Far Cry 6 (2021)

Far Cry 6 (2021)

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Xbox Series X|S-Review: Willkommen in Yara!

Dürfen wir vorstellen: Dani Rojas, Guerilla.
Dürfen wir vorstellen: Dani Rojas, Guerilla. © Ubisoft

Mit Far Cry 6 erscheint endlich das jüngste Abenteuer aus Ubisofts Far-Cry-Reihe. Das Spiel bringt mit seinem Austragungsort Yara, einer fiktiven, subtropischen Insel in der Karibik, lang ersehnte Gefühle aus Far Cry 3 zurück. Das Paradies hat jedoch seine Tücken. Es wird von Diktator Antón Castillo, gespielt von Breaking Bad-Star Giancarlo Esposito, durch Militärgewalt und Versklavung unterdrückt.

Als der Fluchtversuch von Insel-Bewohnerin Dani Rojas fehlschlägt, bleibt ihr keine andere Option, als sich gegen das Regime aufzulehnen und Yara von dessen Gewalt zu befreien. Ganz auf sich allein gestellt ist sie jedoch nicht. Auf den Inseln tummeln sich haufenweise andere Guerillakämpfer herum, welche ihre Hilfe noch so gern annehmen. Es gibt genügend Waffen, Sprengsätze und verrückte Fahrzeuge, um dem Terror endlich ein Ende zu setzen.

Far Cry 6 bietet alles, was man von einem Far-Cry-Titel erwartet: durchgeknallte Bösewichte und Alliierte, eine kontroverse und teilweise absurde, aber dennoch fesselnde Story sowie eine riesige, wunderschöne Game-Map. Wie in bisherigen Titeln der Reihe werden den Spielern auch diesmal viele Freiheiten gewährt. Nebst dem bereits bekannten und geliebten Gameplay bietet das Abenteuer in Yara zahlreiche Neuerungen. Panzer, Pferde, bewaffnete Autos und Charakter-Outfits sind nur einige davon. Zusätzlich wird zum ersten Mal die grafische Sensation mit 60 Bildern pro Sekunden auf den Bildschirm übertragen. Grandios!

Die Tropische-Insel-Vibes sind zurück!
Die Tropische-Insel-Vibes sind zurück! © Ubisoft

Der neuste Titel der Serie ist ohne Zweifel das bisher ambitionierteste Meisterwerk von Ubisoft. Die riesige Karte, die in verschiedene Regionen und kleinere Inseln unterteilt ist, erinnert zwar an Far Cry 5, zeitgleich aber auch ein wenig an Assassin's Creed Odyssey. Sobald ihr den Prolog gemeistert habt, steht euch frei, ob ihr euch vom Westen, Osten oder gleich von allen Richtungen nach Esperanza vorarbeiten wollt. Die Hauptstadt ist dabei das Versteck des berüchtigten Diktators.

Auf dem Weg nach Esperanza begegnet ihr abgefahrenen Charakteren, welche ebenfalls Teil der Revolution sind. Sie versorgen euch mit Tipps, geheimen Informationen und jeder Menge kreativen aber hoch effektiven Waffen. Beispielsweise ist Juan ein Guerilla, dessen Spezialität die Herstellung von «Resolver-Waffen» (selbst getüftelten Waffen) ist. Neben altbekannten Gadgets wie dem Saw Launcher aus Far Cry New Dawn sind die «Supremos» die wohl grösste Neuerung: verschiedene Rucksäcke, die ihr ganz nach eurem Geschmack auswählen könnt. Dies überlässt euch die Freiheit, ob ihr lieber lautlos und taktisch oder frontal und explosiv kämpfen wollt. Eins sei klargestellt: Jeder Helikopter-Pilot in Yara sollte sich vor einem Supremo fürchten.

Ihr entscheidet, ob ihr Dani Rojas als Frau oder Mann spielen wollt.
Ihr entscheidet, ob ihr Dani Rojas als Frau oder Mann spielen wollt. © Ubisoft

Dass man es in Yara mit einer richtigen Armee und nicht mehr mit einer Horde Sektenanhänger zu tun hat, merkt man sofort. Das Militär ist bestens ausgerüstet und stets präsent. Die Aussenposten, Militärkontrollpunkte und Flugabwehrkanonen, die überall auf der Insel verteilt sind, machen das Spiel um einiges schwieriger, aber auch interessanter als die Vorgänger. Kugelsichere Alarmanlagen und Überwachungskameras sorgen für eine grössere Challenge, beinträchtigen das Gameplay aber nicht negativ. Ubisoft hat hier eine gute Balance gefunden.

Das Rang-System für Gebiete, Waffen und Waffen-Upgrades wurde ebenfalls aus anderen Ubisoft-Titeln übernommen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Dani Rojas von Anfang an alle Waffenslots zur Verfügung stehen, ohne dass man zuerst drei Wildschweine jagen muss. Schade ist jedoch, dass man Waffen von neutralisierten Gegnern nicht mehr aufnehmen kann. Diese müssen im Verlauf des Spiels in Kisten gefunden oder gekauft werden.

Durch diese Änderung kann es gerne etwas länger dauern, bis man endlich seine Lieblingswaffe entdeckt hat. Dafür können Waffen durch verschiedene Typen von Munition und Perks modifiziert und dem Zweck entsprechend angepasst werden. Aufgrund der Entdecker-DNA des Spiels kann man sich in Sachen Waffen- und Gadget-Upgrades ein wenig verloren fühlen. All dieses Änderungen öffnen aber wiederum das Spielerlebnis von Anfang an ungemein.

Fahrzeuge in Far Cry 6 zu steuern, hat eine bedeutende Rolle. Helikopter und Flugzeuge sind nicht durch gewisse Missionen gesperrt und können von Beginn weg gestohlen und gelenkt werden. Die Fahrphysik wirkt nun deutlich besser und es gibt eine grössere Anzahl an Transportmitteln. Danis eigenes Auto kann im Aussehen, mit Waffen und Panzerung aufgemotzt werden.

Erstmalig ist es auch möglich, als Fahrer selbst ein Maschinengewehr auf dem Dach des Autos abzufeuern, während man am Steuer sitzt. Das macht unglaublich viel Spass und stimmt schon fast nostalgisch. Als hätte man sich in GTA 2 eine Uzi ans Auto geschraubt, nur eben in einem modernen Spiel. Die Möglichkeit, die Karosse jederzeit durch einen verbündeten Guerilla abliefern zu lassen, hilft euch dabei, praktisch jeder brenzligen Situation zu entkommen. Es fühlt sich zwar an wie ein Cheat Code, ist jedoch keiner - so ist das nun mal als Guerilla.

Zusammen ist man stärker. Der Co-Op Modus macht echt Spass!
Zusammen ist man stärker. Der Co-Op Modus macht echt Spass! © Ubisoft

Wie in jedem Open-World-Spiel gibt es auch in Far Cry 6 Nebenmissionen. Von Rennen fahren über Schatzsuchen bis hin zu Hahnenkämpfen. Alles kann für noch grösseren Spassfaktor mit einem Partner im Kooperations-Modus erlebt werden. Ja, sogar Hahnenkämpfe können im Co-Op gegeneinander gespielt werden. Yara bietet zudem weit mehr kleinere Dörfer und Städtchen als vorherige Iterationen des Insel-Shooters. Mit Esperanza ist erstmalig sogar eine echte Stadt mit dabei, was die Welt um einiges lebendiger und interessanter wirken lässt.

Technisch hat sich unter der Haube einiges getan. In Yara gibt es ein Wettersystem mit Regen und Gewitter. Bäume können umgefahren oder weggesprengt werden. Gewässer ziehen Dani durch ihre Strömung flussabwärts. Vorbei sind die Frustrationen, nachdem man frontal einen Baum gerammt hat und über den Lenker seines Quads fliegt - danke Ubisoft an dieser Stelle. Solange man sich in einem der drei Camps auf der Insel befindet, sieht man Dani aus der dritten Perspektive. Somit kommt im Camp auch die Kleidung zur Geltung, die ihr für eure Guerilla-Kämpferin ausgesucht habt. Eine nette Geste, die die Verbundenheit zwischen Spieler und Charakter definitiv stärkt.

Einen Open-World-Shooter dieser Grösse und der ganzen Pracht von diesem Titel mit 60 Bildern pro Sekunde zu spielen, bringt ebenfalls pure Freude mit sich. Es gibt nur wenige kleinere Macken wie sporadisches verspätetes Laden von Texturen oder kleineren Glitches. Ansonsten bietet Far Cry 6 nicht nur, was man von einem solchen Spiel erwartet, sondern noch viel mehr.

Martin Heusser [mhe]

Martin ist leidenschaftlicher 4K- und HDR-Enthusiast. Am liebsten zockt er auf der Xbox Games aus der «Far Cry»-Reihe oder sieht sich am Fernseher Serien aus dem Hause Showtime an. Seit 2020 schreibt er neben seinem Blog auch Game-Reviews als Freelancer für OutNow.

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Kommentare Total: 3

mhe

@th
Ich benutze auch vorwiegend auch meine Standard-Waffen. Die Resolver Waffen sind zwar lustig, aber im Prinzip komplett optional. Bei den Guerilla NPCs stimme ich dir zu, diese sehen wirklich oft gleich aus. Die KI der einzelnen Gegner ist nicht unbedingt viel besser als in den Vorgängern, jedoch schlagen sie neu auch Alarm, wenn man selbst unentdeckt ist, die NPCs aber einige Leichen finden. Die Missionen sind schon vergleichbar mit den Vorgängern, es gibt aber dennoch einige Haupt oder Nebenmissionen welche ihr eigenes Flair haben. Es gibt z.B. Treasure Hunts welche nur nachts erledigt werden können oder in einer musste ich einen Pelikan mit dem Wingsuit verfolgen. Die Panzer frischen das ganze schon ein wenig auf, da man im Verlauf des Spiels dann plötzlich auch mal einen Panzer mit Flammenwerfer fahren kann. Ich bin sehr positiv überrascht von all den Änderungen welche Ubisoft hier abgeliefert hat.

th

irgendwie auch nach den ersten 10 spielstunden noch nicht so warm geworden mit der 6. ausgabe. fühlt sich wie schon FC5 sehr repetitiv an, sowohl haupt- als auch nebenmissionen. auch die neuen waffen mögen nicht lange begeistern - zu schnell ist man zurück bei den 4-5 standard-kanonen. die gegner sind noch immer ziemlich doof, doch auch die guerilla-npcs sind eintönig: gefühlt gibts grad mal ein weibliches und männliches standard-charaktermodel, das einem dann all paar meter begegnet.

mhe

Xbox Series X|S-Review: Willkommen in Yara!

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