Chitty Chitty Bang Bang (1968)

Chitty Chitty Bang Bang (1968)

Tschitti Tschitti Bäng Bäng
  1. , ,
  2. 144 Minuten

Blu-ray-Review: Die unglaubliche Reise in einem verückten, fliegenden Auto!

Der alleinstehende Erfinder Caractacuss Potts (Dick Van Dyke aus Mary Poppins) lebt mit seinen beiden Kindern Jemima und Jeremy sowie seinem schrulligen Vater (Lionel Jeffreys) in einer abgewrackten Windmühle. Obwohl seine Erfindungen an Kreativität und Innovation kaum zu überbieten sind, bleibt ihm der grosse Drurchbruch vergönnt. Als er die hübsche Truly Scrumptious (Sally Ann Howes) kennenlernt, wittert er eine Chance: Ihr Vater ist nämlich Besitzer einer Süssigkeitenfabrik, und zufällig ist unter seinen Erfindungen auch eine ganz besondere Leckerei dabei...

Doch nicht nur beruflich ist die Millionärstochter von Interesse, auch scheint sie sich hervorragend mit den mutterlosen Kindern zu verstehen. Eines Tages bitten diese ihren Vater, dem Schrotthändler einen alten Rennwagen abzukaufen und ihn auf Vordermann zu bringen. Mit ihrem neuen Automobil, welches sie liebevoll Chitty Chitty Bang Bang nennen, fahren die Potts gemeinsam mit Truly an den Strand, um ein Picknick am Meer zu geniessen. In der Ferne entdeckt der kleine Jeremy ein Schiff. Ist es ein Piratenschiff? Der liebevolle Vater beginnt den Kindern eine Geschichte zu erzählen, in der sie ein grosses Abenteuer in Vulgarien erleben und gegen den bösen Baronen Bomburst (Goldfinger Gerd Fröbe) kämpfen. Er entführt sie in eine Welt, in der Chitty Chitty Bang Bang sogar fliegen kann... Der Fantasie sind nun mal kein Grenzen gesetzt.

Basierend auf einem Kinderbuch von James Bond-Erfinder Ian Fleming produzierte Erfolgsproduzent Cubby Broccoli dieses aufwändige Kindermusical, welches auch 40 Jahre später nichts an Charme und Magie verloren hat. Dick Van Dyke als Caractacus ist die Sympathie in Person und es ist rührend, mit wie viel Liebe er seine Kinder versorgt. So singt er ihnen mit "Hushabye Mountain" ein wunderschönes Schlaflied. Auch der Rest des Casts ist sympathisch besetzt und in Nebenrollen sind einige bekannte Gesichter zu sehen. So hat zum Beispiel Benny Hill einen ungewöhnlichen Auftrtitt als Spielzeugmacher. Lionel Jeffries hat jedoch als Grandpa Potts nicht nur den besten Song des Filmes, sondern auch die grössten Lacher zu bieten, während die Figur des Kinderfängers wohl so manchem jungen Zuschauer Albträume zu bereiten vermag.

Die Songs wurden komponiert von den Gebrüdern Sherman, die bereits Ohrwürmer für diverse Disneyfilme wie Das Dschungelbuch oder Mary Poppins geschrieben hatten. Und auch hier beweisen sie, dass ihre Lieder an Eingängigkeit kaum zu überbieten sind. Vor allem das Titelstück ist schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen. Auch eine tolle Tanznummer gibt es bei "Me Ole Bamboo". Dies treibt zwar die Geschichte nicht besonders voran, ist aber dennoch schön anzuschauen. Es gibt noch einige solche Lieder, die der Handlung nicht wirklich dienen, was etwas schade ist, aber leider zu vielen Musicals dazugehört. Die zweieinhalb Stunden vergehen, nicht zuletzt dank den Song-Einlagen, wie im Flug. Da der Film wie ein mehr oder minder realistisches Familienportrait beginnt, ist die Umstellung auf Fantasy-Abenteuer etwas gewagt, doch wie die Kinder verliert man sich selbst auch schnell in der witzigen Welt von Caractacus' Märchen.

Gedreht wurde dieses unter anderem auf Schloss Neuschwanstein, welches als Hauptsitz des fiesen Barons herhalten muss. Die Vulgarier sind teilweise etwas zu offensichtlich an die Nazis angelehnt, doch sind so karikiert, wie man es von Bösewichten in Kinderfilmen erwarten kann und werden, bis auf den erwähnten "Chindlifänger", nie zu bedrohlich. Die Effektaufnahmen mit dem fliegenden und schwimmenden Auto sind bemerkenswert und waren sicher nicht billig. Chitty Chitty Bang Bang verbreitet einfach gute Laune und alles erinnert dabei an die grossen Familienklassiker von Disney. Soviel Liebe zum Detail, soviel Fantasie und Frohsinn, da kann selbst der kritischte Zyniker nicht widerstehen und beginnt mit dem Fuss mitzuwippen.

Für die Blu-ray wurde das Bild durch und durch restauriert und es ist ein wahrer Augenschmaus, diese Fassung anzusehen. Die Farben sind kräftig, die Detailschärfe hoch und die Karrosserie der titelgebenden Autos glänzt so richtig. Auch der Ton hat eine Frischzellenkur erhalten und darf nun in DTS HDMA 7.1 durch 8 Lautsprecher sausen. Bis auf kleine Mängel ist dieser Remix superb und die räumliche Verteilung des Orchesters besonders beeindruckend. Doch auch Effekte aus allen Richtungen kommen gut zur Geltung.

Die Extras sind genauso kindgerecht wie der Film. Im Singalong-Modus wird der Text der Songs karaokemässig eingeblendet, mit der "Music machine" gelangt man direkt zu allen Songs. Ein audiokommentar fehlt gänzlich. Dafür erzählt und Dick Van Dyke, wie die Dreharbeiten verliefen und der neue Besitzer der "Chitty" zeigt sie uns stolz. Dann gibt es noch ein paar "Vintage featurettes" in schrecklicher Bildqualität und das übliche an Werbematerial.

/ ma