Marvel's Guardians of the Galaxy (2021)

Marvel's Guardians of the Galaxy (2021)

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PS5-Review: Gut, besser, Rick Astley

Ja, Lamy ist Teil des Teams.
Ja, Lamy ist Teil des Teams. © Entwickler / Publisher

Es sind die Anfänge des Teams. Die Guardians müssen sich noch eine Reputation erarbeiten und nehmen daher jeden Auftrag, den sie kriegen können. Aktuell sollen sie ein legendäres Monster einfangen, um es Lady Hellbender zu verkaufen. Gemäss dubiosen Informationen von Peter «Star-Lord» Quill muss das Team hierfür in die Quarantänezone eindringen.

Wie zu erwarten war, läuft es nicht ganz nach Plan, und die Guardians geraten direkt in die Fänge der Nova Corps, der intergalaktischen Polizei. Ihnen wird eine schwindelerregend hohe Busse auferlegt, die in kürzester Zeit fällig wird. Verzweifelte Zeiten erfordern verzweifelte Massnahmen, und wenn jemand verzweifelte Entscheidungen treffen kann, dann ist das Star-Lord.

Guardians of the Galaxy ist ein kurzweiliges, unglaublich unterhaltsames Action-Spektakel. Im Gegensatz zur 2020er-Ausgabe spürt man die Liebe zu den Charakteren an allen Ecken und Enden. Freilich, Eidos hätte ein anderes Aussehen für Douche-Lord wählen können, doch selbst er wächst einem im Verlauf der überraschend emotionalen Story ans Herz. Bitte mehr davon!

Bei Wind, Regen oder Sonne: Die Frisur sitzt!
Bei Wind, Regen oder Sonne: Die Frisur sitzt! © Entwickler / Publisher

Das Spiel beginnt ganz unaufgeregt. Nach einer kurzen Intro mit dem Teenager Star-Lord erforschen wir mit dem Team die Quarantänezone, die mehr eine bunte Mulde ist als ein Himmelskörper. Neben der Einführung in die verschiedenen Spielmechaniken bekommen wir hier die ersten Kämpfe serviert. Die Gegner, unförmige Blobs ohne Persönlichkeit, lassen Schlimmes erahnen, und für die nächste Stunde bessert sich der Eindruck kaum.

Dann geht es ganz schnell: Unsere Gegenspieler bekommen ein Gesicht, die Action nimmt schlagartig zu und der fantastische Soundtrack aus den 80ern dreht die Lautstärke auf 100. Was zunächst wie ein simpler - wenngleich dummer - Plan aussieht, um Geld für die Busse zu ergaunern, entpuppt sich als Galaxien umspannenden Road Trip mit dem Ziel, eine quasi-religiöse Bedrohung zu stoppen.

Es ist, als wären wir mitten in Guardians of the Galaxy Vol. 3. Der Wortwitz der Game-Guardians steht jenem der Filme in nichts nach. Die Spannungsbögen sind schön abgestimmt und die Action ist brachial. Fast schon wie nebenbei verhandelt die Erzählung schwerwiegende Themen wie Verlust und Freundschaft. Mal tiefer, mal oberflächlicher werden diese im Verlauf der Geschichte an diversen Charakteren abgearbeitet. Nichts Bahnbrechendes, aber trotzdem ist es gut möglich, dass man die eine oder andere Träne verdrücken muss.

Ist der nicht süss?
Ist der nicht süss? © Entwickler / Publisher

Dann ist noch das mit dem Retten der Galaxie. Wir erledigen das in der Rolle als Star-Lord. Zur Auswahl hätten wir die tödlichste Frau der Galaxie, eine ausserirdische Kampfmaschine, einen genial-explosiven Waschbären oder einen fast unzerstörbaren, anthropomorphen Baum. Aber nein, wir spielen den Sunnyboy mit der Knarre. Und dennoch funktioniert es.

Begleitet wird alles vom konstanten Geplänkel der Guardians - die hören gar nicht auf zu quasseln! Nicht alles zündet; vieles bekommt man gar nicht richtig mit; nicht selten überschneiden sich Tonspuren, wodurch man die nächste, Story-relevante Zeile nicht mitbekommt, weil Rocket noch einen dummen Spruch von sich geben musste. Manchmal ist es zu viel des Guten. Vieles wiederum ist witzig und das Hin und Her verleiht dem Team Authentizität.

Im Kampf können wir den Guardians Befehle erteilen und Spezialfähigkeiten abrufen. Wir können Rockets Bomben oder Gamoras Fertigkeiten mit dem Schwert auch gut gebrauchen, denn die Gegner stecken viele, viele Kugeln ein. So sind wir immer wieder gezwungen, die Guardians und unsere eigenen, ausbaufähigen Skills so einzusetzen, dass wir die jeweilige Schwäche des Gegners ausnutzen.

Jetzt guck doch nicht so böse!
Jetzt guck doch nicht so böse! © Entwickler / Publisher

Allerdings leidet unter der Hitze des Gefechts oft die Übersicht. Darum endet es meist damit, dass wir einfach die Angriffe der Guardians spammen, in der Hoffnung, den Kampf irgendwie zu gewinnen. Die zumeist uninspirierten Arenakämpfe würden schnell öde werden, wenn die Inszenierung nicht so gut gelänge.

Die Geschichte führt uns organisch von einem atemberaubenden Setpiece zum nächsten. Dazwischen gibt es auch mal eine Pause zum Verschnaufen. Mitten im Spiel kommen wir in «Knowhere» an. Unsere Stimmung ist aufgrund der Geschehnisse von vorhin gedrückt, und es dauert eine ganze Weile, bis wir den nächsten Gameplay-Trigger erwischen. In der Zwischenzeit erkunden wir die Stadt, dieses Amsterdam der Galaxie, und wir ergötzen uns an ihren Details, an ihrer Stimmung und ihren Lichteffekten. Guardians of the Galaxy ist eine Augenweide, und das Spiel weiss seine Reize gekonnt einzusetzen.

Es könnte noch so viel mehr zum Guardians of the Galaxy gesagt werden, von zig weiteren Kampfmechaniken, Entscheidungsmomenten, die ganze Szenen verändern, oder vom erhabenen Gefühl, Aliens niederzumetzeln, während im Hintergrund «Never Gonna Give You Up» gespielt wird. Zwar ist Guardians of the Galaxy keineswegs perfekt und die Eleganz der Umsetzung reicht nicht an ein Uncharted 4 heran, doch so viel unbekümmerten Spielspass findet man selten. Somit ist dieser Titel sicherlich der Überraschungshit des Jahres.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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Kommentare Total: 2

th

what the flark! came for the action, stayed for the banter. die wortwitzigen dialoge sind absolut unterhaltend, und gerade weil immer alle am quaseln sind, kommt eine erstklassige atmosphäre auf. das suchen nach loot ist etwas 0815, dafür aber die welten eine reine augenweide. mehr bitte!

ale

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