Horizon: Forbidden West (2022)

Horizon: Forbidden West (2022)

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PS5-Review: Same same, but different

Die Spielwelt ist atemberaubend hübsch.
Die Spielwelt ist atemberaubend hübsch. © Sony Interactive Entertainment

Das Abenteuer von Aloy geht weiter! Nach einer Verschiebung ist die lang ersehnte Fortsetzung von Horizon: Zero Dawn nun endlich da. Und die Story schliesst nahtlos an den Vorgänger an. Nach dem siegreichen Kampf gegen die finstere KI Hades durchstreift Aloy nun die Lande, um nach einem Backup des Gaia-Programms zu suchen, mit dem sie die postapokalyptische und von gefährlichen Roboter-Maschinen beherrschte Welt wieder ins Gleichgewicht bringen will.

Aloys Reise führt dabei in den Verbotenen Westen, ein grossflächiges Gebiet, das von zerklüfteten Gebirgsketten, Wüsten und tropischen Küstenregionen alles bietet, was das Spielerherz begehrt. Dort trifft sie nicht nur auf bekannte und neue Robo-Dinos, sondern auch fremde Stämme und Clans. Manche helfen ihr auf ihrer Reise, andere wollen die bogenschiessende «Auserwählte» unter die Erde bringen.

Horizon: Forbidden West ist eine äusserst gelungene und konsequente Fortsetzung des schon sehr guten Erstlings. Wirkliche Neuerungen gibt es nur jedoch wenige und beim Spielablauf fällt man schnell in die klassische Openworld-Routine. Dafür motivieren eine detailreiche und glaubwürdige Spielwelt und eine schöne Story zum Weiterspielen. Für einen allfälligen dritten Teil dürften die Entwickler aber ruhig etwas mehr Mut beweisen.

Tropische Wälder, Wüsten und karge Berggipfel. Der Westen präsentiert sich vielfältig.
Tropische Wälder, Wüsten und karge Berggipfel. Der Westen präsentiert sich vielfältig. © Sony Interactive Entertainment

Fans des Erstlings fühlen sich sofort heimisch. Das liegt daran, dass sich in Horizon: Forbidden West nur wenig geändert hat. In vielerlei Hinsicht. Steuerung, Menüführung, Kampf- und Questdesign - alles wie gehabt. Wir bewegen uns in einer offenen Welt, erlegen Maschinen mit unserem Bogen oder Speer und bauen aus den ergatterten Teilen neue und stärkere Ausrüstung. In der freien Wildnis helfen wir Clan-Mitgliedern, durchforsten Dungeons und lösen kleinere Umgebungsrätsel.

Änderungen findet man im Detail. So kann Aloy in der freien Natur nun ähnlich wie bei Assassins Creed freier an diversen Steilhängen und Klippen emporklettern. Zur Not greift sie auch zu einem Kletterhaken. Ausserdem hilft ein neuer Gleitschirm beim rasanten Abstieg von Hügeln - oder wir schwingen uns gleich auf den Rücken eines Roboter-Vogels und erkunden die Welt im Flug.

Fast so cool wie Fuchur!
Fast so cool wie Fuchur! © Sony Interactive Entertainment

Mühsam werden die Kletter- und Springpassagen lediglich in engen Räumen. Hier wirbelt die Kamera wild umher und erschwert die Übersicht. So kommt es vor, dass Aloy hin und wieder in die falsche Richtung abspringt - und damit in den sicheren Tod. Auch sonst ist die Kletterei fummelig geraten und Aloy springt manchmal planlos zwischen den Greifpunkten hin und her, statt sich nach oben oder unten zu bewegen.

Auch bei der Ausrüstung und beim Skillbaum hat sich etwas getan. Getreu dem Motto «Mehr ist besser» bieten sich dem Spieler nun eine grössere Auswahl an Waffen und freischaltbaren Fähigkeiten. Etwas eigenartig mutet jedoch an, dass Aloy in den paar Monaten, die seit dem Ende von Horizon: Zero Dawn vergangen sind scheinbar vieles vergessen und verlernt hat. Anders kann man sich nicht erklären, dass man einige Fähigkeiten wieder freischalten muss, die man im Erstling noch beherrscht hatte.

Ärgerlich ist auch, dass man einzelne Gegner noch immer nicht mittels Lock-on aufs Korn nehmen kann. Gerade Gefechte mit mehreren Feinden enden so schnell in einem unübersichtlichen Chaos.

Nebst neuen Figuren trifft man auch auf alte Bekannte.
Nebst neuen Figuren trifft man auch auf alte Bekannte. © Sony Interactive Entertainment

Horizon: Forbidden West legt einen grösseren Fokus aufs Crafting als noch der Vorgänger. So können wir jede Waffe und jedes Outfit mit den passenden Maschinenteilen oder Tierknochen mehrfach aufwerten. Gepaart mit einer Vielzahl neuer Waffen- und Ausrüstungsgegenstände gibt es so auch im späteren Verlauf der umfangreichen Kampagne noch viel zu erledigen und zu leveln.

Technisch macht Horizon: Forbidden West wenig überraschend eine hervorragende Figur. Die Texturen sind top, die Lichteffekte wunderhübsch und das wiegende Gras und Moos eine Augenweide. Auch bei den Animationen von Mensch und Tier hat Guerilla Games nochmals eine Schippe draufgelegt. Selbiges gilt für die Mimik der Figuren. Gepaart mit der gelungenen Synchronisation ergibt sich daraus ein sehr stimmiges Gesamtwerk, dass zudem noch praktisch fehlerfrei läuft.

Die Kämpfe bringen uns manchmal ganz schön ins Schwitzen.
Die Kämpfe bringen uns manchmal ganz schön ins Schwitzen. © Sony Interactive Entertainment

Aber so toll das Spiel aussieht und so wunderbar wie alle Mechaniken funktionieren, so mutlos sind die Entwickler an die Fortsetzung herangegangen. Klar, warum sollte man ändern, was funktioniert? Horizon: Forbidden West fühlt sich trotzdem eher wie ein Add-On an als eine eigenständige Fortsetzung. Auch beim Questdesign fällt der Titel gelegentlich in klassische Openworld-Muster. Hol- und Bringquests, Maschinenkämpfe, Dungeons mit Klettereinlagen. Alles bekannt, alles schon mehrfach gespielt. Dass man trotzdem dranbleibt, liegt an der Story, der lebendigen und farbenfrohen Welt und dem gelungenen Gameplay.

Chris Bucher [chb]

Chris ist ein Luzerner Filmemacher, Journalist und leidenschaftlicher Gamer. Er mag alles, was mit Horror zu tun hat. Seine Devise lautet: Je morbider, desto besser. Für OutNow schreibt er seit 2019 regelmässig Reviews. Er hat eine Schwäche für alte Dinosaurierfilme.

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Trailer: Story Englisch, 03:04