The Treasure of the Sierra Madre (1948)

The Treasure of the Sierra Madre (1948)

Der Schatz der Sierra Madre
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  2. 126 Minuten

DVD-Review: Mein Gold, meins!

Durch Zufall treffen sich drei Amerikaner in dem mexikanischen Nest Tampico. Sie alle sind Habenichtse, die ihr Glück in Mexiko versuchen. Weil man sonst nichts mehr zu verlieren hat, entschliessen sie sich gemeinsam auf Goldsuche zu gehen. In der gottverlassenen Einöde der Sierra Madre finden die drei tatsächlich den gelben Schatz. Doch das Gold verändert sie. Vor allem Dobbs (Humphrey Bogart) sät Misstrauen unter den Männern und verdächtigt die anderen zwei, ihn hereinlegen zu wollen. Als ihnen schliesslich noch ein anderer Glücksritter nachschnüffelt und Banditen ihren Weg kreuzen, scheint der Ausgang vrogezeichnet.

The Treasure of the Sierra Madre ist eine Parabel über Missgunst, Habgier und Neid. Vom geheimnisumwitterten Autor B. Traven stammt die Vorlage, die vor allem durch ihren vehementen Antikapitalismus für Aufsehen sorgte. Regisseur John Huston verstand es aus der Vorlage vor allen Dingen die menschlichen Aspekte herauszupicken und sie in den von Humphrey Bogart grandios gespielten Charakter des Loosers Dobbs zu implementieren. Bogart spielt hier eine seiner besten Rollen, einen zwiespältigen, zweifelhaften Kerl mit vielen dunklen Seiten. Das kam bei seiner Fangemeinde zu jener Zeit gar nicht gut an. Aber es lag nicht nur daran, dass dieses fantastische Werk kein Box Office-Hit wurde, vielmehr war es die düstere Ernsthaftigkeit und die pessimistisch deprimierende Aussage des Films, das die Kinogänger jener Zeit, die sich nach dem 2. Weltkrieg vor allen Dingen unterhalten lassen wollten, nicht goutierten.

Auch die weitere Besetzung agiert absolut umwerfend, allen voran Walter Huston, John Hustons Vater, der für sein Spiel als kauziger, vorhersehender Veteran zweifellos zurecht mit dem Oscar geehrt wurde (ebenso wie Regie und Drehbuch). Desweiteren verdienen Tim Holt als junger Naivling oder Bruce Bennett als schlauer Fuchs, der vom Glück anderer mitprofitieren will, besondere Erwähnung. Die Zusammensetzung der Akteure und die schnörkelose Regie stärken den Film, der eine Mischung aus Abenteuerlust, Glücksjägertum und menschlicher Abgründe in sich vereinigt, ebenso wie die trostlosen, aber stimmungsvollen Lokalitäten, an denen er gedreht wurde.

Es war eine der ersten Produktionen, die den Aufwand wagten, vor Ort, on location, zu drehen. Entstanden ist ein zeitloser Klassiker, dem ich nur allzu gerne die Worte von Leonard Maltin, in der tollen Doku (als Extra auf der DVD) zu hören, anfüge: "Leute, die nichts mit ‚alten Filmen' anfangen können, weil sie ihnen zu melodramatisch oder gefühlsduselig sind, sollten sich The Treasure of the Sierra Madre ansehen!" Richtig. Und all die anderen auch!

Wie die meisten Filme, allen voran Klassiker, sollte auch dieser im Original genossen werden. Die Tonqualität ist erstaunlich und sehr lebhaft. Noch ein Stückchen besser ist das Bild ausgefallen, mit klarsten Kontrasten im schwarz-weiss Bild und toller Schärfe. Als Bonus gibt es eine wirklich schöne und informative Dokumentation von rund 50 Min. Länge und einen Audiokommentar des Bogart-Biographen Eric Lex.

/ pb

Kommentare Total: 3

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Treasure of the Sierra Madre kann seine hochgelobten Kritiken bestätigen. Huston schafft es einen sehr spannenden Film zu erzählen, welcher dank den sehr guten Schauspieler den Status Klassiker absolut verdient.

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Einzig Bogarts Wandel gegen den Schluss fand ich etwas überhastet. Aber sonst schrammt der Streifen ganz knapp an der 6er Marke daneben.

Warlord

ich hab zwar nicht alle bogart-filme gesehen, doch von denen, welche ich gesehen habe, finde ich diesen fast am besten. das einzige mängel ist, dass die charaktere ziemlich oberflächlich und "klar" sind. man weiss eigentlich genau, wie wer reagieren wird.

pb

DVD-Review: Mein Gold, meins!

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