Summertime Madness (2021)

Summertime Madness (2021)

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PS5-Review: Ein klassisches «Bilder»-Rätsel

Das Spiel fällt durch eine schöne visuelle Gestaltung auf.
Das Spiel fällt durch eine schöne visuelle Gestaltung auf. © Sometimes You

Prag mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Wir sehen unsere Hauptfigur - einen Maler - in seiner Dachgeschoss-Wohnung an einem Gemälde arbeiten. Während um ihn herum Bomben die Stadt erschüttern, steht plötzlich ein mysteriöser Fremder in seiner Bleibe und macht ihm ein Angebot.

Er erlaubt dem Maler, der Realität zu entfliehen und in seine eigenen Werke abzutauchen. Allerdings nur, bis die Uhr Mitternacht schlägt. Wenn er bis dahin nicht aus den Gemälden zurückgefunden hat, bleibt er für immer darin gefangen…

Summertime Madness ist ein visuell schönes Rätselspiel mit einer kreativen Prämisse. Leider stolpert das Spiel stellenweise über seine eigenen Ambitionen und frustriert die Spieler und Spielerinnen an manchen Orten mehr, als dass es sie herausfordert. Ein Blick in die hübsch gestalteten Kunst-Welten lohnt sich trotzdem.

Wir haben doch keine Zeit!
Wir haben doch keine Zeit! © Sometimes You

Summertime Madness ist ein klassisches Puzzle-Spiel. Wir bewegen uns in der Ego-Perspektive durch verschiedene surreale Umgebungen, die in einem hübschen Aquarell-Look daherkommen und von bekannten Gemälden inspiriert sind. Unterwegs begegnen wir zahlreichen kleineren und grösseren Knobeleien. Mal sind es Türschalter-Rätsel auf einem Schiff, mal irren wir durch ein M.C. Escher-ähnliches Treppenhaus.

Natürlich sind die Rätsel auch das Herzstück des Spiels, und die sind leider alles andere als perfekt. Während einige Herausforderungen relativ klar sind, gibt es auch welche, die uns ahnungslos in der Luft hängen lassen. Wer hier nicht alles genau anschaut, lange Laufwege in Kauf nimmt und um die Ecke denkt, wird sich wohl in der schön gestalteten und stimmig vertonten Welt verlieren. Abzüge gibt es auch für die holprig übersetzten und fehlerhaften deutschen Texte. Das riecht stellenweise arg nach Google-Übersetzer.

Was Summertime Madness von ähnlich gelagerten Titeln wie The Unfinished Swan abhebt, ist das Zeitlimit. Bis die Uhr für den Maler Mitternacht schlägt, bleiben uns 6 Stunden. Alternative Schwierigkeitsgrade ermöglichen jedoch auch ein entspannteres Spielerlebnis ganz ohne Zeitdruck - oder ein stressigeres mit einem 3-Stunden-Limit. Geübte Knobler werden wohl für den ersten Durchgang um die vier Stunden brauchen, um den Maler aus seiner gezeichneten Welt wieder herauszuholen.

Chris Bucher [chb]

Chris ist ein Luzerner Filmemacher, Journalist und leidenschaftlicher Gamer. Er mag alles, was mit Horror zu tun hat. Seine Devise lautet: Je morbider, desto besser. Für OutNow schreibt er seit 2019 regelmässig Reviews. Er hat eine Schwäche für alte Dinosaurierfilme.

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