Soulstice (2022)

Soulstice (2022)

  1. , ,
  2. , ,

Xbox Series X|S-Review: Auch Geister haben eine Seele

Aha, so sieht also eine Piratin der Unterwelt aus.
Aha, so sieht also eine Piratin der Unterwelt aus. © Modus Games

In diesem actiongeladenen Abenteuer wird das Gleichgewicht des Heiligen Königreichs Keidas gefährdet, als mächtige Wraith-Kreaturen von der anderen Seite des Schleiers eindringen und drohen, die Lebenden zu verschlingen. Dabei verwandeln sie ihre Opfer in unbändige Monster, die das gesamte Volk terrorisieren. Die hybriden Chimera-Krieger, entstanden aus der Vereinigung zweier Seelen, sind die einzigen, die die Menschheit beschützen können.

Briar und Lute sind zwei Schwestern, die als Chimera wiedergeboren wurden. Die Verwandlung hat Briar übermenschliche Kräfte verliehen, während Lute geopfert wurde, um ihre Seele mit der ihrer Schwester zu verbinden. In der Form eines Geistes verfügt auch Lute über mystische Kräfte. Auf ihrer Mission, eine von den Wraiths verwüstete Stadt zurückzuerobern, entdecken sie erst den grausamen Plan ihrer Gegner.

Das in Mailand ansässige Team der Reply Game Studios (Theseus, Joe Dever's Lone Wolf) beschert uns mit Soulstice ein grundsolides Hack-and-slash-Spiel, welches gut mit den Grossen dieses Genres mithalten kann. Auch wenn nicht die beste Grafik, die grösste Herausforderung und permanente Unterhaltung geboten werden, bringt das Game einige spassige Spielstunden. Dafür sorgen das einfache Spielprinzip sowie das etwas spezielle Protagonisten-Duo. Über den etwas lahmen Einstieg und die nicht immer perfekte Kamera-Einstellung sieht man am Ende hinweg.

Wenn Halloween auf Fasnacht trifft
Wenn Halloween auf Fasnacht trifft © Modus Games

Keine Frage, es braucht definitiv einen Moment bis Soulstice in die Gänge kommt. Gerade in den ersten Kapiteln steht vor allem die Story und das Erkunden der Spielmechanik im Vordergrund. Es dauert also eine Weile, bis die ganz grosse Action losgeht. Bevor es aber kracht, was das Zeugs hält, kann man sich relativ gut an das Gameplay gewöhnen und sich mit dem Prinzip des Spiels vertraut machen.

Auf unserem Abenteuer müssen wir nicht nur Untote mit teils schwierigen, aber spektakulären Kombinationen niedermetzeln, sondern auch Gegenstände sammeln. Diese sorgen dafür, dass wir die beiden Protagonisten in ihren Fähigkeiten aufbessern können. Gerade im Verlauf des Spiels ist dies wichtig, da die Gegner stetig mehr oder stärker werden.

Statt Rundumschlag gibt's Rundumschnitt.
Statt Rundumschlag gibt's Rundumschnitt. © Modus Games

Apropos Protagonisten: Briar und Lute funktionieren nur zusammen. Es ist also ratsam, beide gleich zu behandeln, auch wenn es am Anfang so wirkt, als würde Briar mit ihren eindrucksvollen Schlägen und Kontern die Führung übernehmen. Nach und nach sticht auch Lute mit ihren jenseitigen Fähigkeiten heraus. Der Mix der beiden passt gut und macht Sinn, auch wenn Lute unter dem Strich nicht dieselbe Präsenz erhält.

Optisch ist Soulstice keine Granate. Gerade in den Zwischensequenzen - und davon gibt es einige - vermisst man Details, Konturen und Schärfe. Hie und da wirkt das Game mit seinen cell-shading-ähnlichen Effekten sogar etwas blass. In den Kämpfen, die teilweise sehr unübersichtlich wirken, sorgen wiederum konstante Bildwiederholungen für ein ruckelfreies Vergnügen. Dabei kann man zwischen drei verschiedenen Video-Modi wählen, wobei die mit der flüssigsten Bewegung für ein solches Game zu bevorzugen ist. Es macht definitiv Spass, sich mit konstanten 60 Frames pro Sekunde in dieser düsteren Welt herumzuschlagen; im wahrsten Sinne des Wortes.

Thor wäre stolz!
Thor wäre stolz! © Modus Games

Der Sound geht, ähnlich wie die Story, leider etwas unter. Zusätzliche akustische Effekte und den Score bewusst in den Vordergrund zu stellen, hätten das Spiel noch eine Spur mehr aufgewertet. Da können wir nur hoffen, dass dies in einem möglichen Nachfolger verbessert wird. Denn grundsätzlich hat Soulstice mit seiner interessanten Ausgangslage das Potential, in eine Serie zu übergehen. Dafür muss aber noch an einigen Stellen nachgebessert werden.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Instagram

Trailer: Launch Englisch, 02:25