Der Teufel hat gut lachen (1960)

Der Teufel hat gut lachen (1960)

  1. 90 Minuten

Filmkritik: Geld regiert (fast) die ganze Welt

Trio Infernale
Trio Infernale © Studio / Produzent

Geld regiert die Welt und verdirbt die Menschen. Das meint jedenfalls der Teufel (Walter Morath), der sich seine nächsten Opfer bereits ausgesucht hat. Indem er ihnen eine Brieftasche mit 10'000 Franken vor die Füsse wirft, will er zeigen, dass auch die Tagediebe Clown (Ruedi Walter), Dürst (Zarli Carigiet) und Barbarossa (Max Haufler) dem Geld und der Gier verfallen. Und es scheint, als hätte der Bösewicht recht, denn kurz nach der Entdeckung des Geldes schnappt sich Barbarossa die Kohle und setzt sich ins Tessin ab.

Heeeei, ab in den Süden!
Heeeei, ab in den Süden! © Studio / Produzent

Die beiden verbliebenen Clochards machen sich auf die Suche nach ihrem Kollegen und stolpern in der Südschweiz von einem Problem ins Nächste. Während Barbarossa das Geld mit beiden Händen ausgibt, müssen sich Dürst und Clown im Hotel anstellen lassen, um die Geschehnisse zu beobachten. Wird die Freundschaft des Trios auseinanderfallen? Oder wird der Teufel am Ende erfahren, dass es zwar schön ist, Geld zu haben, aber schlussendlich Freundschaft doch stärker ist?

Drei schräge Vögel ist nicht mehr so stark wie sein Vorgänger und hadert ein bisschen mit den höheren Erwartungen. Trotzdem macht der Film grundsätzlich Spass und lebt vor allem davon, dass die Hauptfiguren wunderbar funktionieren. Etwas mehr Fokus auf diese Charaktere hätte dem Film gut getan. Diese hätten eh einen weiteren Teil verdient, denn ihre Geschichte scheint noch nicht zu Ende erzählt.

1959 schaffte Regisseur Kurt Früh mit Hinter den sieben Gleisen einen wunderbaren Film, in dem vor allem die drei Clochards Dürst, Clown und Barbarossa zu Publikumslieblingen wurden. Kein Wunder ging man schon bald die Fortsetzung an, die wiederum von Früh inszeniert wurde. Leider konnte Drei schräge Vögel (oder auch Der Teufel hat gut lachen) nicht an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen, da man sich vermehrt deutsche Darsteller ins Boot holte, um auch "ännet der Grenze" erfolgreich zu sein. Geklappt hat es leider nicht.

Die Story ist zwar angenehm, aber halt auch recht unspektakulär. Zwar sind die drei Hauptfiguren weiterhin sympathisch, aber das ganze Drumherum mag nicht so recht zünden. Die deutschen "Stars" (Theo Lingen, Trude Herr, Horst Janson, Grit Boettcher) mögen zwar internationalen Flair einbringen, aber dafür geht die Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit etwas verloren. Da kann Regisseur Früh noch so viele Tessiner reinpacken, die versuchen Deutsch zu sprechen.

Die drei Hauptdarsteller sind nett und sympathisch und hätten eigentlich einen richtig guten Film verdient. Leider verkommen die Jungs mitunter zu Randfiguren, was der Geschichte nicht wirklich hilft. Trotzdem, Carigiet, Walter und Haufler sind Klasse und stets Höhepunkt des Films.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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