Windjammers 2 (2022)

Windjammers 2 (2022)

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Xbox One-Review: To Frisbee or not to Frisbee

Super-Raketenwurf!
Super-Raketenwurf! © Dotemu

Fast dreissig Jahre nach dem Release des Originals bringt das französische Entwicklerstudio Dotemu ein Sequel zu Windjammers raus. Das Original erschien 1994 für den Neo Geo. In Frankreich entwickelte sich eine treue Fanszene, die mithalf, das Original auf die neuen Konsolen zu portieren.

Windjammers 2 ist eine Mischung aus Sport- und Kampfspiel, aus Airhockey und Street Fighter. Zehn Charaktere und zehn Spielfelder stehen zur Verfügung, in denen zwei Spielende gegeneinander antreten können. Ziel ist es, den Frisbee ins Tor des Gegenübers zu werfen oder für dieses unerreichbar auf den Boden zu smashen.

Windjammers 2 macht einfach unheimlich viel Spass. Zwar sind die Mechaniken und Regeln schnell erlernt, doch das Spiel entpuppt sich als harte Nuss. Da hilft das schwache Tutorial auch nicht. Nach dem holprigen Einstieg tut sich aber ein süchtig machendes Spielprinzip auf, das zu «nur noch einer Runde» einlädt. Da die Runden sehr kurz sind, lässt es sich auch prima zwischendurch spielen. Ausserdem schaut es ganz hübsch aus und die Musik ist hervorragend. Der Arcade-Geheimtipp aus den Neunzigern ist also auch 2022 ein solcher - nun einfach für zuhause.

Catch me if you can!
Catch me if you can! © Dotemu

Windjammers 2 fühlt sich an, als hätte man ein Spiel aus den Spielhallen der Achtziger und Neunziger direkt ins Jahr 2022 transportiert. Logisch, denn das Original erschien auf dem Neo Geo, einer Konsole, die in erster Linie in Arcades stand und nicht als Heimkonsole verkauft wurde. Dieser Spirit treibt auch die Fortsetzung an. Der Arcade-Modus verdient seinen Namen, denn wenn die Credits aufgebraucht sind, ist Game over. Auf «Einfach» beginnt man mit zwei Credits, auf «Schwierig» mit keinem. Über zwei Zwischenrunden sowie technische Geschicklichkeit in den Matches kann man Credits dazuverdienen.

Dabei kann zwischen zehn Spielfiguren ausgewählt werden - plus einer geheimen -, wobei sechs direkt aus dem Original übernommen wurden. Die Neulinge fügen sich nahtlos ins Roster ein, genauso wie die neuen Maps. Ebenfalls überarbeitet wurden die Musik, die schlicht grossartig ist, und die Grafik. Windjammers 2 sieht nun so aus, wie das Original es auf dem Titelbildschirm versprach. Die Animationen sind etwas hölzern, was aber zum arcade-igen Charme beiträgt. Weniger charmant sind die gelegentlichen Audio-Bugs, bei denen die Musik in gewissen Situationen gar nicht oder nur abgehackt zu hören ist. Dafür ist der Soundeffekt bei einem erfolgreichen Treffer absolut eine eigene Zeile in dieser Review wert: wahnsinnig befriedigend!

Rien ne va plus
Rien ne va plus © Dotemu

Was wie ein simples Spiel aussieht, entpuppt sich schnell als harte Nuss. Windjammers 2 ist eins der «Easy to learn, hard to master»-Games, denn die Regeln und Mechaniken an sich sind recht einfach erklärt: Wirf den Frisbee ins Tor des Gegners. In der Umsetzung braucht es aber etwas Geduld und Übung, ist aber umso befriedigender, wenns klappt.

Hier hätte jedoch ein besseres Tutorial geholfen. Ausser ein paar Slides mit Bildern gibt's keinen Trainingsmodus oder Erklärvideos, was den Einstieg nicht ganz so angenehm macht. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass es im Original sowas auch nicht gab, eine zeitgemässere Einführung hätte dem Game aber dennoch gut getan. Doch dies schadet dem Game im Grossen und Ganzen nur bedingt, denn Windjammers 2 macht auch so unverschämt viel Spass.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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Trailer: Release Englisch, 01:53