WWE 2K Battlegrounds (2020)

WWE 2K Battlegrounds (2020)

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«The Man» Becky Lynch lässt Blitze strömen
«The Man» Becky Lynch lässt Blitze strömen © 2K

Es ist wieder mal so weit: Die WWE (World Wrestling Entertainment) schickt ihre besten und bekanntesten Fighter in den Ring und lässt sie ein Spektakel aufführen, das ansteckend ist und gute Laune verbreiten soll. In WWE 2K Battlegrounds stehen Unmengen von aktuellen Wrestlern wie Samoa Joe, Roman Reigns oder Sasha Banks zur Verfügung, wobei die meisten leider erst freigespielt werden müssen. Dies passiert durch die Spielwährung, die man sich durch Matches verdient, oder auch durch den Storymode, in dem man einzelne Figuren besiegen muss, um sie nachher zu besitzen.

Dazu hat man ein paar wahre Legenden ins Spiel gepackt: Ob Hulk Hogan, Sumomonster Yokozuna oder Patriot Sergeant Slaughter - sie alle mischeln mit und haben ihre eigenen, speziellen Moves zu zeigen. Natürlich darf die Damenwelt nicht fehlen. Hier kriegen wir «The Man» Becky Lynch, Charlotte «Whoo» Flair oder Nikki Cross präsentiert, die sich zu verteidigen wissen.

Ob es ein normales 1-vs-1, ein Handicap-Match oder mit einem Kumpel im Tagteam: Die Möglichkeiten, sich zu kloppen, sind zahlreich, wobei der «Royal Rumble» sicherlich die grösste Herausforderung sein dürfte. Seinen Gegner über das oberste Seil werfen, ist nicht ganz so einfach, wie es sich anhört.

The Fiend zerstört Daniel Bryan
The Fiend zerstört Daniel Bryan © 2K

Ob Männlein oder Weiblein, die starken Figuren sind im Comicstil präsentiert, haben leider nur beschränktes Movematerial, dafür aber jeweils einen spektaulären (und gigantisch übertrieben dargestellten) «Finisher», mit dem der Gegner endgültig plattgemacht werden kann. Doch bis man diesen ausführen kann, heisst es fleissig punchen, kicken und werfen. Oder vielleicht auch den Gegner mit Bewegungen der Lächerlichkeit preisgeben? Selbst das lässt den eigenen Charakter erstarken!

WWE 2K Battlegrounds ist ein Spielspass für zwischendurch. Wenn der Storymode gelöst ist und man alle Kämpfer freigeschaltet hat, dürfte der Spass bald abflachen. Zwar macht es sicherlich Spass, sich mit Kollegen (oder gegen sie) zu kloppen, aber wer auf eine realistische Wrestlingshow steht, dürfte an diesem Spiel kaum Freude haben. Hier geht es um übertriebenes Kämpfen, spektakuläre Finisher und die Chance, auch mit leider verstorbenen Recken in den Ring zu steigen.

Es wird der neue Superstar der Wrestlingwelt gesucht. Das ungleiche Team von («Ladies and Gentlemen, my Name is...») Paul Heyman und Hall-of-Famer «Stone Cold» Steve Austin geht auf die Suche nach «The Next Big Thing». Dazu suchen sie sich jeweils einen Kämpfer aus und lassen ihn in diversen Herausforderungen antreten; anfänglich in 1-vs-1-Konfrontationen über die Schlachten im Stahlkäfig, Tag-Teams oder gar in Handicap-Matches.

Nur wer diese Aufgaben meistert, die Gegner besiegt und fleissig Geld in die Kasse spielt, hat am Ende die Möglichkeit, bei Wrestlemania im Hauptkampf zu stehen. Doch Heyman und Austin sind sehr darauf bedacht, diesen Weg so schwierig und aufwändig wie möglich zu gestalten.

Der Spieler merkt bald, dass die Tastenkombinationen von WWE 2K Battlegrounds etwas schwierig zu handeln sind. Einzelne Griffe benötigen mehrere Tasten, Basicmoves sind schon nicht ganz einfach, und wer das Kontern nicht im Griff hat, wird mit zunehmender Spieldauer (und entsprechender KI-Stärke) regelrecht auseinandergenommen.

Dafür bietet WWE 2K Battlegrounds in jedem der Story-Gebiete (Mexiko, Schottland, Sumpflandschaft) ein Extra, das man sich in den Matches holen kann. So wirft man den Gegner im Sumpf locker luftig ins Maul des am Rand stehenden Alligators, steuert andernorts einen wütenden Steinbock oder lässt auch gerne mal mal ein aufgebocktes Auto auf den Gegner fallen. Witzige Ideen zwar, aber leider auch bald ausgespielt und gewöhnlich.

Ob Storymodus oder Gruppenkampf, WWE 2K Battlegrounds bietet einiges an Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Und seien es auch nur die täglichen Herausforderungen, die zu meistern sind, wenn man sich Punkte (oder Spielgeld) holen will. Denn auch hier gilt: Wer mehr Kohle scheffelt, kann sich schöne Sachen kaufen, neue Wrestler freischalten, sein Kostüm anpassen und aufpeppen oder sogar seine eigene Figur verstärken und zum Champion trimmen.

Bis zu vier Spieler können sich hier im Ring messen. Allerdings muss man damit rechnen, dass bei einem Fatal-4-Way das Chaos Überhand nimmt und man gerne mal den Überblick verliert, welche Figur man nun eigentlich steuert und wem man einen Tritt in den Hintern geben möchte. Das braucht ein bisschen Übung, macht dann aber, wie meist bei den Multiplayern, schon etwas Spass.

Online-Fighting ist selbstverständlich möglich und macht dann am meisten Laune, wenn man sich einen eigenen Kämpfer aus der allerdings sehr beschränkten Auswahl an Kandidaten zusammenbaut und ihm Stärken verleiht. Hier besteht definitiv ein Knackpunkt des Spiels, welches von den Vorgängern einiges besser umgesetzt wurde.

Die Einzüge der Wrestler, normalerweise ein Spektakel mit Feuerwerk, Musik und Licht, verkommen zur Nebensache. Die Figuren sind teilweise kaum zu identifizieren (seit wann hat «The Miz» einen Stoppelbart?) und im Comic-Stil gehalten. Die Bewegungen ähneln sich stark, bei der Vorstellung der Matchcard kann es vorkommen, dass Gegner sich synchron präsentieren, und der Spielfluss im Ring selber ist sehr beschränkt. Zwar hat jeder Wrestler ein paar Moves mit auf den Weg bekommen, aber es läuft alles auf die Spezialwürfe hin, die erst verdient werden müssen.

Hier kann WWE 2K Battlegrounds punkten, denn die übertriebenen Aktionen sehen schon witzig aus. Dumm einfach, dass die Movesets der Kämpfer viel zu beschränkt sind und sich keinesfalls mit dem Vorgänger (zum Beispiel WWE 2K19) vergleichen lassen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer: Announcement Englisch, 01:15