Foreclosed (2021)

Foreclosed (2021)

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Xbox Series X|S-Review: Zwing mich doch

Bitte macht dem Fass nichts!
Bitte macht dem Fass nichts! © Merge Games

In einer nicht allzu entfernten Zukunft ist die Identität eines Menschen sein wichtigstes Gut. Darum darf diese auf keinen Fall abhanden kommen und schon gar nicht in falsche Hände gelangen. Leider passiert dies genau Evan Kapnos, der eines Morgens aufwacht und sich nicht mehr an die letzten Geschehnisse erinnern kann. Bald merkt Evan, dass er seinen Job, seine Gehirnimplantate und den Zugang zur Blockchain der Stadt verloren hat. Sofort macht er sich auf den Weg, um das Schlimmste zu verhindern, nämlich dass seine Identität und seine Implantate an jemand anderen versteigert werden.

Die Erzählweise in Foreclosed ist definitiv mal was anders. Der Comic-Stil passt gut zu der Cyberpunk-Welt, und auch der Inhalt ist unterhaltsam. Leider aber ist dieser Titel dann doch mehr Geschichte als Spiel, denn die Steuerung lässt zu wünschen übrig, und irgendwie ist das Game mit seinen verschiedenen Genres weder Fisch noch Vogel. Wer auf den Cyberpunk-Stil steht und mit Gameplay-Abstrichen leben kann, wird mit Foreclosed relativ gut bedient. Ansonsten richtet man sich dann doch lieber an die grossen Titel dieser Art.

Ja wo durch jetzt?
Ja wo durch jetzt? © Merge Games

Mit Games wie Watch Dogs: Legion und Cyberpunk 2077 ist es offensichtlich, dass Elemente wie Hacken, Zukunft und Körpermodifizierungen bei Spielen im Trend sind. Auch das kleine Entwickler-Studio Antab möchte auf diesen Zug aufspringen und präsentiert uns mit Foreclosed ein Spiel, welches erzählerisch im Comic-Stil daherkommt. Während die Story gut vermittelt wird, haben die Macher aber beim Gameplay wohl das eine oder andere zu viel gewollt. Denn Foreclosed spielt sich nur bedingt gut.

Die Action-Elemente sind an sich gut aufgebaut. Es gibt sogar eine Art Deckungssystem, welches unbedingt genutzt werden sollte. Aber beim Ballern fehlt es an der nötigen Präzision. Um gezielte Head-Shots zu erreichen, ist definitiv ein ruhiger Finger gefragt. Zum guten Glück - oder eben auch nicht - ist die KI der Gegner nicht gerade die beste. Spätestens beim zweiten Versuch weiss man genau, wie die Gegner stehen und reagieren. Trotzdem, viele Schüsse abbekommen darf man nicht, denn sonst ist man schnell tot. Das Shooter-Genre geht in Foreclosed somit klar unter. Auch die kinetischen Elemente, mit denen Gegenstände herangezogen oder geworfen werden können, funktionieren selten so wie man es gerne möchte. Wer es also actionreich mag, muss genug Geduld mitbringen.

Ein Start nach Mass
Ein Start nach Mass © Merge Games

Kompensiert werden die schwachen Shooter-Merkmale durch die Rollenspiel-Elemente, welche zwar einfach, aber sauber integriert wurden. So darf man bei Dialogen mit Bösewichten oder Helfern aus unterschiedlichen Antworten wählen und kann dadurch noch mehr aus der Story erfahren. Diese ist zwar überschaubar, macht aber trotzdem Spass und sorgt zu einem grossen Teil dafür, dass das Game eben doch weitergespielt wird. Obschon die Comic-Aufbereitung gewöhnungsbedürftig ist, passt sie gut zum Spiel. Einzig bei den schnellen Szenen bricht der Spielfluss teilweise ab.

Es gibt für die spielende Person als auch für die Waffen eine Art Upgrade-Mechanismus. Leider entpuppt sich dieser als nicht sonderlich einfalls- oder hilfreich. Hier hätte man entweder gänzlich darauf verzichten oder aber es vertiefter ausbauen sollen. Somit ist Foreclosed ein zweischneidiges Schwert, welches entweder für seine Ästhetik geliebt oder aber für seine Gameplay-Schwächen geringgeschätzt wird. Schade, denn optisch wie auch akustisch hat das Spiel doch etwas auf dem Kasten.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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