The Last House on the Left (1972)

Das letzte Haus links

The Last House on the Left (1972) Das letzte Haus links

Oder: Mondo Brutale

Wehe ihr kauft diese DVD.

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Mari Collingwood ist gerade 17 geworden und macht sich mit ihrer Freundin Phyllis auf den Weg nach New York City, um einem Konzert der Gruppe Bloodlust zu lauschen. Ihre Eltern sind alles andere als begeistert, lassen das Töchterchen aber ziehen. Auf der Suche nach Haschisch treffen die beiden auf die Gewaltverbrecher Krug, Weasel, Junior und deren Freundin Sadie, die soeben aus dem Gefängnis ausgebrochen sind. Die Gruppe quält und vergewaltigt die beiden Mädchen und bringt sie dann um.

Der Zufall will es aber, dass die Mörder nach einer Autopanne im Haus der Eltern von Mari Unterschlupf suchen. Das Ehepaar Collingwood merkt woher der Wind weht und tötet die Peiniger ihrer Tochter auf bestialische Art und Weise.


DVD-Rating

Last House on the Left ist Schrott aus der untersten Schublade. Wären es nicht Wes Craven, der Vater der Scream-Trilogie und von Freddy Krüger, und Sean S. Cunningham, der spätere Produzent von Friday the 13th, die diesen Brutalo in den Anfängen ihrer Karriere gebastelt hätten, wäre der Film sicherlich in der Versenkung verschwunden. Die Plot wurde geklaut von Ingmar Bergmans Jungfrukällan und reiht exzessive Gewaltakte aneinander. Zu Zeiten des Vietnamkriegs wollten die Macher weg von der stilisierten Gewalt und rohe, echte Gewalt auf die Leinwand bringen. Die britischen Zensoren waren damit nicht einverstanden und verbannten den Film für 30 Jahre.

Die notorischen Gewaltszenen, für die der Film so bekannt ist, sind aber nicht auf dieser als Special Edition betitelten FSK 18-DVD drauf. Was übrig bleibt, sind die beiden Teeniegirls, die über ihre Brüste, Eis und Drogen reden und die völlig überdrehten Szenen mit den Polizisten Dick und Doof, oder wie sie auch immer hiessen. Und natürlich die Hippie-Musik von Hauptdarsteller David Hess, die das ganze zynisch untermalt.

Diese durch Schnitte verunstaltete Fassung erstaunt, bei einem sonst recht ordentlichen Doppel-DVD Set. Ich bezweifle, dass der Film, der nicht mehr als 500 $ gekostet haben kann, jemals besser aussah als hier. Und die Behind-the-Scenes Gallerien lassen erahnen, welche Grausamkeiten bei einer vollständigen Version gedroht hätten. In der Doku "Celluloid Crime of Century" versammeln sich alle Haupdarsteller ausser den Darstellerinnen der Mädchen, Wes Craven und Sean S. Cunningham zu einem Stelldichein vor der Kamera und machen sich - welch Ironie - lustig über die britischen Zensoren. Wenn der Film auf dieser DVD nicht geschnitten wäre, könnte man wahrscheinlich mitlachen. So aber ist von Last House on the Left nicht nur zarten Gemütern abzuraten, sondern allen, die auch nur das kleinste Interesse haben, sich mit diesem Gewaltfilm auseinanderzusetzen, sei es aus reiner Blutgeilheit oder filmhistorischem Interesse. Mit dieser DVD ist weder das eine noch das andere Bedürfnis befriedigt und man muss wohl oder übel mal wieder auf die US-Disk zurückgreifen.


OutNow.CH:

Bewertung: 1.0

 

26.05.2004 / rm

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Bewertung: 2.6 (10 Bewertungen)

 

 

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