Call of Duty: Vanguard (2021)

Call of Duty: Vanguard (2021)

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PS5-Review: Wildes Geballere an verschiedenen Fronten

Kommt es heute nochmals schneien?
Kommt es heute nochmals schneien? © Activision

Nach Kaltem Krieg und Moderne kehrt Call of Duty: Vanguard in sein Ur-Setup, den Zweiten Weltkrieg zurück. Eine zusammengewürfelte Spezialeinheit verschiedener alliierten Nationen soll kurz vor Kriegsende in Hamburg Dokumente über das Geheimprojekt Phoenix sicherstellen.

Das Vorhaben scheitert aber im ersten Anlauf, sodass die Vanguard-Mitglieder in Gefangenschaft von Gestapo-Direktor Hermann Freisinger geraten. Wie wird es dem Vanguard-Team gelingen, die Mission zu erfüllen und Freisingers Vision vom Vierten Reich zu verhindern?

Alles in allem macht die Kampagne von Call of Duty: Vanguard trotz der wenig intelligenten KI richtig viel Spass. Die Figuren der Teammitglieder werden gut eingeführt. Leider erfährt man nicht, wie sie zu einem Trupp zusammengefunden haben. Es schreit irgendwie nach einer Fortsetzung dieser Call of Duty Serie, wirkt aber auch etwas unfertig. Spieltechnisch dürfte man sich mehr Zusammenspiel im Team wünschen. Dieses findet nur zu Beginn und am Ende der Kampagne statt. Für viele Spieler dürfte der online Multiplayer das wahre Kernstück eines jeden Call of Duty-Titels sein. Allerdings vermag auch dieser Modus nicht gänzlich zu überzeugen und für langfristigen Spass zu sorgen.

Gendergerechtigkeit auch im Krieg.
Gendergerechtigkeit auch im Krieg. © Activision

Während der Verhöre in der Gestapo-Zentrale in Berlin werden in Rückblenden die bisherigen Ereignisse aus den Leben der Vanguard-Mitglieder aufgerollt. Dies versetzt den Spieler in der Kampagne an verschiedene symbolträchtige Schauplätze des Zweiten Weltkrieges. Beispielsweise bringt uns Scharfschützin Polina nach Stalingrad, wo wir schleichend und kriechend möglichst unauffällig eine halbe Armee deutsche Soldaten ausschalten. Mit dem Piloten Wade Jackson kämpfen wir uns durch die Schlacht von Midway im Pazifik.

In gewohnter Call of Duty-Manier kommen die aufwendig inszenierten Kampfhandlungen daher. Zwischen den Grossschlachten, mit einer Vielzahl heranstürmender Gegner, mischen sich hin und wieder Zwischensequenzen in denen Gegner möglichst lautlos und aus dem Hinterhalt erledigt werden sollen. Dies ist eine willkommene Abwechslung zu den ansonsten stark orchestrierten Schlauchlevels, in denen vieles nach Skript abläuft.

Auch eine Pilotenausbildung bewahrt nicht vor dem Robben unter Stacheldraht.
Auch eine Pilotenausbildung bewahrt nicht vor dem Robben unter Stacheldraht. © Activision

Nach rund sieben Stunden ist die Story durchgespielt. Der Zombie-Modus hält danach kaum noch jemanden an Call of Duty: Vanguard fest. Der Modus ist schlicht zu langweilig und zu wenig innovativ. Dieser nimmt sich dem Thema Okkultismus und der Wiederauferstehung toter Soldaten an. Erinnerungen an den Game-Klassiker Return to Castle Wolfenstein kommen kurz auf. Aber auch nur ganz kurz. Denn schlussendlich geht es nur darum, verschiedene Zombie-Angriffswellen, in einer sich ständig wiederholenden Umgebung, zu überleben. Die Story um Okkultismus im Dritten Reich wird leider nicht weiterverfolgt.

Im Online-Multiplayer gibt es ausser zwei neuen Spiel-Modis wenig Aufregendes zu entdecken. Leider negativ aufgefallen sind einerseits die tendenziell eher kleinen Karten, sowie andererseits einige sehr dominante Waffen. Dies führt meistens zu einem heillosen Chaos beziehungsweise pausenlosen Rushes. Realistische Kampfhandlungen und taktisches Vorgehen dürfen nicht erwartet werden.

Wo ist der Bordschütze? Alles muss man selber machen!
Wo ist der Bordschütze? Alles muss man selber machen! © Activision

Die Sound- und insbesondere die Lichteffekte sind das grosse Highlight von Call of Duty: Vanguard. Es ist schön anzusehen, wie die verschiedenen Lichtstimmungen beispielsweise im pazifischen Urwald eingefangen wurden oder wie eindrücklich die Leuchtraketen und Flaks die Nacht in der Normandie erhellen. Die Filmsequenzen kommen mit der entsprechenden Hardware schon sehr nahe an ein Kinofeeling heran.

Allerdings gibt es bei der Technik auch Schattenseiten. Nebst einigen Grafikfehlern, beispielsweise wird in der Kampagne ein Trümmerteil weggeschoben ohne es zu berühren, also mit Jedi-Kräften, ist vor allem die KI des Öfteren ein Ärgernis. An manchen Stellen reicht ein einzelner Pistolentreffer für einen Kill, dann wiederum zeigt sich die KI sehr ausdauernd was mehrere MP-Treffer angeht. Ebenso kann es vorkommen, dass ein ganzer gegnerischer Trupp planlos am Spieler vorbeirennt um dann von hinten ins Jenseits befördert zu werden. Hier zeigt die Kampagne von Call of Duty: Vanguard noch einiges an Potenzial auf, welches im nächsten Spiel dann hoffentlich noch einen Tick besser ausgeschöpft wird.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

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Trailer: Story Englisch, 02:28