HITMAN 3 (2021)

HITMAN 3 (2021)

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Xbox Series X|S-Review: Nichts für schwache Nerven!

Agent 47 ist bereit. Bist du es auch?
Agent 47 ist bereit. Bist du es auch? © IO Interactive

Mit Hitman 3 erscheint die letzte Iteration der «Welt der Attentate»-Trilogie. Nachdem Hitman vor fünf Jahren in einzelnen Episoden veröffentlicht wurde, entschied sich Entwickler IO Interactive bei der Fortsetzung dann doch wieder für eine kompletten Release aller Levels zur gleichen Zeit. Auch 2021 wird an dieser Strategie festgehalten. Somit stehen Agent 47 im neusten Abenteuer sechs komplett verschiedene, sorgfältig gestaltete und detailgetreue Schauplätze zur Verfügung, um seine Attentatsfähigkeiten auszuüben. Kann der dritte Teil aber an den bisherigen Spielen anknüpfen, oder ist es dann auch mal gut mit dem glatzköpfigen Agenten?

Hitman 3 legt eine klasse Grafik an den Tag und untermalt diese mit filmreifer und stets für Spannung sorgender Musik. Dank den verschiedenen Schwierigkeitsstufen kriegen auch Neulinge des Schleichspiel-Generes eine Chance. So richtig warm wird man mit dem Spiel aber trotzdem nur, wenn einem das ständige Schleichen, Verkleiden und Auf-der-Hut-Sein von misstrauischen Gegnern auch wirklich liegt. Für Spieler, welche sonst mehrheitlich Ego-Shooter spielen, gibt es definitiv bessere Optionen.

Zu erst mal die Lage abchecken.
Zu erst mal die Lage abchecken. © IO Interactive

Das Abenteuer beginnt auf einer Party in einem Hochhaus in Dubai. Die Szene erinnert zugegebenermassen ein bisschen an Furious 7. Man muss sich sogar wie im erwähnten Film in den Server-Raum schleichen, um die Kalender der beiden Ziele zu hacken, nur ohne Hilfe von Ludacris. Wie es typisch für das Hitman-Gameplay ist, kann man sich weitläufig bewegen und nahezu alle Räume erkunden. Vorausgesetzt, man trägt die richtige Verkleidung bzw. Uniform, welche man vorher einem unschuldigen Zivilisten abgenommen hat. Den Fehler, einen ausgeschalteten Wachmann nicht in einem Schrank oder einer Mülltonne zu verstecken, macht man hoffentlich nur einmal.

Die stark ausgeprägten Sinne und der übernatürliche Wahrnehmungssinn von Agent 47 helfen dem Spieler, den Spuren zu folgen um das Ziel zu finden. Die erweiterte Wahrnehmung kann jederzeit über eine Taste am Controller abgerufen werden. Grundsätzlich hat man innerhalb eines Levels freien Lauf und kann seine Ziele so ausschalten, wie man gerade Lust hat. Damit auch unerfahrene Spieler dem roten Faden einer Mission folgen können, gibt die nette Dame am Headset hin und wieder einen nützlichen Tipp, welcher dann auch als Zwischenziel auf dem Bildschirm angezeigt wird.

Wenn man den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst und nichts Auffälliges anstellt, genügt es je nach Mission, sich nur ein einziges Mal zu verkleiden. Andere Missionen hingegen erfordern das ständige Wechseln eurer Tarnung, was teilweise etwas nervig sein kann. Zum Glück werden nützliche Objekte vom Spiel hervorgehoben, wenn man sich ihnen nähert. Aber auch hier gilt: Nicht jedes Objekt erfüllt seinen Zweck gleichermassen. Bricht man beispielsweise eine Tür mit einem Brecheisen auf, anstatt das Schloss sorgfältig zu knacken, kann die Tür nicht wieder geschlossen werden. Dies erregt wiederum unerwünschte Aufmerksamkeit von neugierigen Wachen, widerspiegelt aber einen gewissen Realismus.

Die alleinstehende Villa in England ist der perfekte Ort für ein unbemerktes Attentat.
Die alleinstehende Villa in England ist der perfekte Ort für ein unbemerktes Attentat. © IO Interactive

Der dritte Teil der Trilogie ist nichts für schwache Nerven. Die Schauplätze sind zwar äusserst schön und detailreich gestaltet, können aber aufgrund Ihrer Grösse gerne einmal dazu führen, dass man sich darin verloren fühlt. Im Gegensatz zu anderen Games, welche dem Spieler die Wahl lassen, eine Mission entweder durch einen Frontalangriff oder einen Schleichangriff zu erledigen, gibt es diese Möglichkeit hier praktisch nicht. Die Missionen sind so gestaltet, dass man grösstenteils unentdeckt bleiben sollte oder zumindest Gegner, welche einem auf die Schliche gekommen sind, sofort ausser Gefecht setzen muss. Die unpräzise Waffensteuerung erhöht den Spassfaktor im Falle eines Feuergefechts auch nicht unbedingt. Pluspunkte gibt es aber definitiv für die Grafik, die Abwechslung bei den Lokationen sowie bei den Schauplätzen und Missionen. Warum sollte sich Agent 47 auch nicht als Privatdetektiv ausgeben können und einen Mord aufklären, nur um dann selbst einen zu begehen?

Martin Heusser [mhe]

Martin ist leidenschaftlicher 4K- und HDR-Enthusiast. Am liebsten zockt er auf der Xbox Games aus der «Far Cry»-Reihe oder sieht sich am Fernseher Serien aus dem Hause Showtime an. Seit 2020 schreibt er neben seinem Blog auch Game-Reviews als Freelancer für OutNow.

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