The Angry Red Planet (1959)

The Angry Red Planet (1959)

Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort
  1. 83 Minuten

Filmkritik: Was. Ist. Das. Denn?

Wer muss zuerst raus?
Wer muss zuerst raus? © Anolis Film

Ein Raumschiff mit vier Besatzungsmitgliedern wird zum Mars geschickt, um auf dem roten Planeten erste Untersuchungen zu machen. Colonel O'Bannion (Gerald Mohr), Professor Gettell (Les Tremayne), die schöne Wissenschaftlerin Iris (Naura Hayden) und der witzige Sammy (Jack Kruschen) langen nach einem langen und eher langweiligen Flug auf dem fremden Planeten und entdecken... erstmal gar nichts. Zwar sind Pflanzen vorhanden, aber es ist still, und deshalb traut sich die Crew auch langsam aus dem Raumschiff an die «frische» Luft.

Bald aber gibt es die ersten Aufeinandertreffen mit der lokalen Flora und Fauna. Eine Pflanze greift Iris an, wird aber abgeschossen. Doch bereits am nächsten Tag und bei der nächsten Expedition gibt es die Begegnung, die niemand mehr vergessen dürfte: eine riesige Kreatur, Spinnenbeine, Krebsscheren und Fledermauskörper, macht Jagd auf die Astronauten und gibt dem Grauen des Planeten ein Gesicht. Dass die Gruppe natürlich von den Bewohnern des Planeten beobachtet wird und die Monsterattacken stets zunehmen, können Iris und ihre Kollegen zu diesem Zeitpunkt ja nicht ahnen...

The Angry Red Planet ist ein Schmarren. Die langweilige Story zieht sich über die fast gesamte Spieldauer hin, und ausser den fantasievollen, aber grauslig gestalteten Monstern hat der Film nichts zu bieten. Es ist so ein Film der frühen Sci-Fi-Jahre, der mit wenig Geld ein Maximum an Aufmerksamkeit ergaunern wollte. Geschafft hat er's nicht, dafür kriegen wir mit dem grossen Monster etwas geboten, das es nicht oft zu sehen gibt und gab. Immerhin.

Neun Tage! Neun Tage hatte Regisseur Ib Melchior 1959 Zeit, um The Angry Red Planet zu drehen, und herausgekommen ist ein Stück Film, das einerseits langweilig und sexistisch ist, aber andererseits ein paar herrlich trashige Monster zu bieten hat, die man dieser Form wohl noch nicht gesehen hat. Man darf sich echt fragen, was die Macher da geraucht haben, als es darum ging, den Viechern ihre Gestalt zu geben.

Der Anfang des Films zieht sich leider recht in die Länge. Wir kriegen eine schreiende Frau zu sehen, die von Albträumen geplagt ist und sich erinnert, wie das genau damals mit der Mars-Expedition war. Bis die Crew dann die ersten Schritte auf dem fremden Planeten in Angriff nimmt, dauert es wieder eine ganze Weile, in der vor allem die Figur der weiblichen Wissenschaftlerin immer mal wieder für anzügliche Witzchen herhalten muss. Das wäre heute schon fast skandalös.

Dass der Mars «rot» ist, wissen wir. Ib Melchior hat sich deshalb entschlossen, alles Szenen auf dem Planeten im Cinemagic-Verfahren zu drehen. In diesem Verfahren werden Real- und Trickaufnahmen gemischt und so entstehen wahrlich kurrlige Sequenzen. Hier sind sie rot eingefärbt, technisch sehr gewöhnungsbedürftig, lassen aber dem Filmemacher viel mehr Möglichkeiten, die Ungetümer vom Mars auf die Astronauten treffen zu lassen. Schön anzuschauen ist es aber leider nicht.

Die Monstrositäten, welche uns da oben erwarten, sind skurril und fantasievoll gestaltet. Der Höhepunkt ist natürlich die Fledermaus-Spinnen-Krabben-Gestalt, die entfernt etwas an die grosse Spinne aus Kong: Skull Island erinnert. Wer erinnert sich noch? Auch das Ding aus dem See oder die Marsmännchen sind imposant in Szene gesetzt, entpuppen sich aber bei genauerem Hinsehen als Billigstmönsterchen. Passend zum Film halt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. facebook
  5. Instagram
  6. Website