Miitopia (2021)

Miitopia (2021)

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Switch-Review: Ich hab' Hunger, Horst!

Darf ich dich streicheln?
Darf ich dich streicheln? © Entwickler / Publisher

Einige Jahre nach Miitopia legt Nintendo nun eine Version des Abenteuer-Rollenspiels für die Switch auf. Mit knuffigen Figuren, die man selber benennen und anpassen kann, geht es in die Welt hinaus, um gegen Monster un den dunklen Fürsten zu kämpfen.

Wieder gilt es, mit verschiedenen Klassen in rundenbasierten Kämpfen zu bestehen, die Spezial-Skills clever einzusetzen und die Belohnungen in sinnvolle Upgrades zu investieren. Leider wissen die Miis selber oft nicht so genau, was sie eigentlich wollen oder brauchen, da müssen die Spieler helfen.

Alles in allem ist Miitopia ein Spiel mit hohen Niedlichkeitsfaktor für Spieler ab sieben Jahren, aber auch ältere können daran Spass haben. Ganz toll ist die Möglichkeit, Amiibos in das Spiel zu laden und dann zum Beispiel im Yoshi-Kostüm durch die Welt zu springen - doch Vorsicht: Nicht alle Figuren sind kompatibel. Statt eines Skins gibt es dann aber immerhin einige Tickets, mit denen man in Miitopia Münzen gewinnen kann.

Nintendo hat das 3DS-Spiel Miitopia auf die Switch portiert - in Miitopia schickt man seine Miis auf eine verrückte Abenteuer-Reise, um die Bewohner von Miitopia zu retten: Der dunkle Fürst hat ihre Gesichter gestohlen, und diese gilt es nun von Monstern zurückzuerobern. Die Fähigkeiten der Miis hängen unter anderem auch davon ab, wie gut sie miteinander klarkommen. Darum sind neben dem rundenbasierten Monster-Vermöbeln auch gemeinsame Café-Besuche oder Angeln angesagt.

Gleich zu Beginn gilt es, einen Mii auszuwählen, den wir in das Abenteuer schicken wollen. Hier kann man auf bereits erstellte Miis zurückgreifen, welche von Amiibos kopieren oder neu erstellen. Je nach Vorliebe und Vorarbeit vergeht dabei gerne eine gewisse Zeit, bis man zum Startbildschirm weitergehen kann.

Her mit euren süssen Gesichtern
Her mit euren süssen Gesichtern © Entwickler / Publisher

In einer ersten Sequenz erfährt man etwas über seltsame Vorkommnisse in Miitopia, und man spricht mit den Bewohnern einer Stadt. Bei diesen Passagen wie auch später muss man relativ viel lesen, weil die Miis in einer unverständlichen Sprache plappern. Der dunkle Fürst taucht schliesslich auf, raubt auch hier alle Gesichter, und unser Held kann seine erste Quest annehmen: Er soll sich auf die Suche machen. Dazu navigiert man auf einer Landkarte von Punkt zu Punkt und erkundet schrittweise die Spielwelt. Hinweise gibt ein geheimnisvolles Wesen namens Horst. Ja, es heisst wirklich so.

Kurz darauf gilt es, weitere Rollen mit Miis zu besetzen bzw. die vorgeschlagene Auswahl je nach Geschmack anzupassen. Auch muss für jeden Mii eine Klasse ausgewählt werden, es gibt Ulkiges wie «Popstar» oder eher Klassisches wie «Krieger». Vom Schwierigkeitsgrad her spielt es aber erstmal keine grosse Rolle, welche Klasse man wählt, und im späteren Verlauf kann man auch mal wechseln.

In der Welt treffen wir auf den Fürsten selbst, auf (niedliche) Monster, Schatztruhen mit Gold oder Gasthäuser, wo es gilt, seine Mii-Truppe bei Laune zu halten. Einerseits muss man sie optimal auf die Zimmer verteilen, damit sie sich besser kennenlernen, andererseits schlagen sie vor, neue Ausrüstung oder Proviant zu kaufen, was man dann abnicken oder ablehnen kann.

Im Gasthaus soll man ausserdem den Miis das zuvor eingesammelte Essen anbieten. Allerdings verschmähen sie gewisse Dinge, und nur wenn es ihnen mundet, bringt es auch einen Vorteil bei ihren Werten. Hier kann man auch einfach auf den Zufallsknopf drücken.

ich hör nur Mimimi
ich hör nur Mimimi © Entwickler / Publisher

Die Grafik ist niedlich gestaltet und die Soundeffekte sind süss. Die Möglichkeit, alle Charaktere anzupassen, ist ziemlich clever. So bleibt kein Spiel gleich. Einzig bei den Wanderungen zwischen verschiedenen Events wirken die Landschaften ein wenig repetitiv, auch wenn es im Spielverlauf unterschiedliche davon gibt. Andererseits achtet man eher auf die Sprechblasen und es fällt dann gar nicht so sehr auf. Ein wenig Abwechslung bieten dafür die wechselnde Tageszeit oder die Akustik, so ist in einer Höhlenlandschaft ein leichtes Echo zu hören. Bei den rundenbasierten Kämpfen wechseln zwar die Gegner, aber der Ablauf wirkt nach längerem Spielen vielleicht auch etwas eintönig.

ich will auch ein Pony!
ich will auch ein Pony! © Entwickler / Publisher

Im Kampf verlieren die Figuren ausserdem Kraft, Schutz und Leben - Attribute, welche man mittels einer Art Salzstreuer wieder auffüllen kann. Ich bin dann jeweils dazu übergegangen, den Kampf automatisch ablaufen zu lassen und mich auf das «Würzen» zu konzentrieren. Die neu erlernten Aktionen und Effekte können nämlich anfangs etwas überfordern, und man bekommt durch die Auto-Funktion ein Gefühl dafür, wann welche Aktion sinnvoll sein könnte.

Oliver Frick [fri]

Oliver lektoriert seit 2011 Texte für OutNow. Er mag fast alle Filme, ausser jene, die es mit Rückblenden übertreiben. Zu seinen Lieblingsregisseuren zählen Ridley Scott und Terry Gilliam. An den Solothurner Filmtagen hat er sich mal eine zünftige Männergrippe geholt und bleibt ihnen seitdem fern.

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