Chivalry 2 (2021)

Chivalry 2 (2021)

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PS5-Review: Mittelalterfest mal anders

Auf sie mit Gebrüll!
Auf sie mit Gebrüll! © Tripwire Presents

Trotz schwer auszusprechenden Namen hat Chivalry: Medieval Warfare seit dem Erscheinen 2012 eine grosse Fanbase für sich gewinnen können. Mit Chivalry 2 versuchen die Torn Banner Studios nun, an den Erfolg von damals anzuknüpfen. Chivalry 2 kommt dabei gänzlich ohne Kampagne und nur mit angedeuteter Story daher und lässt den Spieler sich gleich in mittelalterliche Online-Schlachten stürzen.

Chivalry 2 versetzt den Spieler in eine Zeit, in der die Krieger noch Angesicht zu Angesicht auf dem Kriegsfeld standen. Die grafische Aufmachung und die Stimmung auf dem Schlachtfeld sind beeindruckend. Das Spiel darf durchaus als Simulation verstanden werden. Wenn auch einzelne Aspekte, wie beispielsweise das Weiterkämpfen trotz abgehackten Gliedmassen, eher an Monty Python and the Holy Grail (Die Ritter der Kokosnuss) erinnern. Das Kampfsystem an sich ist komplex und anspruchsvoll. Doch dank dem angenehm schnellen Fortschritt beim Hochleveln kommt der Spassfaktor nicht zu kurz. Schade ist der Inhalt von Chivalry 2 eher überschaubar. Das Weglassen einer Kampagne und der konsequente Fokus auf online Action stören aber nicht. Es bleibt zu hoffen, dass die Stabilität der Server, das Matchmaking und die Bot-KI in den kommenden Wochen verbessert werden.

Keine Angst, ich will nur euer Essen.
Keine Angst, ich will nur euer Essen. © Tripwire Presents

Im Zentrum von Chivalry 2 steht ein umfangreiches und komplexes Kampfsystem. Der Spieler steuert über den Controller oder die Maus nicht nur seine Waffe, sondern bewegt damit auch die Hüfte seines Avatars. Dadurch entstehen sehr dynamische Kampfsituationen. Doch es ist Vorsicht geboten. Jeder Angriff benötigt Ausdauer. Mit sinkender Ausdauer wird die Verteidigung entsprechend beeinträchtigt. Zudem darf in der Hitze des Gefechts nicht das Umfeld ignoriert werden, da ansonsten schnell mal ein Teammitglied einen Schlag abbekommt oder ein Kill gleich von hinten gerächt wird.

Im Zweikampf ist es wichtig, Angriffe des Gegners richtig zu lesen, zu parieren und allenfalls gleich zu kontern. Finten und Kombos ergänzen die unterschiedlichen Schlag- und Hiebarten. Das Tutorial bietet dazu einen guten Einstieg, doch letztlich hilft nur viel Übung und Hochleveln. Ausserdem muss das umfangreiche Waffenarsenal zuerst einmal freigespielt werden. Es stehen mit Bogenschützen, Vorhut, Fusssoldaten und Ritter vier verschiedene Kategorien von Kämpfern zur Auswahl. Jede Kategorie kann mit spezifischen Waffen ausgestattet werden und jede Kategorie hat seine Vor- und Nachteile im Kampf. Siege auf dem Schlachtfeld werden mit Gold belohnt. Diese in-Game-Währung kann für Charakter- und Waffenskins verwendet werden, die aber keine Vorteile im Kampf bieten.

Holen wir uns die Prinzessin!
Holen wir uns die Prinzessin! © Tripwire Presents

Aktuell bietet Chivalry 2 nur eine begrenzte Anzahl Spielmodi. Im Team mit maximal 20 oder 32 Kriegern müssen Ziele, wie beispielsweise Belagerung oder Verteidigung einer Burg, gemeistert werden. Dieser Modus ist sehr abwechslungsreich und involviert auch Belagerungsgeräte wie Katapulte und Leitern. Ebenso ist momentan noch die Anzahl der Maps recht überschaubar. Es soll aber noch weiterer Inhalt folgen.

Während des Tests gab es vereinzelte Serverunterbrüche oder Lags im Spiel. Ebenso waren die Server teilweise überlastet und liessen eine Verbindung gar nicht erst zu. Das ist natürlich bitter für ein reines online Game. Beim Matchmaking fiel auf, dass dieses offenbar das Level der Spieler nicht berücksichtigt. Denn es kommt vor, dass das gegnerische Team klar überlegen ist und die Anfängerspieler gnadenlos niedergemetzelt werden. Fehlende Spieler werden durch Bots ersetzt, damit die Anzahl Spieler auf beiden Seiten ausgeglichen bleibt. Allerdings agieren die Bots bisher eher wenig intelligent und werden vom Gegner schnell zu Hackfleisch verarbeitet. Erfreulich ist, dass die Server plattformunabhängig sind. Sprich, PC-Spieler treffen auf Konsolen-Spieler. Tolle Sache.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

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