Marvel's Midnight Suns (2022)

Marvel's Midnight Suns (2022)

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Xbox Series X|S-Review: Son of a Witch

What are we, some kind of Midnight Suns?
What are we, some kind of Midnight Suns? © 2K

Der Hydra-Wissenschaftler Dr. Faustus erweckt die längst verstorbene Lilith zum Leben in der Hoffnung, dass sie Hydra bei der Übernahme der Weltherrschaft unterstützt. Zuerst stellen sich ihr mit Iron Man, Doctor Strange und Captain Marvel die Avengers entgegen, doch diese merken schnell, dass sie ihr nicht gewachsen sind. Deshalb versuchen sie, die Midnight Suns zu rekrutieren, bestehend aus Blade, Magik, Nico Minoru und Robbie Reyes' Ghost Rider. Gemeinsam erwecken sie den Hunter - den Sohn und Killer von Lilith - von den Toten, der ihnen helfen soll, Hydra und Lilith zu stoppen.

Mittlerweile hat Lilith nicht nur den Schurken Venom in ihren Bann gezogen, sondern auch Wanda Maximoff, die bisher zu den Midnight Suns zählte. Doch die wahre Gefahr steht in den Sternen: Ein Stern am Himmel, genannt «Midnight Sun», prophezeit die Rückkehr von Chthon. Er ist Autor des Darkhold, des mächtigsten Buchs für dunkle Magie im Marvel-Universum. Den Midnight Suns und den Avengers - unterstützt von zusätzlichen Helden - bleibt also nicht viel Zeit, Lilith zu stoppen und die Rückkehr von Chthon zu verhindern.

Firaxis liefert mit Marvel's Midnight Suns ein starkes rundenbasiertes Strategiegame mit Kampfsystem, das über die gesamte Spieldauer überzeugt. Der soziale Aspekt zwischen den Missionen, wenn die Hauptfigur mit den verschiedenen Marvel-Heldinnen und -Helden Zeit verbringt, wirkt etwas gestreckt, und das Spiel sieht nicht gerade schön aus. Doch dank den absolut gelungenen Missionen und einer passablen Story ist Midnight Suns nicht nur Marvel-Fans einen Blick wert.

It's some kinda Magik
It's some kinda Magik © 2K

Nachdem das Avengers-Spiel eine rechte Enttäuschung war, kommt nun mit Marvel's Midnight Suns ein neuer Ensemble-Titel. Diesmal kommt er aus dem Hause Firaxis, dem Studio hinter den modernen X-COM- und den Civilization-Games. Midnight Suns lehnt dabei sehr in die Richtung von X-COM, ist also ein rundenbasiertes Strategiespiel. Allerdings wurde es um einige soziale Funktionen ergänzt, und das Gameplay in den Kämpfen wird durch den Einsatz von Spielkarten gesteuert.

Dieses Spielkartensystem funktioniert hervorragend. Man zieht zu Beginn jeder Runde neue Karten, die die maximal drei Heldinnen und Helden auf dem Spielfeld neue Fähigkeiten und Attacken ausführen lassen. Zwar ist das zu Beginn etwas sperrig - wie das gesamte Spiel -, doch es wird genug gut und genug gestaffelt eingeführt, sodass man sich nie überfordert fühlt. Geduld muss man für die ersten paar Spielstunden aber mitbringen, denn abgesehen vom komplexen Kampfsystem werden viele Figuren, Mechaniken und Währungen eingeführt. Hat man das einmal überwunden, tut sich ein richtig packendes Spiel auf, das zwar Köpfchen braucht, aber nie überkompliziert wird.

Kirchlicher Empfang für Venom
Kirchlicher Empfang für Venom © 2K

Unsere Spielfigur ist der Hunter - das Geschlecht ist wählbar, für die Review ist er männlich -, eine neu erfundene Figur im Marvel-Universum. Da dieser nicht gerade ein Charmebolzen ist, werden die Gespräche und sonstigen Aktivitäten zwischen den wirklichen Missionen nicht spannender. Denn wenn man sich mal nicht mit Hydra-Schurken prügelt, kann man die Abbey - das Zuhause der Midnight Suns - erkunden und mit den verschiedenen Heldinnen und Helden Zeit verbringen. Wer also schon immer mal mit Blade fischen gehen wollte, hat Glück. Dies ist zwar für die Lore nett, wirkt aber streckend auf die Spieldauer, die sich dadurch auf gut fünfzig Stunden ausdehnen kann.

Du kommst hier nicht rein.
Du kommst hier nicht rein. © 2K

Ebenfalls ein Dämpfer für das sonst gute Spiel sind die Visuals. Die Cutscenes sind hölzern, die Abbey ist praktisch ausschliesslich braun und grau und die Charaktermodelle sind nicht gerade einladend. Zwar sind die Kostüme der Figuren cool designt, aber die Gesichter sind sehr emotionslos. Allgemein hat der Artstyle wenig Persönlichkeit. Immerhin kommt im Kartendesign und bei einigen Attacken in dem Kämpfen etwas Einzigartigkeit durch. Und besonders witzig können die Umgebungsattacken sein. So kann man den bösen Venom entweder mit einem Laserstrahl von Captain Marvel beschiessen - oder aber Spider-Man schmeisst ihm ein Bündel Zeitungen an den Kopf.

Der primäre Spielspass kommt also klar vom Kampfsystem, das über die ganze Spieldauer motiviert und packt. Die Unterbrüche dazwischen sind für Lore-Fanatikerinnen und -Fanatiker nett, aber sonst unspektakulär. Dennoch ist Midnight Suns ein gelungenes Spiel, das die Balance zwischen komplexer und zugänglicher Strategie prima schafft.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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