Death's Door (2021)

Death's Door (2021)

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Xbox Series X|S-Review: Und täglich grüsst der Tod

Nach links oder rechts?
Nach links oder rechts? © Devolver Digital

In Form einer Krähe arbeitet man als Schnitter, dessen Aufgabe es ist, die Seelen von Toten einzusammeln. Vom Platz des Arbeitgebers aus gehen Türen in verschiedene Welten auf, in denen unterschiedliche Seelen geerntet werden können. Ein Auftrag gilt dabei erst als abgeschlossen, wenn die Seele zurückgebracht wurde. Aber Achtung, solange man sich in diesen Welten befindet, altern die Krähen und somit gilt es möglichst keine Zeit bei den Aufträgen zu verlieren.

Leider wird die letzte Seele unseres Protagonisten noch vor dem Zurückbringen von einem anderen Schnitter gestohlen. Letzterer konnte seinen letzten Auftrag nicht erledigen und alterte in einer dieser Welten vor sich hin. Seine Hoffnung war, mit der gestohlenen Seele endlich zurückzukehren. Da dies nicht gelungen ist, gilt es nun an uns, die sogenannte «Tür des Todes» mit drei besonders kräftigen Seelen zu öffnen, um diesem Schlamassel zu entkommen. Dabei stellen wir während des schwierigen Abenteuers fest, dass der Arbeitgeber der Krähen in die letzten Ereignisse verwickelt sein könnte.

Auch wenn wir uns noch mitten im Game-Jahr befinden, wird sich Death's Door locker in die Top 10 der Spiele von 2021 einreihen. Die toll gezeichneten Welten, der sauber abgemischte und passende Soundtrack sowie die nicht zu unterschätzende Herausforderung machen diesen Indie-Titel zu einem unerwarteten Kracher. Hie und da verliert man ein wenig die Übersicht im Spiel und eine Karte wäre hilfreich gewesen. Aber alles in allem überzeugt das Spiel von Anfang bis Schluss. Sehr schade, kommt dieser etwas gar früh. Wir wären nämlich liebend gern noch in weitere Welten der Krähen und Seelen eingetaucht.

Ein Hinkelstein für Obelix?
Ein Hinkelstein für Obelix? © Devolver Digital

Das kleine Entwickler-Studio Acid Nerve aus Manchester, das nur aus zwei Personen besteht, hat uns vor sechs Jahren mit Titan Souls überrascht. Exklusiv für PlayStation und PC, konnte es viele Indie-Fans begeistern und auch uns gefiel das Game in Pixeloptik auf Anhieb. Nun kommt ihr nächster Wurf. Death's Door erscheint diesmal für Xbox und PC. Bereits nach kurzer Spielzeit ist klar: Auch ihr neuster Streich überzeugt vollends.

Ausgestattet mit einer Waffe und einer Spezialfähigkeit muss die Krähe diverse Gegner bezwingen. Was zu Beginn recht einfach erscheint, wird mit der Zeit immer schwieriger. Und spätestens bei den Bosskämpfen muss man sich richtig durchbeissen, denn diese haben es in sich. Versierte Spieler werden hier die Herausforderung lieben, während Neulinge am Anfang sicher etwas Geduld brauchen. Denn der Schnitter hat bloss vier Lebenspunkte, die nur an bestimmten Stellen wieder aufgefüllt werden können. Stirbt man während des Kampfes, geht es zur letzten Tür zurück und die Bosskämpfe startet man dann wieder von neu. Cuphead lässt grüssen.

«Du kommst hier nicht rein!»
«Du kommst hier nicht rein!» © Devolver Digital

Während der Reise unserer Krähe kommen andere Waffen und Fähigkeiten dazu. Gerade letzteres ist für den weiteren Verlauf des Spiels von Bedeutung, denn beispielsweise können erst mit dem Feuerstrahl gewisse Wege freigemacht werden. Somit bleibt das Game relativ linear, auch wenn man sich in den bereits erkundeten Ortschaften frei bewegen kann. Des Weiteren können die eigenen Kräfte erhöht werden. Dazu ist Seelenenergie notwendig, die man durch das Erschlagen von Gegnern erhält. Hier haben die Macher eine gute Balance gefunden, denn es bedarf ganz schön viel solcher Energie, um die Eigenschaften der Krähe zu verbessern.

Die Welten in Death's Door sind sehr schön und abwechslungsreich. Jede hat ihr eigenes Thema und entsprechend auch ihre eigenen Gegner. Auch wenn es nicht das Spiel mit dem grössten Umfang ist, verliert man sich am Anfang doch mal. Wie schon bei Carrion, das ebenfalls von «Devolver Digital» vertrieben wird, wäre auch hier eine Übersichtskarte wünschenswert, denn sonst irrt man teilweise etwas rum. Auch weil man mit neuen Fähigkeiten wieder an alte Orte zurückgeht, wäre eine simple Karte definitiv ein gutes Hilfsmittel gewesen. Zwar kann man die gefunden Türen in den Welten für die Schnellreise verwenden, aber diese sind nicht immer an den besten Orten platziert. Zusätzlicher Wermutstropfen sind auch die wenigen kleineren Rätsel, die aber im Vergleich zu den Kämpfen keine grosse Herausforderung darstellen. Diese hätte man für die totale Challenge vielleicht noch etwas ausbauen können.

Dieser Disco-Laser ist gefährlich
Dieser Disco-Laser ist gefährlich © Devolver Digital

Optisch wird uns ein simples, aber sehr schönes Abenteuer geboten. Auch wenn alles eher dunkel und grau wirkt, es passt hervorragend zu Spiel und Story. Auch bei schnelleren und grösseren Kämpfen bleibt die Bildrate stets stabil und die Bewegungen somit flüssig. Vielmehr beeindruckt aber die Soundkulisse, die an jedem Ort anders klingt. Wie schon das Bild, passt auch die absolut geniale Musikuntermalung bemerkenswert genial, sodass man die Lautsprecher gerne lauter stellt. Das winzige Entwickler-Studio Acid Nerve hat eigentlich nur schon mit der Atmosphäre in Death's Door einen Preis verdient. Zu unserem Glück überzeugt es auch spielerisch und wir können es kaum erwarten, bis das nächste Spiel des Zwei-Personen-Teams erscheint. Beide Daumen hoch.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Trailer: Release Englisch, 01:43