Serious Sam 4 (2020)

Serious Sam 4 (2020)

  1. , ,
  2. ,

PC-Review: Im Ernst jetzt?

«Wer will zuerst ein paar Kugeln kassieren?»
«Wer will zuerst ein paar Kugeln kassieren?» © Devolver Digital

Es sieht definitiv nicht gut aus: Die Menschheit wird belagert, während sich die ganze Macht von Mentals Horden über die Welt ausbreitet und das verwüstet, was von einer zerbrochenen und geschlagenen Zivilisation übrig geblieben ist. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt allerdings. Der letzte verbliebene Widerstand gegen die Invasion ist nämlich die «Earth Defense Force» unter der Führung von Sam «Serious» Stone und seinem schwer bewaffneten Trupp von Aussenseiterkommandos. Doch die etwas speziellen Charaktere dieses Widerstands haben selbst in ihren tiefsten Albträumen nicht mit so vielen Gegnern gerechnet.

Bereits bei der ersten Schlacht fühlt man sich fast 20 Jahre zurückversetzt. Serious Sam 4 ist ein Shooter der ganz alten Schule und bleibt seiner bisherigen Serie treu. Wer die alten Games um Sam geliebt hat, wird auch hier seinen Spass finden. Allerdings ist seine Stärke auch gleich die grosse Schwäche des Titels: Es mangelt an Neuerungen. Somit bewegt sich der vierte Streich von Sam etwas enttäuschend nur im oberen Durchschnitt. Nostalgiker werden aber garantiert ihren Spass finden, und wer einen hirnlosen Shooter sucht, sollte ebenfalls mit Sam Bekanntschaft machen.

«Dick? Wer ist hier dick?»
«Dick? Wer ist hier dick?» © Devolver Digital

Fast zehn Jahre nach seinem letzten grossen Auftritt kommt also der offiziell vierte Teil um den verrückten Serious Sam. Dieser ist keine Fortsetzung der damaligen Geschichte, sondern ein Prequel des dritten Streichs. Aber bei dieser Reihe geht es sowieso nicht wirklich um den Inhalt als vielmehr um die Action, welche auch heuer definitiv nicht zu knapp ausfällt. Es wird geballert und gemetzelt, was das Zeug hält und schnell schwelgt man dabei in alten Zeiten. Ja, Serious Sam ist immer noch Serious Sam. Ist dies aber nun gut oder schlecht?

Am Prinzip der Gegner hat sich nichts verändert. Da ist einerseits die ikonische Besetzung der ausserirdischen Invasoren, welche im vierten Teil wieder mit dabei ist. Man kämpft sich durch eine grosse Anzahl an Mentals Lakaien, bei denen der kopflose Kamikaze natürlich nicht fehlen darf. Zusätzlich gibt es auch die enthaupteten Rocketeer, Kleer, Scrapjack, Werebull und Khnum. Aber die Macher bescheren uns auch ein paar neue Feinde wie den rasenden Processed, den widerlichen Belcher oder den hart zuschlagenden Brute Eiferer.

Warum wir diese Viecher aufzählen? Weil sie die Highlights dieses Spiels und der bisherigen Serie sind. Wenn bei Serious Sam etwas so richtig Spass macht, dann die unterschiedlichen Aliens auf brutale Art und Weise niederzustrecken. Die sonstigen Gegenstände, welche nebenbei ihren Beitrag zur Story leisten würden, lässt man schnell mal links liegen.

Vielfältiges Schlachtfeld
Vielfältiges Schlachtfeld © Devolver Digital

Doch was hat der aktuelle Titel der Reihe an Neuem zu bieten? Tja, irgendwie nichts. Der Shooter sieht wie die Spiele von anno dazumal aus und verhält sich wie ein typisches Spiel dieses Genres. Verschiedene Waffen und Gadgets helfen die Welt vor dem Untergang zu retten, und die Charaktere haben flotte Sprüche auf Lager. Mehr gibt es aber auch nicht zu erwähnen.

Man vermisst also im Gameplay etwas Bahnbrechendes, welches der Serie einen neuen Hype hätte bescheren können. Zwar sind die Mitstreiter relativ intelligent und helfen aktiv beim Beseitigen der Gegner, doch bald schon sehnt man sich nach etwas Frischem. Hier haben es die polnischen Entwickler von Croteam verpasst, etwas Innovatives einzubauen.

Den Machern aber völlig mangelnde Fantasie vorzuwerfen ist fehl am Platz. Dafür sind die Schauplätze und die Sprüche schlicht zu vielfältig. Auch technisch macht Serious Sam 4 keinen schlechten Eindruck und läuft sogar mit bescheidener Hardware sehr flüssig. Hingegen darf man aber auch keine allzu detaillierten Texturen oder eine deutsche Sprachausgabe erwarten. Letzteres ist zwar nicht schlimm, denn die unverwechselbare Stimme von Sam wäre sowieso schwierig zu imitieren gewesen, doch vor lauter Alien-Anstürmen bleibt kaum Zeit, die Untertitel zu lesen.

Die Steuerung mittels Maus und Tastatur funktioniert am besten, aber auch mit einem Controller lässt es sich sehr gut ballern. Wer Sam lieber aus der dritten Person sehen möchte, kann dies ebenfalls tun. Mit nur einem Tastendruck lässt sich die Ansicht entsprechend von First- auf Third-Person umschalten. Aber seien wir ehrlich, wer will schon nicht direkt in den Rachen von spuckenden Aliens reinsehen?

Daniel Wick [daw]

Liebhaber von Action- und Thriller-Filmen. Aber hauptsächlich zockt Dani auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Sogar ein Game mit Super Mario als Tomb Raider würde er spielen. Ihn erschüttert nichts, schon gar nicht, seit er an der «Quinzaine des Réalisateurs» in Cannes war.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Instagram

Trailer: Gameplay Englisch, 01:13