Splatoon 3 (2022)

Splatoon 3 (2022)

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Switch-Review: Nicht klotzen, sondern kleckern!

Volle Farb voraus
Volle Farb voraus © Nintendo

Nintendos Version eines kompetiviten Shooters geht in die dritte Runde. Im Multiplayer gilt es, gemeinsam mit drei anderen Oktopus-Kids die Spielkarte mit möglichst viel von der eigenen Farbe zu bekleckern. Gleichzeitig muss man verhindern, dass das gegnerische Team sich ausbreiten kann. Andere Modi umfassen eine Art Horde-Modus sowie Varianten von King of the Hill, bei dem verschiedene Zonen kontrolliert werden müssen, oder Payload, bei dem ein beweglicher Turm über die Map gestossen wird.

Folgt man in der Hub-Stadt Splatsville allerdings dem bärtigen alten Mann namens Craig Cuttlefish in die Kanalisation, startet der Einzelspielermodus. Da landet man früher oder später in der Untergrundstadt Alterna und macht sich auf die Suche nach Craig, der in der Zwischenzeit vermisst wird. So kämpft sich die Protagonistin durch den haarigem, tödlichen Schleim und kommt dabei einer Verschwörung des CEO von Grizzco - einer grossen, mächtigen Firma - auf die Schlichte.

Zwar hat sich Splatoon 3 gegenüber seinem Vorgänger nicht wirklich verändert, doch die Kernmechanik unterhält immer noch gut. Der Multiplayermodus «Turf War» ist so kurz und zugänglich, dass er selbst kompletten Neulingen Spass machen dürfte. Allerdings ist der zwar durchaus umfangreiche Singleplayermodus nicht viel mehr als ein gestrecktes Tutorial, und alle anderen Modi neben «Turf War» sind hinter einer relativ hohen Levelwand versperrt. So ist das Spiel auf jeden Fall unterhaltsam, wird aber leider durch diverse Mängel davon abgehalten, richtig toll zu sein.

Die Teentenfische kommen!
Die Teentenfische kommen! © Nintendo

Splatoon ist und war schon immer eine bizarre Game-Reihe. Der knallbunte Artstyle, die auf hip getrimmte, pseudorebellische Attitüde und der Fakt, dass man eine Teenagerin spielt, die sich in einen Tintenfisch verwandelt, sind da nur ein paar Indikatoren. Und trotz diverser Unzulänglichkeiten und mässigen Spielumfangs trifft vor allem der Multiplayer-Modus einen Nerv, der Splatoon 3 sehr unterhaltsam macht. Doch von vorne.

Der Einzelspielermodus dürfte zwar etwa sieben Stunden beschäftigen, viel Abwechslung hat dieser jedoch nicht zu bieten. Es handelt sich bei den allermeisten Missionen um glorifizierte Tutorials, die in eine Art Time-Trial-Runde gepackt sind, um den Eindruck von Wiederspielwert zu vermitteln. Die fünf Bossfights sind auch nicht gerade innovativ. Neueinsteiger werden zwar ganz ordentlich in die Spielmechaniken eingeführt, das Gameplay des Multiplayers - das Herzstück des Games - lernt man aber durchs Spielen richtiger Onlinematches.

Primär wird in Splatoon 3 der Modus «Turf War» gespielt. Dieser hat zum Ziel, mehr Fläche der Spielkarte mit Farbe zu bekleckern als das gegnerische Team. Gegner mit der eigenen Farbkanone abzuschiessen gehört zum Spiel, ist aber nicht die Hauptmission. Dies hat zwei positive Aspekte: Zum einen macht es das Ganze kinderfreundlicher, und zum anderen wird der Fokus auf ein Ziel gelegt, zu dem auch nicht sehr gute Spielerinnen und Spieler beitragen können. Deshalb sowie wegen der kurzen Dauer eines Matches bietet Splatoon 3 Spass für eine breite Masse, ohne die Hardcore-Fans aussen vor zu lassen. Ebenfalls gelungen ist die Waffenauswahl, die je nach Spieltyp unterschiedlich effektiv sind.

Splatter mal etwas anders.
Splatter mal etwas anders. © Nintendo

Weniger spassig sind allerdings technische sowie inhaltliche Gegebenheiten des Mehrspielermodus. Einerseits muss man als Neuling auf Level 10 kommen, um Ranked Matches zu spielen, die andere Modi ausser dem Standard «Turf War» bieten. Und so innovativ «Turf War» ist, auf so viele Stunden motiviert dieser Modus kaum. Wer einen Spielstand aus Splatoon 2 importiert, kann gleich zu Beginn in Ranked Matches einsteigen. Den Import dieser Daten muss man allerdings gleich beim ersten Start von Splatoon 3 machen und der Spielstand muss auf derselben Switch sein.

Und dies führt uns zum letzten negativen Punkt der Multiplayers. Wenn ein Spieler das Match kurz nach Start verlässt, wird das ganze Game abgebrochen und man wird in die Lobby zurückgeworfen, anstatt dass ein neuer Spieler dazugematcht wird. Dies passiert oft genug, um wirklich anstrengend zu sein und die Motiviation zu killen. So ist Splatoon 3 vor allem im Multiplayer immer noch enorm unterhaltsam, aber die erwähnten Makel sowie der Fakt, dass gegenüber Splatoon 2 relativ wenig geändert oder erweitert wurde, enttäuscht das Spiel dann doch etwas. Da galt wohl das Motto «Kleckern statt Klotzen»…

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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