Sackboy: A Big Adventure (2020)

Sackboy: A Big Adventure (2020)

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PS5-Review: Die Rückkehr von Sackboy

© Sony Interactive Entertainment

Sechs sehr lange Jahre mussten Fans des süssen Sackboys verharren - eigentlich genauso lange, wie die letzte Konsolengeneration dauerte -, bis Sonys Pendant zu Super Mario ein neues Abenteuer spendiert bekam. Das Jump'n'Run mit dem kreativen Community-Ansatz von Media Molecule litt auch nach dem Wechsel zu Sumo Digital nicht unter Mangel an Nachschub-Inhalten. Nun ist jedoch ein richtiger Nachfolger da, der dem Vorgänger zwar in einigen Aspekten treu bleiben, jedoch auch vieles anders machen soll.

Vex, die Inkarnation vom reinen Bösen, möchte die Welt wortwörtlich auf den Kopf stellen, dafür braucht er allerhand Energie und unfreiwillige Mitarbeiter. Als seine Welt überfallen und seine Freunde versklavt werden, gelingt es Sackboy als Einzigen, die bösen Pläne zu stehlen und mit seinem Raumschiff in Sicherheit abzuheben. Wird er Vex' Machenschaften noch verhindern können?

Insgesamt verhält sich Sackboys Abenteuer zu LittleBigPlanet sehr ähnlich wie Super Mario 3D World zu den klassischen Mario-Bros-Titeln, was enorm gut ist. Der Perspektivenwechsel hat sicherlich gut getan, und so überzeugt Sackboy im neuesten Abenteuer auch ohne den bis hin tragenden Community-Kreativmodus. Die knackigen und abwechslungsreichen Levels gepaart mit dem herrlich chaotischen kooperativen und kompetitiven Mehrspieler sorgen für viele tolle und laute Momente, womit das Spiel nicht nur Familien mit Kindern wärmstens zu empfehlen ist.

Schnell weg hier!
Schnell weg hier! © Sony Interactive Entertainment

Bereits das Intro lässt das Herz eines LBP-Fans höher schlagen, und als man sich dann im ersten Level wiederfindet, ist es es bereits um einen geschehen. Das typische Flair und die Atmosphäre sind da, und trotzdem fühlt sich das Geschehen neu und erfrischend an. Das war ja auch bitter nötig, denn nach drei sehr ähnlichen Titeln war beim letzten Ableger die Luft in Sachen Story und Levelaufbau doch etwas dünn geworden. Die Erzählung dürfte auch bei dieser Runde nicht in die Geschichtsbücher eingehen, dennoch sorgt sie mit vielen witzigen Charakteren und Figuren, einem tollen Bösewicht sowie sehr viel Humor und Herz für einen überaus guten Rahmen für das Abenteuer.

Egal ob in schwindelnder Höhe, auf einem fahrenden Zug, verfolgt von einem Yeti oder an einem Strand den Wellen ausweichend, Sackboy rennt, springt, rollt, bekämpft Feinde und sammelt alles ein, was nicht festgebunden ist. Jede der übergreifenden Welten verfügt nebst geheimen Passagen und Herausforderungen über eine Vielzahl an einzigartigen 3D-Levels, welche nicht nur allesamt enorm kreativ und optisch sehr schön gestaltet sind, sondern auch in Bezug auf Abwechslung, Herausforderung und, was sehr wichtig ist, Spass überzeugen. Für die nötige Langzeitmotivation sorgen für LBP typische aber gut implementierte Elemente. Nebst allerhand Kleidungsstücken und Individualisierungsmöglichkeiten und den für das Voranschreiten wichtigen Kreativ-Kugeln warten in jedem Level je nach Punktestand Bronze-, Silber- oder Gold-Pokale und je ein Abzeichen für das Einheimsen aller Sammelobjekte und für den Abschluss ohne Lebensverlusts.

Tarzan wäre neidisch
Tarzan wäre neidisch © Sony Interactive Entertainment

Das wahre Herzstück ist und bleibt jedoch der Mehrspieler, denn egal, wie gut die Levels sind, erst durch das chaotische, witzige und teilweise auch hinterhältige Zusammenspielen kommt so richtig Laune auf. Sackboys Abenteuer ist kooperativ und kompetitiv zugleich, denn je nach Lust und Laune können Mitstreiter unterstützt und so zum Beispiel auf höhere Gebiete gehievt werden oder eben sabotiert, indem man sie kurzerhand in den Abgrund katapultiert, um die doppelten Punkte für sich alleine zu haben.

Besonders chaotisch und unübersichtlich wird es, wenn alle mit dem gleichen Sackboy oder mit einer gleichen Verkleidung unterwegs sind. Hier kann es schon mal vorkommen, dass der falsche Sackboy verfolgt oder ein Mitspieler unfreiwillig in den Tod gestürzt wird, wobei die Kamera hier ebenfalls nicht immer hilfreich ist. So unterhaltsam und gelungen das Ganze auch sein mag, jüngere Spieler werden von diesen widersprüchlichen Mechaniken schnell verwirrt. Eine Option, um das Friendly-Fire ein- bzw. auszuschalten wäre bei einem derartigen Familienspiel wünschenswert gewesen, denn ohne kann sehr schnell aus Lust grosser Frust entstehen.

So fühlt es sich also an wenn man keinen Boden unter den Füssen hat
So fühlt es sich also an wenn man keinen Boden unter den Füssen hat © Sony Interactive Entertainment

Nichtsdestotrotz dürfte der wohl grösste Wermutstropfen jedoch ein anderer sein, und zwar der, dass die PS5-Version des Spiels natürlich nicht mit PS4-Controller kompatibel ist. Aus diesem Grund wird für jeden Spieler ein eigener DualSense Wireless Controller fällig, was zu diesem Zeitpunkt sowohl finanziell als auch spielerisch wohl doch eher grenzwertig ist. Immerhin, die PS4-Version lässt sich ohne Weiteres auf der PS5 spielen und natürlich auch mit einem PS4-Controller, womit also Abhilfe geschafft werden kann, sofern man den optischen Verlust akzeptieren kann, der sich zwar in Grenzen hält, aber vorhanden ist.

/ Antonio Prosperati [pan]

Trailer: Launch Deutsch, 01:34