NBA 2K22 (2021)

NBA 2K22 (2021)

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Xbox Series X|S-Review: NBA-Star oder doch eher Influencer?

Da guckste, oder?
Da guckste, oder? © 2K

Alle Jahre wieder erscheint die Basketballsimulation aus dem Hause 2K. Nachdem letztes Jahr beim Launch die neue Konsolen-Generation noch nicht auf dem Markt war, haben es sich die Damen und Herren hinter NBA 2K22 heuer als Ziel gesetzt, unter anderem das bestmögliche Setup aus den neuen leistungsstarken NextGen-Konsolen zu holen.

So verspricht uns 2K nicht nur Neuerungen im Gameplay und in der Optik, sondern mit dem neuen Karrieremodus auch eine kleine Revolution. Beim Erkunden der lokalen Stadt gilt es Aufträge zu erledigen, um es bis ganz nach oben in den Basketball-Himmel zu schaffen. Ganz nach dem Motto «Anyone, Anywhere» kann in der neusten Ausgabe der Serie jeder überall Basketball spielen. Doch funktioniert dies wirklich so gut wie versprochen?

Der überarbeitete Karrieremodus ist in der Tat eine Spezialität für sich. Das Ganze erhält schon fast ein wenig Rollenspiel-Charakter, der für eine solche Sportsimulation nicht unbedingt nötig wäre. In einem Basketballspiel wirkt das schlichtweg «over the top», nicht nur weil die Zwischensequenzen und die Ausdrucksweise gewisser Charaktere beinahe zum Fremdschämen verleiten. Was NBA 2K22 ausserhalb des Basketballfeldes nicht so gut hinkriegt, macht es dafür im Stadion wieder wett. Dort erhält man eine ordentliche Basketball-Simulation mit unter anderem deutlich verbesserter künstlicher Intelligenz beim Verteidigen.

Bekannte Gesichter dürfen nicht fehlen
Bekannte Gesichter dürfen nicht fehlen © 2K

Realistisches und spassiges Basketball-Spielen gehört wie in jedem NBA-Game zum Programm. Entwickler 2K hat jedoch dieses Jahr stark auf den Karrieremodus fokussiert. Dabei ist «Die Stadt» der Dreh- und Angelpunkt der Karriere. Sobald der eigene Spieler erstellt und nach Belieben gestaltet ist, geht es auch schon los. Das Ziel ist es, den jungen, aspirierenden Influencer ganz nach oben zu bringen. Auf der Suche nach dem Ruhm findet man in der Stadt dabei allerlei Missionen. Die Entscheidung, welchen Weg man dabei einschlägt, liegt ganz beim Spieler. College-Basketball, G-League oder direkt zum Draft in der NBA? Keine Sorge, der Kumpel und Manager Ricky steht bei schwierigen Entscheidungen stets zur Seite.

Das Herumtreiben in der Stadt bringt durchaus eine gewisse Prise Rollenspiel mit sich. Wer keine Lust hat, zu einem Auftrag zu laufen, nimmt einfach eines der verfügbaren Transportmittel wie etwa ein Skateboard. Ziemlich untypisch für ein Spiel dieses Genres. Für Spieler, die vor allem auf der Suche nach einem anspruchsvollen Basketball-Match sind, kann dies schnell langweilig und übertrieben wirken. Ob man in einem Sportspiel wirklich auch noch ein In-Game-Handy braucht, sei dahingestellt. Besonders dann, wenn darüber hauptsächlich klischeehafte, mit halbmodernen Slang-Ausdrücken gefüllte Konversationen stattfinden.

Die WNBA sorgt für ordentlich Frauen-Power!
Die WNBA sorgt für ordentlich Frauen-Power! © 2K

Nichtsdestotrotz trifft man auf dem Feld die gewohnte und beliebte 2K-Basketball-DNA an. NBA 2K22 bringt dieses Jahr einige Gameplay-Verbesserungen mit sich. Nebst dem Dribbling und den Würfen wurde insbesondere die künstliche Intelligenz der defensiv spielenden Gegner verbessert. Das alles und auch die gewohnte Qualität der gesamten Ambiance und der Präsentation eines vollgepackten Stadions sorgen für ein authentisches und spassiges Basketball-Erlebnis. Mit dabei ist auch dieses Jahr wieder der WNBA-Modus. Allerdings hat sich hier im Vergleich zum letzten Jahr nicht viel verändert, der Modus bietet aber trotzdem einiges an Abwechslung.

An der Grafik und den Bewegungsanimationen der Spieler gibt es nichts auszusetzen. Allerdings gibt es gegenüber dem Vorgänger keine gewaltigen Unterschiede. Eigentlich schade, denn hier hätte man schon auch einige spürbare Unterschiede gegenüber dem letztjährigen Titel erwartet. Wie schon bei NBA 2K21 gibt es auch dieses Jahr wieder Minuspunkte für den Onlinezwang im Karrieremodus. Die unübersichtliche Menu-Gestaltung wird glücklicherweise durch einen guten Soundtrack und geniales Basketball-Gameplay überdeckt.

Martin Heusser [mhe]

Martin ist leidenschaftlicher 4K- und HDR-Enthusiast. Am liebsten zockt er auf der Xbox Games aus der «Far Cry»-Reihe oder sieht sich am Fernseher Serien aus dem Hause Showtime an. Seit 2020 schreibt er neben seinem Blog auch Game-Reviews als Freelancer für OutNow.

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