Isonzo (2022)

Isonzo (2022)

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PS5-Review: Grabenkämpfe im hochalpinen Gebirge

Heute werden keine Steinböcke gejagt.
Heute werden keine Steinböcke gejagt. © M2H & BlackMill Games

Im alpinen Gebirge, zwischen dem Stilfser Joch und dem Isonzo, fanden während des Ersten Weltkrieges die zwölf Isonzoschlachten statt. Die Schlachten in den Dolomiten und in malerischen italienischen Dörfern gehören zu den verlustreichsten Kriegshandlungen im Ersten Weltkrieg.

Isonzo, nach Verdun und Tannenberg der dritte WWI-Shooter der beiden Studios M2H und Blackmill Games, versetzt die Spieler mitten in den Gebirgskrieg zwischen dem Königreich Italien und den Mittelmächten. Weiterhin legen die Macher sehr viel Wert auf Realismus und historische Korrektheit. Klappt's auch im dritten Anlauf?

Nach einer kurzen Eingewöhnung fühlt sich Isonzo sehr angenehm und harmonisch an. Die grafischen Oberflächen sind einfach und übersichtlich gehalten. Die verschiedenen Karten sind überschaubar, aber dennoch abwechslungsreich. Das Gameplay verlangt Zusammenspiel im Team und den Einsatz der verschiedenen Spezialisierungen. Taktisches Vorgehen wird in der Regel mit Erfolg auf dem Schlachtfeld belohnt. Grösster Kritikpunkt bleibt die sehr kleine Schrift der Erklärtexte, die bestimmt ganz interessant wären.

Los, los, los! Ich gebe dir Deckung!
Los, los, los! Ich gebe dir Deckung! © M2H & BlackMill Games

Isonzo gesellt sich definitiv zu den Hardcore-Shootern. Somit genügt bereits ein kritischer Treffer, um den Gegner auszuschalten. Ein Schuss in die Extremitäten muss allerdings nicht zum sofortigen Hinscheiden führen. Der Spieler kann sich in diesen Situationen selbst medizinisch versorgen oder andere verbündete Spieler behandeln ihn. Dies ist eine willkommene Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängern.

Hardcore-Shooter zu sein, bedeutet auch, dass auf Fadenkreuze und anderes Hilfsmittel verzichtet wird. Stattdessen verlangt Isonzo viel taktisches Vorgehen und Geduld im Stellungsgefecht. Die historische Authentizität schränkt zwar die Waffentechnologien und das Spieltempo ein, macht das Spiel diesbezüglich ebenso einzigartig.

Urlaub in Italien habe ich mir anders vorgestellt!
Urlaub in Italien habe ich mir anders vorgestellt! © M2H & BlackMill Games

Wie gewohnt stehen verschiedene Spezialisierungen als Offizier, Gewehrschütze oder Scharfschütze zur Auswahl. Jede Spezialisierung startet mit einer Standard-Bewaffnung. Weitere Waffen und Fähigkeiten müssen freigeschaltet werden. Offiziere können über Feldtelefone Artillerie- oder Luftunterstützung herbeirufen und so den Verlauf einer Schlacht entscheidend beeinflussen.

Die Isonzoschlachten finden vor schönen Kulissen auf grosszügigen Schlachtfeldern statt. Die Karten wirken dabei nicht überdimensioniert, und der Spieler kann nach dem Respawn relativ schnell wieder ins Geschehen eingreifen. Die Kampagnen können. wie schon von Verdun und Tannenberg gewohnt, einige Zeit in Anspruch nehmen. Insgesamt wirken sie aber nicht langatmig.

Technisch und von der Physik her gibt Isonzo, obwohl es kein AAA-Titel ist, einiges her. Beispielsweise kann nahe einer Deckung das Gewehr nicht bedient werden. Dennoch lässt sich in den Bewegungsabläufen der Spieler noch Potenzial ausmachen. Die Explosionen von einschlagenden Mörsern klingen ganz ordentlich. Leider können aber die visuellen Effekte nicht mithalten. Die Gewehrschüsse klingen insgesamt recht monoton, was allerdings auch an der damaligen Waffentechnologie liegen mag. Immerhin haben die Entwickler versprochen, in kommenden DLCs weitere Waffentypen nachzuliefern.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

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Trailer: Release Date Englisch, 00:44