Easy Rider (1969)

Easy Rider (1969)

Oder: Born to be Wild!

Cowboys des 20. Jahrhunderts.

Cowboys des 20. Jahrhunderts.

Wyatt, Spitzname "Captain America" (Peter Fonda), und Billy (Dennis Hopper) verdienen sich mit Kokain, das sie in Motorradbatterien von Mexiko nach Los Angeles schmuggeln, das nötige Geld für einen kleinen Roadtrip. Das Geld in Plastikschläuchen in den Benzintanks ihrer Choppers versteckt, machen sich die beiden Biker ostwärts auf Richtung New Orleans zum Mardi-Gras.

Ich brauch 'nen Schluck Whisky!

Ich brauch 'nen Schluck Whisky!

Auf ihrer Reise durch das Land treffen die beiden auf einen Anhalter, der sie zu einer Hippie-Kommune führt, die fernab der Gesellschaft ihre eigenen individuellen Träume und Vorstellungen ausleben. Die Hippies versuchen sich selbst zu versorgen und geniessen Drogen, freie Liebe und das unbeschwerte Sein in vollen Zügen. Als Wyatt und Billy die Kommune wieder verlassen, treffen sie wegen unerlaubten Teilnehmens an einer Parade im Gefängnis auf den alkoholsüchtigen Anwalt George (Jack Nicholson). Mit ihm und mit etwas LSD des Hippie-Vaters im Gepäck setzen, die drei schliesslich ihre Reise durch den bornierten, amerikanischen Westen fort und stossen auf viel Hass und Angst in der Bevölkerung.


Film-Rating

Easy Rider wurde 2009 am 5. Zurich Film Festival anlässlich seines 40-jährigen Jubiläums gezeigt. Sozusagen als Geburtstagsgeschenk wurde der Film nochmal überarbeitet und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Dazu wurde die Tonspur verbessert, so dass der Soundtrack aller Biker satt durch die Boxen dröhnt. Zudem wurden die Körnigkeit der Bilder etwas reduziert und die Farben gesättigt.

Der Film selbst hat trotz seiner 40 Jahre nichts von seinem Kultstatus eingebüsst. Im Gegenteil, Easy Rider erfreut sich noch immer einer grossen Beliebtheit und steht für viele als Sinnbild einer Generation. Und auch Peter Fonda - der für die Vorführung wieder nach Zürich reiste - verkörpert noch immer dieses Wilde und Rebellische der Sechziger- und Siebzigerjahre. Wie Fonda erzählt, hatte er die Idee für den Film, als er für The Trip auf Promotionstour war. Innerhalb weniger Stunden hatte er das Drehbuch geschrieben und legte es seinem Freund Dennis Hopper vor. Dieser war total begeistert und erklärte sich bereit, die Regie zu übernehmen. Mit einem minimalen Budget und einem Studio, das nicht wirklich an den Erfolg des Films glaubte, traten die beiden ihren Triumphzug an.

Easy Rider handelt weniger von einer spezifischen Geschichte als von einem Lebensgefühl. Und obwohl es nicht der erste Film war, der sich mit Drogen und der Hippiekultur auseinandersetzte, beschrieb dieser das Ganze wohl am trefflichsten. Speziell auch der Fokus auf die Intoleranz und Engstirnigkeit der damaligen Zeit ist lobenswert.

So frei wie ihre Geister, so frei und ungezwungen ist auch die Inszenierung von Fonda und Hopper. Es wird kaum geredet, vieles bleibt unkommentiert, und der Musik wird ein grosser Stellenwert eingeräumt. Hinzu kommt die etwas seltsame Art, von einer Szene zur anderen zu leiten, indem bereits ein Stück der neuen, dann wieder das Ende der alten und schliesslich die neue Szene gezeigt wird. Das ist sehr ungewohnt zu sehen und wirft den Zuschauer auch immer wieder aus der Diegese. Deshalb hat sich diese Art des Schnitts wohl auch nicht durchgesetzt.

Nichtsdestotrotz ist und bleibt Easy Rider Kult. Die rebellischen und wilden Biker haben mit diesem Roadmovie das Genre revolutioniert und den Startschuss gegeben für das Kino des New Hollywood.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.0

 

08.10.2009 / mab

Community:

Bewertung: 4.2 (40 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

6 Kommentare