Olija (2021)

Olija (2021)

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PS4-Review: Wo die Sehnsucht mit dem Notwendigen kollidiert

Wie Rapunzel oder Julia - so nah und doch so fern: Olija
Wie Rapunzel oder Julia - so nah und doch so fern: Olija © Devolver Digital

Lord Faraday kann die Misere seines Volkes nicht mehr ertragen. Also sticht er in See, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. So das Unglück will, erleidet Faraday Schiffbruch. Knapp am Leben findet er wieder zu sich im mysteriösen Land Terraphage, von seiner Schiffs-Crew gibt es keine Spur. Mit einer legendären Harpune macht sich Faraday auf, seine Mannschaft zu retten und aus dem feindlichen Land zu fliehen. Käme ihm da nicht die geheimnisvolle Olija, in die Quere.

Olija verspricht mehr, als es hält. Das macht aus dem Spiel beileibe kein schlechtes. Nur hätten wir hinsichtlich der Erzählung mehr erwartet. So bleibt es bei der Andeutung des inneren Kampfs zwischen Sehnsucht und Verantwortung. Spielerisch ist Olija mehr als kompetent. Die Mechanik der Harpune macht Spass und die Kämpfe und Rätsel bleiben über die überschaubare Spielzeit sehr kurzweilig.

Diese Deko wäre mir zu aufwändig
Diese Deko wäre mir zu aufwändig © Devolver Digital

Gestrandet auf einer einsamen Insel, müssen wir unsere Mannschaft retten und aus Terraphage fliehen. Dazu braucht es drei obskure Schlüssel, die es zu finden gilt. Sehr bald ergattern wir die legendäre Harpune, die uns ungeahnte Fähigkeiten im Kampf und neue Wege in der Spielwelt eröffnet. Als primäre Waffe, mit welcher sich schlagkräftige Kombos ausführen lassen, metzeln wir uns durch das Spiel. Zudem können wir sie auf Gegner werfen und uns blitzartig zu ihnen teleportieren, was die Kampfdynamik zusätzlich erhöht.

Genau diese Fähigkeit zur Teleportation ermöglicht es uns, zuvor unüberwindbare Hindernisse zu meistern, was dem Spiel einen leichten Metroidvania-Touch verleiht. Später kommen andere Fähigkeiten hinzu, die diesen Aspekt sowie vereinzelte Rätsel vertiefen. Die Stärken des Spiels liegen allerdings nicht in seiner Struktur. Dazu ist der Metroidvania-Teil zu unwichtig. Stattdessen konzentriert sich Olija vor allem auf den Kampf, der mysteriösen Geschichte und die geheimnisvolle Spielwelt.

Memo an mich selbst: Spiesse machen Aua.
Memo an mich selbst: Spiesse machen Aua. © Devolver Digital

Das funktioniert in dieser 8-Bit-Grafik erstaunlich gut. Die verschiedenen Biomen sind wunderschön gestaltet, und man erkennt viel mehr, als man aufgrund des Pixel-Looks hätte erwarten dürfen. Die ausdrucksvollen Animationen und die herausragende Musik unterstützen das Ortsbewusstsein umso mehr. Die Erzählung hätte gerne etwas expliziter sein dürfen. So waten wir, fast schon wie Faraday selbst, in trüben Gewässern und versuchen verzweifelt, uns einen Reim auf das Geschehene zu machen.

Spielerisch überzeugt das Spiel mit intensiven, brachialen Kämpfen. Die Harpune kombinieren wir gekonnt mit sekundären Waffen wie Schwert oder Armbrust. Die spezielle Sauce liefern die verschiedenen Hüte, die wir beim Hutmacher erwerben können. Einer erzeugt nach dem Ausführen von Kombos spitze Federn, die auf Gegner zufliegen. Ein anderer schützt euch vor Säure und generiert selbst diese ätzende Flüssigkeit, die eure Widersacher auffrisst. Unser Können setzen wir am Ende des Levels gegen kreativ designte und durchaus anspruchsvolle Bossgegner ein. So vermag das Gameplay die kurze Spielzeit von etwa einem halben Arbeitstag gut tragen.

Kurz und knackig, ergänzt mit einer Prise Mystizismus und Romantik, bietet Olija ein attraktives Gesamtpaket, das man sich für zwischendurch gut geben kann.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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Trailer: Release Englisch, 01:21