Smokey and the Bandit (1977)

Smokey and the Bandit (1977)

Ein ausgekochtes Schlitzohr
  1. , ,
  2. 96 Minuten

Filmkritik: West Bound and Down...

Traumpaar
Traumpaar © Universal Pictures Germany

Bo "Bandit" Darville (Burt Reynolds) ist ein Trucker der besonderen Art: mit allen Wassern gewaschen, stets etwas neben dem Gesetz agierend und ein Schlitzohr vor dem Herrn. Das wollen zwei stinkreiche Geschäftsmänner aus Texas auf die Probe stellen und bieten Bandit eine Wette an: Er soll innert 28 Stunden 400 Kisten Bier von Texas nach Atlanta bringen. Wohl wissend, dass es sich dabei um eine Schmuggelaktion handelt, willigt Bandit ein, setzt seinen Kumpel Cledus "Snowman" Snow (Jerry Reed) hinters Steuer eines Trucks und fährt selber mit einem schnittigen Pontiac TransAm mit, um allfällige "Smokes" (Polizei) ablenken zu können. Die Aktion läuft an und schon bald scheint die Erledigung des Auftrags nur noch ein Kinderspiel zu sein.

Ein Albtraumpaar
Ein Albtraumpaar © Universal Pictures Germany

Als Bandit am Strassenrand auf Carrie (Sally Field) trifft, die im Hochzeitskleid auf eine Mitfahrgelegenheit hofft, werden die beiden Schmuggler mit einem Gegner konfrontiert, der es in sich hat. Carrie hätte nämlich den Sohn des Texanischen Sheriffs Buford T. Justice (Jackie Gleason) heiraten sollen, bekam dann aber kalte Füsse. Nun sitzt sie neben Schlitzohr Bandit, wird Teil eines chaotischen Schmuggeldeals und muss sich nicht nur gegen die halbe Polizeiarmee der jeweiligen Staaten wehren, sondern auch gegen Schwiegervater Justice, der mit seinem Sohn ebenfalls an der Jagd auf Bandit und sein Schmuggelbier teilnimmt. Dabei kommen sich Bandit und Carrie zwar näher, aber die eigentliche Wette kommt unter Zeitdruck.

Smokey and the Bandit ist der beste Film der Reihe und auch die später produzierte TV-Serie ist nur ein lahmer Abklatsch des Originals. Spätestens wenn "Eastbound and Down" (von Jerry Reed) angespielt wird, ist man mittendrin in diesem Abenteuer, das über einen grossen Teil seiner Laufzeit wunderbar unterhält und auch heute noch einen Blick wert ist. Der bekannteste Schnauzträger Hollywoods (neben Tom Selleck) ist halt in solchen Filmen einfach wunderbar aufgehoben.

Burton Leon Reynolds Jr. machte sich in den Sechzigern und Siebzigern einen Namen als Schauspieler und schaffte mit Filmen wie Deliverance den Sprung zum Weltstar. In den späteren 1970er-Jahren wurden seine Filme dann leichter und flotter, womit er seinen Ruf als Frauenheld mehr als erfolgreich pflegen konnte. Einer dieser witzigen Actionfilme war Smokey and the Bandit unter der Regie von Hal Needham, welcher dann auch beim Sequel Smokey and the Bandit 2 und der Reihe rund um The Cannonball Run nochmals erfolgreich mit Burt Reynolds zusammenarbeiten konnte.

Lebemann Bandit war eine Rolle, die Reynolds auf den Leib geschrieben wurde. Vom verschmitzten Lächeln unter dem Cowboyhut bis zum coolen Cops-an-der-Nase-Herumführen konnte Reynolds gross auftrumpfen. Mit der jungen Sally Field (wir kennen sie noch als Mutti von Forrest Gump oder als Tante May in The Amazing Spider-Man) wurde ihm eine hübsche Frau an die Seite gestellt, mit der die Chemie sofort stimmte und die dafür sorgte, dass unser Frauenheld ein bisschen ins Schwitzen kam. Kumpel Jerry Reed (er hatte 1998 in The Waterboy seine letzte Rolle) bringt dafür mit seinem alten und dicken Hund die Portion Spass ins Spiel, die als Gegenpol zur Action agiert.

Der (nicht ganz so) heimliche Star von Smokey and the Bandit ist aber ein anderer: Jackie Gleason als texanischer Cop Buford T. Justice. Im Herbst seiner Karriere konnte der Komiker nochmals herrlich überdrehen, rumfluchen, mit kleinen Gesten seiner Figur Profil verleihen und sich auf die Jagd nach diesem "Sombitch" machen. Dass er dabei stets einen Schritt zu spät ist, dürfte bei dieser Art von Actionspass nicht überraschen. Lustig ist er trotzdem!

Smokey and the Bandit lebt natürlich von seiner einfachen Story, den gelungenen Charakteren und dem damals populären CB-Funk. So unterhalten sich die Trucker untereinander in Codesprache ("That's a 10-4") und machen Werbung für so ein Gerät, dass sich doch bitte jeder irgendwo im Auto oder Lastwagen zu installieren habe. CB-Funker sind cool, eine eingeschworene Gemeinschaft, sorgen füreinander und lieben es, den Cops ein Bein zu stellen. Davon profitiert unser Titelheld natürlich mehr als einmal und manch ein Zuschauer dürfte damals von den weiten Strassen des Landes geträumt haben, auf denen man im Truck fährt und nur via kleinem Kästchen mit seinen Kumpels Kontakt hat. Freiheit pur. Fast wie das Handy heute.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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