Watch Dogs: Legion (2020)

Watch Dogs: Legion (2020)

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Xbox One-Review: Hacken für Anfänger

Luft anhalten
Luft anhalten © Ubisoft

Die Hacker-Organisation DedSec findet im britischen Parlamentsgebäude in London einen bald startenden Bombenangriff. Dabei kommt sie den Anhängern von Zero Day auf die Spur, welche diesen Angriff geplant haben. Auf dem Weg, die Bomben zu entschärfen, wird den Mitgliedern von DedSec immer mehr bewusst, dass man diesen Akt ihnen in die Schuhe schieben möchte. Als schliesslich die Detonation der Bomben unvermeidbar ist, wird DedSec obendrein noch aufgefunden und praktisch ausgelöscht.

Nach der Explosion der Bomben beauftragt die Regierung die private Firma Albio, für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei wird ihr freie Hand gelassen, sodass Albion die Stadt bald schon komplett überwacht und kontrolliert. Aufgrund dieser Strenge beginnen sich immer mehr Menschen in den verschiedenen Bezirken Londons zu wehren. Das letzte Überbleibsel von DedSec wittert damit wieder Hoffnung, um die Strippenzieher hinter dem Terror aufzufinden. Doch dafür müssen zuerst neue und motivierte Personen angeheuert werden.

Hacken hat wohl noch nie so viel Spass gemacht. Grund dafür sind die grosse Vielfältigkeit in der toll gemachten Stadt London sowie die unterschiedlichen Charaktere, welche man steuern kann. Watch Dogs: Legion bietet kurzweilige Action in einer lebhaften und gut funktionierenden Welt, die mit ganz vielen Missionen wartet. Eine gewisse Eintönigkeit macht sich nach ein paar Stunden zwar bemerkbar, doch schlussendlich findet man immer etwas, was grad gefällt. Das kostenlose Upgrade auf die neue Konsolengeneration wird ebenso begrüsst wie die Liebe zum britischen Detail. Wir können es kaum erwarten, in welcher Stadt es weiter geht.

Take me to the moon please
Take me to the moon please © Ubisoft

Nachdem bereits in Chicago und San Francisco gehackt wurde, ist nun London an der Reihe. Die Macher haben beim dritten Streich der Serie aber auf die Nummer im Titel verzichtet und wollen damit wohl einen kleinen Neuanfang wagen. Dieser gelingt durchaus, auch wenn es zu Beginn einige Zeit braucht, bis man sich mit allem zurechtfindet. Ja, Watch Dogs: Legion wirkt in den ersten freien Missionen etwas überladen. Wenn man den Dreh aber raushat (Stichwort: Spiderbot!), geht die Post richtig ab.

Doch nochmals zurück zur Stadt: Es ist nicht das London, das wir sonst kennen. Statt Ordnung, fussballbegeisterten Fans und britischer Höflichkeit herrscht hier leichtes Chaos, bei dem Drohnen über den Himmel fliegen oder selbstfahrende Autos als Taxis genutzt werden können. Trotzdem erkennt man viele Ecken wieder, wenn man bereits mal in der englischen Hauptstadt war. Die Underground wird kurzum zur Schnellreisemöglichkeit, und vom London Eye hat man einen Prachtsblick über die futuristische Stadt.

Keine Frage, es macht ganz viel Spass, dieses moderne London zu erkunden! Es ist schon erstaunlich, wie vielfältig die Entwickler diese sonst schon abwechslungsreiche Stadt ins Spiel integriert haben. Da fährt man zwischen den Missionen gerne einfach mal bisschen auf dem Zweirad durch Camden oder Westminster.

Allerdings punktet nicht nur die vielschichtige Stadt, sondern auch deren Agenten. Es ist nämlich möglich, jeden Charakter im Spiel für DedSec zu rekrutieren und diesen dann in den Missionen des Spiels zu nutzen. Dabei hat jeder Charakter seine eigenen Fähigkeiten, die man je nach Aufgabe zu seinen Gunsten nutzen kann. In diesem Bereich muss man ebenfalls ein Lob aussprechen, denn selten hat man so viele verschiedene Möglichkeiten gesehen, mit Agenten zu spielen. Auch wenn man bald schon merkt, dass gewisse Personen im Spiel mit ihren Stärken das Erledigen der Missionen deutlich vereinfachen.

«Chani jetz Drohne ändlich starte?!»
«Chani jetz Drohne ändlich starte?!» © Ubisoft

Auf der aktuellen Konsolengeneration sieht Watch Dogs: Legion ganz gut aus. Es ist jetzt bestimmt keine optische Referenz, aber es sind viele Details und Farben vorhanden. Selten stürzt aber die Bildwiederholrate in den Keller, gerade bei schnellen Autofahrten. Solche «Fehler» ist man sich von grossen Titeln wie dieser hier eigentlich nicht mehr gewohnt.

Wiederum spendiert uns Ubisoft bei diesem Game ein kostenloses Upgrade auf die neuen Spielkonsolen. Und tatsächlich sieht dieses Hacking-Abenteuer auf der Xbox Series X gewaltig aus! Schärfere Konturen, konstante Anzahl an Frames pro Sekunde und sogar wechselndes Wetter, all das wird uns bei den stärkeren Konsolen geboten.

Soundtechnisch hat dieses Game ebenfalls einiges zu bieten, vor allem wenn man im Auto durch die verschiedenen Radio-Sender wechselt. Dabei hat man den Fokus auf die britische Musikszene gelegt, sodass man in den Genuss von Interpreten wie Foals, Fatboy Slim oder Stormzy kommt. Grossartig.

Leider wirken die Missionen mit der Zeit etwas repetitiv. Geiseln finden, Beweise fotografieren oder Stadtteile befreien gehören zum Grundtenor im Spiel. Dabei sind Elemente aus Assassin's Creed und Far Cry nicht zu übersehen, wobei dies nicht zwingend schlecht sein muss. Vielmehr hat man das Gefühl, dass sich Ubisoft beim Gameplay auf Bewährtes verlassen und mit London einfach eine neue Dynamik reingebracht hat. Auf jeden Fall macht es Spass, den Drahtziehern hinter den Terrorangriffen auf die Schliche zu kommen und zwischendurch einfach mal eine Partie Dart in einem Pub zu spielen. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Kommentare Total: 2

th

ich kann mich den lobgesängen leider überhaupt nicht anschliessen. die missionen sind unanspruchsvoll und oftmals öde, die gegner extrem dumm, und die grafik bis auf die überall prominent platzierten spiegelungen nicht wirklich "next-gen". vorallem die charaktere - von textur bis zur animation - wie anno dazumal in GTA V oder WD 1 & 2. aber auch normale statische spieleassets kommen viel zu oft lieblos und texturen flach daher.

daw

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