Nickelodeon Kart Racers 3: Slime Speedway (2022)

Nickelodeon Kart Racers 3: Slime Speedway (2022)

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Xbox Series X|S-Review: Ein bisschen zu viel des Guten

Schiff Ahoi!
Schiff Ahoi! © GameMill Entertainment

Die dritte Auflage von «Nickelodeon Kart Racers Slime Speedway» soll abermals vor allem junge Spielerinnen und Spieler sowie Fans des Nickelodeon-Universums anziehen. Insgesamt kann man mit 40 verschiedenen Charakteren spielen und dabei jeweils wählen, ob man lieber ein Motorrad oder einen Kart fährt. Ausserdem verwandelt sich das Fahrzeug automatisch in ein Boot, sobald man auf Wasser trifft. Verrückter geht's kaum!

Ein Kart muss aber nicht nur schnell sein, sondern auch gut aussehen. Dafür sollen die vielen Personalisierungsmöglichkeiten sorgen. Nebst einer grossen Anzahl klassischer Rennstrecken gibt es auch noch eine Arena, einen lokalen und einen Online-Multiplayer-Modus sowie einige weitere Herausforderungen. Worauf warten wir? Ab auf die Strecke!

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als habe Nickelodeon Kart Racers 3: Slime Speedway alles. Es gibt jede Menge beliebte Nickelodeon-Figuren, Rennstrecken und Personalisierungsoptionen. Leider verändert aber jeder Charakter, jedes Auto und sogar jedes Tuningteil die Statistik des Karts. Auch wenn die Unterschiede verschiedener Teile nicht enorm sind, führt dies dennoch zu einer unnötigen Komplexität, die in einem Arcade-Rennspiel für Kinder definitiv fehl am Platz ist. Ausserdem werten teilweise massive Performanceprobleme und sporadische Abstürze das Spielerlebnis ab.

Sieeeg!
Sieeeg! © GameMill Entertainment

Mit 40 verschiedenen Charakteren aus beliebten Nickeloden-Serien wie SpongeBob Schwammkopf, Garfield oder Hey Arnold! und verschiedensten Rennstrecken mangelt es dem Spiel keineswegs an Inhalt. Auch die Anpassungsmöglichkeiten für Karts und Motorräder wirken endlos.

Doch genau da liegt das Problem. Jeder Charakter, jedes Fahrzeug und sogar jede Fahrzeug-Option wirken sich unterschiedlich auf Tempo, Beschleunigung und Handling aus. Eltern sollten sich also darauf gefasst machen, ihrem Kind zu erklären, warum er nun den Auspuff mit den Blümchen nehmen soll und nicht den coolen mit den Flammen, weil dieser eben das Auto langsamer macht. Die vielen Optionen führen dazu, dass ein Spiel, bei dem man einfach nur drauflosfahren möchte, massiv überladen wirkt.

Vor jedem Rennen wählt man auch die Mitglieder seiner Crew aus, was sich auf Boosts oder Power-ups auswirkt, die im Rennen zur Verfügung stehen. Dies kurbelt zwar die Experimentierfreudigkeit an, schafft aber auch ungleiche Bedingungen während des Rennens, da so jeder Spielende andere Spezialfähigkeiten zur Verfügung hat. Die Steuerung der Karts ist bei den meisten Charakteren und Fahrzeugen passabel, fühlt sich aber nie so richtig gut oder flüssig an. Hier hilft es auf jeden Fall, so viel wie möglich zu driften.

Mach mal Platz da!
Mach mal Platz da! © GameMill Entertainment

Bei der Anzahl Rennstrecken und deren Vielfalt an Themen, Sprüngen und alternativen Routen gibt es nichts zu meckern. Manche Strecken sind jedoch so sehr mit Coins, Boost-Pads oder anderen Dingen beladen, dass man vor lauter Bäumen den Wald kaum noch sieht. Bei den neuen Arena-Levels sieht das besser aus. Verschiedene Spielmodi, in denen man die Gegner einfangen oder mit Bällen abschiessen muss, frischen das Spiel zwischen den Rennen etwas auf.

Da Spiele mit lokalem Multiplayer-Modus heutzutage echte Mangelware sind, freut es umso mehr, dass sich Nickelodeon und das Entwicklerstudio GameMill diese Gelegenheit nicht entgingen liessen. Lokal können sich total vier und online zwölf Fahrerinnen und Fahrer messen.

Hat jemand Schleimrutsche gesagt!?
Hat jemand Schleimrutsche gesagt!? © GameMill Entertainment

Das Spiel bietet zwei schwierigkeitsbezogene Einstellungen. Zum einen kann man die Schwierigkeit der Computergegner und zum anderen die allgemeine Spielgeschwindigkeit einstellen. Die Idee, eine separate Einstellung für Geschwindigkeit zu haben, ist genial. Leider verspürt man aber auch bei der schnellsten Stufe nicht wirklich einen Geschwindigkeitsrausch, ausser man betritt gerade einen Slime Speedway. Somit ist das leider eine weitere verpasste Chance der Entwickler. Eine vierte, noch schnellere Stufe hätte bestimmt nicht geschadet. Bei gewissen Strecken kommt es sogar zu so starken Performanceproblemen und Rucklern, dass jedes Gefühl von Geschwindigkeit verloren geht und das Spiel unspielbar wird.

Martin Heusser [mhe]

Martin ist leidenschaftlicher 4K- und HDR-Enthusiast. Am liebsten zockt er auf der Xbox Games aus der «Far Cry»-Reihe oder sieht sich am Fernseher Serien aus dem Hause Showtime an. Seit 2020 schreibt er neben seinem Blog auch Game-Reviews als Freelancer für OutNow.

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