It Takes Two (2021)

It Takes Two (2021)

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Xbox Series X|S-Review: Double Trouble

Mr. Lover Lover
Mr. Lover Lover © Electronic Arts

May und Cody streiten sich andauernd. So beschliesst das Ehepaar, sich scheiden zu lassen. Beim Essen versuchen die beiden, die schlechte Nachricht ihrer gemeinsamen Tochter Rose beizubringen. Die Kleine kommt mit dieser Situation ganz und gar nicht klar. Wie durch einen Zauber, wohl durch ihre Trauer ausgelöst, wird das Bewusstsein der Eltern in zwei kleine Puppen verlegt. Um diesen Fluch zu brechen, müssen die beiden zusammenarbeiten, was ihnen angesichts der ehelichen Lage schwerfällt.

Bereits beim letzten Spiel des schwedischen Entwicklerstudios Hazelight, A Way Out, stand die Koop-Mechanik im Vordergrund. Dies dürfte aber die einzige Gemeinsamkeit sein, die sich zwischen diesem und dem neuen Titel It Takes Two finden lässt. Das neue Werk unter der Leitung des extrovertierten «Auteur» Josef Fares raffiniert die Systeme seines spirituellen Vorgängers. Und macht so gut wie alles Meilen besser.

Mit It Takes Two gelingt Hazelight Studios ein wahrer Koop-Hit. Wahnsinnig charmante und abwechslungsreiche Levels und Mechaniken lassen nie Langeweile aufkommen. Zwar macht sich die Geschichte das Thema der Scheidung etwas gar einfach und die Bosskämpfe wirken einfallslos, doch daran soll's nicht scheitern. Die Umgebungen werden je länger je kreativer, es setzt tatsächliche Kooperation voraus und macht einfach enorm viel Spass. Ein Must für alle Fans von Koop-Abenteuern.

Gepolstertes Wohnzimmer
Gepolstertes Wohnzimmer © Electronic Arts

Auch wenn wir A Way Out insgesamt nicht sonderlich mochten, der Fokus auf Kooperation schien vielversprechend für zukünftige Hazelight-Games. Und genau damit überzeugt It Takes Two vollends. May und Cody haben stets komplett verschiedene Aufgaben, die sie aber kombinieren müssen, um gemeinsam ans Ziel zu kommen. Hat May einen Hammer, kriegt Cody Nägel in die Hand gedrückt. Diese bleiben aber nicht für jedes Level gleich, sondern ändern ständig.

Denn It Takes Two ist ein enorm abwechslungsreiches Spiel. Nicht nur in den gelungenen kooperativen Mechaniken, sondern auch in den Umgebungen. Während es zu Beginn den Anschein macht, zurückhaltend und greifbar zu sein, wird es je länger, je abgefahrener - als hätten sich das Entwicklerteam nach dem ersten Level gedacht «Ach, Scheiss drauf, wir machen jetzt total verrücktes Zeug!» Und das meinen wir als Kompliment, denn das Spiel wird trotz einer Dauer von gut über zehn Stunden nie langweilig. Die Levels sind ebenfalls sehr charmant und einfallsreich in der Präsentation und bieten immer wieder schöne Hommagen an andere Spiele oder Genres.

Geile Achterbahn!
Geile Achterbahn! © Electronic Arts

Und selbst innerhalb der erwähnten Mechaniken gibt es noch Variationen und frische Ideen, wie man kooperativ ein Rätsel lösen kann. Diese Rätsel sind für ein angenehmes Spielerlebnis gerade richtig: nicht kinderleicht, aber auch nicht übermässig schwierig. Mit jemandem an der Seite, der sich nicht mit Games auskennt, dürften einigen Passagen Geduld benötigen. Denn das Game muss zwingend zu zweit gespielt werden, lokal oder online. Die zweite Person muss es aber nicht extra kaufen.

Ein paar kritische Punkte gibt's dennoch. Einerseits ist das Design der Bosskämpfe mechanisch erstaunlich einfallslos, vor allem im Vergleich zum restlichen Spiel. Und die Geschichte um das zerstrittene Ehepaar dient zwar als passabler Grund für die ganzen Aktivitäten, tut aber so, als wäre das Lösen einer zerbrochenen Liebe total einfach. Begleitet wird die Story von einem «Book of Love» namens Dr. Hakim, der aufdringlicher und nerviger kaum sein könnte. Seine disruptive Art stört den Spielfluss regelmässig. Abgesehen von diesen beiden Punkten ist It Takes Two aber ein Heidenspass für zwei, der an vielen Stellen an Charme kaum zu überbieten ist. Für Fans von Koop-Abenteuern ein absolutes Muss!

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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