Red Wings: Aces of the Sky (2020)

Red Wings: Aces of the Sky (2020)

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Switch-Review: Ratatatatatatatata! BOOOM!

Heb' niemals ab vom Acker, ohne deinen Tacker!
Heb' niemals ab vom Acker, ohne deinen Tacker! © All in! Games

Red Wings: Aces of the Sky ist das erste Spiel, welches der polnische Software-Publisher «All in! Games» auch selbst entwickelt hat. Aktuell ist das Game für Nintendo Switch erhältlich, andere Versionen des 3rd-Person-Shooters im Comic-Stil sollen dieses Jahr auch noch für andere Plattformen folgen. Wir schnallen uns in den Pilotensitz, um in verschiedenen Modi Luftschlachten aus dem Ersten Weltkrieg nachzuspielen und die bösen Jungs abzuschiessen.

Das angenehm kurze Tutorial vermittelt die wichtigsten Grundlagen, um flugs im Story-Modus, der aus zwei verschiedenen Kampagnen besteht, oder im Survival-Mode loszulegen. Damit keine Langeweile aufkommt, warten die Kampagnen mit unterschiedlichen Aufgaben auf, wie zum Beispiel feindliche Flugzeuge abzuschiessen, Bodenziele zu bombardieren, eine vorgegebene Anzahl «Benzintank»-Ballons anzufliegen oder Zeppeline zu zerstören. Zudem besteht die Möglichkeit, solo oder zu zweit im Split-Screen zu spielen, sich die Arbeit also auch zu teilen und Sterne für Upgrades zu sammeln.

In Red Wings: Aces of the Sky sitzen wir während des Ersten Weltkriegs als Pilot in verschiedenen Jagdflugzeugen und schiessen uns durch die feindlichen Flieger-Staffeln, umrahmt von einer Story im Comic-Stil. Damit es nicht zu einfach wird, gilt es, diverse Aufgaben schnell zu erledigen, was durch steigenden Schwierigkeitsgrad nicht immer auf Anhieb gelingt. Die Missionen eignen sich durch ihre moderate Länge für ein schnelles Spiel zwischendurch - auch unterwegs. Spass für zwei bringt ausserdem der Split-Screen-Koop-Modus.

«Ich glaub', das waren alle, Bro'.»
«Ich glaub', das waren alle, Bro'.» © All in! Games

Im Story-Modus bietet Red Wings: Aces of the Sky zwei Kampagnen: Bei Dreibund kämpft man im Geschwader mit dem Roten Baron, Manfred von Richthofen, und bei Triple Entente, inspiriert von den damaligen Gerüchten über eine Truppe, die es speziell auf den Red Baron abgesehen haben soll, auf der gegnerischen Seite. Vor jeder Mission gibt es dann einige Comic-Seiten, mit Sprachausgabe auf Englisch und deutschen Untertiteln. Der Spieler kann stattdessen aber auch den Survival-Modus auswählen, dieser steht in drei Schwierigkeitsstufen zur Verfügung.

Zu Beginn steht pro Kampagne lediglich ein Jagdflugzeug zur Verfügung. Weitere muss man sich erspielen, indem man Aufgaben erledigt - und zwar möglichst schnell. Diese bestehen vor allem aus Luftschlachten und dem Abschiessen von Gegnern. Bei einigen Missionen soll man andere Luftfahrzeuge beschützen, in anderen Bodenziele bombardieren oder eine vorgegebene Anzahl von an «Benzin»-Luftballons hängenden Ringen durchfliegen, bevor der Tank im Flieger leer ist. Die verschiedenen Flugzeugtypen haben unterschiedlich modifizierte Eigenschaften, beispielsweise der Spritverbrauch oder die Wendigkeit.

Bei den Luftkämpfen sind ausserdem besondere Fähigkeiten wichtig, die man im Lauf des Spiels ebenfalls verbessern kann. Um alle Skills freizuschalten, benötigt man über 150 Punkte. In der Story allein kann man allerdings maximal 150 holen, dafür werden sie aus beiden Kampagnen zusammen gezählt.

Es brennt, es brennt!
Es brennt, es brennt! © All in! Games

Die Fähigkeiten sind die Fassrolle zum Ausweichen und Attackieren, die «schnelle Umkehr», um vorbeigeflogene Gegner rasch wieder aufs Korn zu nehmen, Kommandos an die Staffel, um schnell eine grosse Menge feindliche Flieger zu erledigen, und der «Todesschuss», inspiriert von den frühen Jagdfliegerpiloten, die noch von Hand schiessen mussten, weil es keine Bordkanone gab. Es gilt also, einiges zu beachten!

In Red Wings: Aces of the Sky kann man zum Glück auf Knopfdruck schiessen und die Munition geht niemals aus. Dafür wird sich aber die Kanone überhitzen, wenn man einfach draufhält. Gutes Zielen ist also empfehlenswert. Das Heranzoomen hilft hier sehr, und das Anvisieren der Feinde ist recht einfach gehalten. Eine Raute oberhalb des Feindes zeigt an, wie es um sein Leben steht. Mit dem linken Stick steuert man den Flieger, mit dem rechten reguliert man die Geschwindigkeit oder schaut sich um.

Auf dem HUD links sieht man die aktuelle Gesundheit und den Spritvorrat, die Geschwindigkeit und natürlich eine Minikarte mit den Zielen. Bevor das Benzin ausgeht oder der Gesundheitsbalken leer ist, muss man einen «Tank»-Ballon anfliegen und durch den unten angehängten Ring fliegen, um aufzutanken. Klar, die Spritnot wird nicht wie damals behoben, das Problem ist hier aber clever gelöst.

Auf der Suche nach Batman
Auf der Suche nach Batman © All in! Games

Wer nicht allein spielen will, kann sich die Aufgaben mit einem Mitspieler teilen. Dann bombardiert beispielsweise ein Spieler im Split-Screen die Ziele am Boden, während der andere gegnerische Flieger aus dem Weg räumt. Spass ist hierbei garantiert!

Die Grafik im Spiel ist durchgängig vom Comic-Stil der Story inspiriert. Die Landschaften variieren je nach Mission, insgesamt sind es 21 (sieben verschiedene zu drei unterschiedlichen Zeiten). Meistens gibt es ein paar Wolken, dort verstecken sich dann gerne die weniger beweglicheren Ziele. Gut gelungen sind bei Einsätzen in den Abend- und Nachtstunden die Suchscheinwerfer sowie wetterbedingte Zustände wie Brände am Boden, Gewitter und Wetterleuchten.

Die Sound-Effekte und die Musik passen gut. Lediglich eine komplette Ausgabe auf Deutsch wäre wünschenswert. Ein hübsches Detail beim Radioempfänger im Hangar: Wenn man die Musiklautstärke auf Null stellt, verschwinden auch die Musiknoten, die sonst aus seinem Lautsprecher tanzen. Und wo sonst Sanduhren oder sich drehende Kreise einen Ladevorgang anzeigen, dreht sich bei Red Wings: Aces of the Sky natürlich ein Flugzeugpropeller.

/ Oliver Frick [fri]

Trailer Englisch, 00:34