommenden Taten des Wagens einstimmt. Herrlich.

Dass man mit wenig Aufwand, praktisch ohne Blut und ohne Monster guten Horror darstellen kann, wurde schon in Duel bewiesen. Doch dort wusste man nicht, wer und was da genau für den Horror sorgt. Hier sind die Rollen klar verteilt. Ein böses Auto, dass seine Besitzer auf seine Seite zieht und sich schlussendlich seiner Haut wehren muss. Was anfänglich noch cool daherkommt, wird zwischendurch sympathisch (als Schläger den Wagen in der Garage demolieren und dieser sich dann selber repariert) und im letzten Drittel dramatisch. Vor allem das Finale in der Garage ist auch heute noch genial. Wie da mit Licht, Tönen und Musik gearbeitet wurde, kann total überzeugen.

Die Schauspieler sind heutzutage eher unbekannte Gesichter. Fleissige Baywatch-Seher dürften aber Alexandra Paul noch kennen. Christine ist von ihrer blutjungen Anfangszeit. Vereinzelt hat man Gesichter des Casts schon irgendwo gesehen, aber der eigentliche Star des Filmes ist klar der rote Plymouth "Fury", der hier allen die Show stiehlt und für wohligen Grusel sorgt.

Fazit: Auch wenn der Film schon Staub angesetzt hat und auch wenn man heutzutage mit einem Auto keinen grossen Grusel mehr hervorrufen wird, so ist Christine eine starke Verfilmung einer ebenso starken Geschichte. Zwar wurden ein paar Sachen weggelassen, aber die Intensität und die Abhängigkeit zwischen Mann und Maschine ist sehr interessant und überaus gelungen. Christine ist eine der besten Verfilmungen eines Stephen King Romans und vermag auch heute noch zu überzeugen. Vielleicht nicht die abgebrühten, blutgeilen und horrorerfahrenen Zuschauer, aber auch diese werden sich das ein oder andere Mal überraschen lassen müssen.

Auf der DVD dürfen natürlich die Kommentare der Beteiligten nicht fehlen. Sie geben dann auch viel Information preis und man bekommt einen guten Eindruck, wie das damals so war. Dazu gibt es verschiedene Featurettes, in denen einmal das Auto, die Schauspieler und die Adaption des Buches im Mittelpunkt stehen. Ebenfalls auf der DVD anwählbar sind Szenen, die es nicht in die finale Fassung geschafft haben. Eine Trailershow, mit guten, älteren Filmen, rundet das Angebot ab. Gute, informative Ausbeute auch hier.

/ muri

Kommentare Total: 5

db

Ein Klassiker, der selbst heute noch sehr gut funktioniert.

pb

aaaaber, aus Alien, daher muss man ihn schon kennen!!! 😉

muri

Zitat papp (20050322000910)

dass der autor harry dean stanton nicht kennt, kann nur daran liegen dass er wild at heart,straight story,the pledge und vor allem paris texas schon vergessen hat 😊(oder nur augen für alexandra paul hatte)

carpenters grosser verdienst ist dass er dem auto eine eigene persönlichkeit gegeben hat,es spielt nur 50ger-jahresongs und verstummt nach kleinen unfällen.sein besitzer ein eher intellektueller aussenseiter wird anfangs als sympathieträger ausgebaut um ihn danach als diabolischen mittäter plattzumachen.eigentlich ist christine die weiterentwicklung von spielbergs truck,sie zieht ihr ding ohne den schwächling am steuer durch.
toller film

So im Nachhinein kommen mir noch ein paar mehr Filme in den Sinn, wo der Typ dabei war.
Aber es gibt halt immer noch viel mehr Filme, die ich nicht kenne, als solche, die ich schon gesehen hab...😉

Und wer schaut bei dem Auto schon auf die (Neben-)figuren....😛

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