Paths of Glory (1957)

Paths of Glory (1957)

Wege zum Ruhm
  1. ,
  2. 88 Minuten

DVD-Review: Der Wahnsinn des Krieges

Trübe Aussichten auf Erfolg.
Trübe Aussichten auf Erfolg. © Studio / Produzent

Der ehrgeizige französische general Mireau (George Macready) sieht während des ersten Weltkriegs seine Chance zum Aufstieg für Ruhm und Ehre. Dafür gibt er den Befehl eine deutsche Festung zu stürmen. Ein aussichtsloses Unterfangen - die französischen Soldaten kommen kaum aus ihren Befestigungen bereits unter mörderischen Beschuss. Um die Moral der Truppe wieder herzustellen, wird an drei Soldaten ein Exempel statuiert.

Ihr Regimentskommandeur Colonel Dax (Kirk Douglas) will vor dem Kriegsgericht die Unschuld der Soldaten auf Befehlsverweigerung und Feigheit vor dem Feind widerlegen und die eigentlichen Schudligen zur Veranwortung ziehen: die Generäle.

Der grosse Erfolg von Stanley Kubrick war Paths of Glory noch nicht, doch in der Kritikergunst steht dieser fassungslos machende, in Frankreich viele Jahre verbotene Antikriegsfilm nach wie vor sehr hoch. Kubrick zeigt die im ersten Weltkrieg praktizierte Art des berechneten und in höheren Offizierskreisen kühl und völlig unbedenklich einkalkulierten Verlustes an Menschenmaterial zum Gewinn einiger unwichtiger Meter Niemandsland in ungeschönten, distanziert wirkenden Bildern. Er erzählt die Geschichte des Colonel Dax (Kirk Douglas) und der verurteilten Soldaten ohne Pathos, in aller Härte, kurz und bündig, schnörkellos, aber doch mit der Kubrick eigenen visuellen Stärke, die ihn später und gerade mit 2001 und The Shining so ausgezeichnet hat.

Dabei verzichtet Stanley Kubrick auf eine eingehende Personalitätstudie der Charaktere. Schnell und klar zeigt er deren Positionen und steckt die Laufwege ab, beschränkt sich auf das Beobachten der menschenverachtenden, so nebensächlichen Vorgehensweise der Armeeführung und des Ausgeliefertseins. Colonel Dax hat keine Handhabe gegen die stolzbrüstigen französischen Generäle, nur im Gemunkel des sich nach dem Wind drehenden General Broulard (Adolphe Menjou) sieht er schliesslich eine Möglichkeit nachzutreten.

Paths of Glory ist ein wichtiger Film, ebenso im Oeuvre eines Regisseurs wie Stanley Kubrick wie auch als Antikriegsfilm. In seiner hauptsächlichen Kompaktheit fasziniert und erschreckt der Film gleichzeitig.

Das 4:3 Schwarzweissbild ist trotz hie und da auftauchender, kleiner Kratzer bemerkenswert, der Kontrast ist sehr gut. Der Mono-Ton ist klar und verständlich (jedenfalls im sowieso empfohlenen Original, merkwürdigerweise wird nur in dem vom "Deutschen" als Feind gesprochen).

/ pb

Kommentare Total: 9

koma.

Amerikanische Produzenten stellen (hier konkret die) französische Armee ins schlechte Licht. Weit hergeholt, ich weiss...

pb

wieso amerikanisch französische beziehung?

koma.

Ein weiterer Film, der die amerikanisch-französische Beziehung fördert. 😉 Im Ernst: sehr gelungener und sehenswerter Kriegsfilm, der beinahe die Bezeichnung «Klassiker» verdient.

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