Mario Golf: Super Rush (2021)

Mario Golf: Super Rush (2021)

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Switch-Review: Bogey

Einmal mit Schmackes drauf!
Einmal mit Schmackes drauf! © Nintendo

Drei Jahre nach der Neuauflage von Mario Tennis für die Switch-Generation ist nun Golf an der Reihe. Wie schon das Tennisspiel wurde auch Mario Golf: Super Rush von Camelot in Zusammenarbeit mit Nintendo entwickelt. Zusätzlich zum klassischen Golfmodus gibt es neu die beiden chaotischeren Modi Battle Golf und Speed Golf.

Im Storymodus, Golf Adventure, wandert der selbsterstellte Mii-Charakter durch das Mushroom Kingdom und erlernt die unterschiedlichen Golftechniken. Auf dem Weg dahin verdient man sich Orden, in dem man kleine Turniere gewinnt. Ausserdem gibt es neue Schläger und Outfits freizuschalten.

Mario Golf: Super Rush bleibt wegen seiner geringen Anzahl an Kursen und Charakteren kurzlebig und dadurch eine Enttäuschung. Es gibt kaum Gründe, das Spiel über längere Zeit zu spielen, es fehlen Kostüme oder andere freischaltbaren Gegenstände. Die beiden neuen Modi Speed Golf und Battle Golf machen zwar im Multiplayer kurzzeitig Spass, und das reguläre Golfen ist nach einem anstrengenden Tag eine angenehme, entschleunigte Entspannung. Super Rush steuert sich präzise und ist hübsch gemacht, das hilft bei mangelnder Motivation zum Weiterspielen leider nicht.

And I ran so far away...
And I ran so far away... © Nintendo

1991 erschien das erste Mario Golf - und damit das erste Mario-Sportspiel - für den NES, dreissig Jahre später mit Mario Golf: Super Rush nun der siebte Ableger. Den besten Start darin findet man im Golf Adventure, dem Singleplayer-Modus des Spiels. Dieser erklärt in kleinen Häppchen die Regeln und Kniffe von Mario Golf, was mehrheitlich gut gelöst ist. Allerdings ist es komplett unnötig, dies in eine offene Welt zu packen. Diese erfüllt keinen Zweck ausser der Zeitvergeudung. Denn es gibt nichts zu entdecken und die ansprechbaren Charaktere geben nur nutzlose Tipps wie «Wer am Ende am wenigsten Schläge gebraucht hat, gewinnt!».

Ausserdem ist die Kampagne relativ kurz und man spielt mit seinem eigenen Mii, der in keiner Form in die Mario-Welt passt. Lieber würde man mit Mario oder jemandem aus seiner Gruppe spielen. Dies ist ausserhalb des Einzelspielermodus natürlich möglich. Da finden sich im regulären Golf wie auch in den neuen Modi Battle Golf und Speed Golf einige bekannte Gesichter wie Waluigi, Rosalina und Toad wieder, jedoch ist der Roster nicht annähernd auf dem Level eines Mario Kart 8. Auch die Anzahl Golfplätze ist mit sechs sehr überschaubar. Allerdings verspricht Nintendo, sowohl Characters als auch Plätze später nachzureichen.

Capture The Flag
Capture The Flag © Nintendo

Während alleine der reguläre Golf-Modus am ansprechendsten ist, machen Battle Golf und Speed Golf im Multiplayer durchaus Spass. In Battle Golf wird in einer Arena mit neun Löchern gespielt, und wer zuerst drei Löcher für sich beansprucht, gewinnt. Dies kann durchaus hektisch und spassig werden, jedoch versucht man bewusst, den anderen Spielern aus dem Weg zu gehen, um die freien Löcher für sich selbst zu sichern. So entsteht eher selten das gewünschte, an Mario Kart erinnernde Chaos.

Ähnlich gehts beim Speed Golf zu und her. Hier wird abgeschlagen, und anstatt dann zum Ball teleportiert zu werden, muss man - wie im richtigen Golf - zum Ball rennen. Und kann dabei natürlich seine Konkurrenz stören und behindern. Jedoch verliert man sich nach dem Abschlag oft aus den Augen, vor allem bei mehreren Wegen zum Loch. Wenn man als Wario mit seinem Supersprint einen Gegner aus dem Weg schubst, ist das natürlich lustig, aber nicht für längere Zeit. Durch die geringe Zahl an Kursen und Charakteren sowie den Fakt, dass Taktik nicht wirklich notwendig ist, bleibt Mario Golf: Super Rush kurzlebig und somit eine kleine Enttäuschung.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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Kommentare Total: 2

goe

Sehr geile Kritik :-) stark geschrieben.
Allerdings muss man fairerweise sagen, dass Mario Golf generell noch nie so viele Golf-"Bahnen" hatte. (immer zwischen 5 und 6)
Das heisst, man ist es sich in dieser Spielreihe tatsächlich gewohnt. Ich erinnere mich da gerne an Mario Golf für die N64 oder die Nintendo Gamecube, welche ebenfalls nur bedingt freischaltbare Charaktere hatten.

Da lob ich mir schon Super Smash Bros. wo man andauernd etwas Neues freischalten kann.
Ich muss das neue Mario Golf zwar noch spielen, bin mir aber im klaren, dass ich nicht zu viel erwarten kann.

nna

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