Young Souls (2021)

Young Souls (2021)

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Xbox One-Review: Hau den Goblin

Voll öde, ey.
Voll öde, ey. © The Arcade Crew

Die zwei Teenager Jenn und Tristan wurden verlassen und fanden sich ohne Familie wieder. Zu ihrem Glück wurden sie vom gutherzigen Professor adoptiert, der die beiden Geschwister in sein Haus in einer kleinen Hafenstadt mitnimmt. Allerdings ist das Leben in Portsbourgh für die beiden nicht gerade ereignisvoll und entsprechend hängen sie einfach nur viel rum.

Als urplötzlich der Professor spurlos verschwindet und die beiden Teenager ein Portal in eine andere Welt entdecken, geht für sie der langersehnte Wunsch nach Action endlich in Erfüllung. Doch bald schon merken Jenn und Tristan, dass ihr Trip durch das Portal nicht nur den Professor, sondern auch die Existenz des Lebens auf der Erde retten könnte.

Das kleine französische Entwicklerteam von 1P2P Studio hat mit seinem ersten grossen Wurf Young Souls gleich einen Coup gelandet. Das Game bietet Spass auf vielen Ebenen und weiss dank seiner Mischung diverser Genres gut zu gefallen. Inhaltlich mangelt es allerdings an einigen Orten, und die teilweise vulgären Texte passen so gar nicht ins Geschehen. Abgesehen davon erhält man für den Preis ein sehr gutes Spiel, das sowohl allein als auch zu zweit gefällt.

«Wir schnetzeln dich auf!»
«Wir schnetzeln dich auf!» © The Arcade Crew

Letztes Jahr erschien dieser Titel noch exklusiv auf Googles Streamingplattform. Ein paar Monate später können nun alle dieses Indie-Game geniessen, das schon auf Stadia gute Kritiken erhielt. Natürlich weiss Young Souls auch auf den Konsolen zu gefallen und sorgt mit seiner peppigen Art aber nicht nur für Lust, sondern leider teilweise auch für Frust.

Es dauert nämlich einen Moment, bis die ganze Action losgeht. Die Vorgeschichte wird mit vielen langatmigen Dialogen erzählt. Vielleicht wären hier Flashbacks während des Abenteuers das passendere Mittel gewesen. Da die Figuren nicht sprechen, gibt es auch sonst sehr viel Text zu lesen. Dieser generiert aber selten einen Mehrwert. Im Gegenteil: Die Macher haben wohl versucht, mit teilweise sehr vulgärer Sprache «cool» zu sein, aber den beiden Hauptcharakteren kauft man dies zu keiner Zeit ab. Schade, denn so entsteht nie eine Sympathie zu den Protagonisten.

Spielerisch weiss Young Souls dafür sehr zu gefallen. Die Spielmechanik funktioniert gut, und obwohl das Aufleveln etwas dauert, ist es logisch aufgebaut und gut verständlich. Wer noch nicht viele Rollenspiele gezockt hat, kommt gut zurecht. Man muss sich dabei früh zwischen Kraft, Verteidigung und Ausdauer entscheiden. Zum Glück hat man zwei Charaktere, sodass man sich die Eigenschaften entsprechend aufteilen kann. Dies ist auch nötig, denn sonst geht man gegen die etlichen Gegner auf dem Schlachtfeld sehr schnell unter.

Son Goku wäre stolz
Son Goku wäre stolz © The Arcade Crew

Das Game eignet sich sehr gut, um sich zu zweit ins Getümmel zu stürzen. Dabei übernimmt jeder Spieler einen der beiden Charaktere, die sich dann gleichzeitig im Kampf befinden. Spielt man dennoch allein, kann jederzeit zwischen den beiden Geschwistern gewechselt werden. Dies ist auch bitter nötig, zumal die unteren Schwierigkeitsgrade bereits eine gute Herausforderung bieten. Alles in allem bietet dieser Titel gute Unterhaltung für Freunde von Couch-Kooperation. Somit ist das Spielen mit einer bekannten Person auf dem Sofa zu bevorzugen. Das Entdecken der etwas skurrilen Welt mit den beiden Draufgängern macht so noch mehr Spass.

Technisch ist Young Souls für einen Indie-Titel auf einem beachtlichen Niveau. Zwar gibt es keine Optimierung für die neusten Konsolen, und die Ladezeiten dürften für einen modernen Titel auch etwas kürzer sein, aber optisch hinterlässt das Spiel einen soliden Eindruck. Die etwas kargen Farben stören nicht und die Bildwiederholrate bleibt auch bei grösseren Kämpfen stabil. Die Effekte lassen die Surround-Lautsprecher viel arbeiten und der Soundtrack kommt ebenfalls klar zur Geltung. Dieser hätte für die Atmosphäre aber noch einen Tick abwechslungsreicher sein dürfen. Hierfür hat das Entwicklerteam bis zu seinem nächsten Spiel aber noch Zeit, denn wenn es so weitermacht, wird es garantiert weitere Erfolge feiern.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Trailer: Launch Englisch, 01:24